Einer der bekanntesten Videospieljournalisten überhaupt, Jim Sterling, meinte einmal, es würde ihn verblüffen, wie sich die Videospielindustrie Jahr um Jahr verschlechtern würde. Dass unmoralische Mechaniken wie Lootboxen oder unvollendete Season Passes ihren Platz finden würden. Aber es nicht alles schlecht im Staate Dänemark: Diese Gaming-Trends werden sich aller Wahrscheinlichkeit nach im Jahre 2018 fortführen - positive wie negative.

Positiv: Die Switch wird weiterhin erfolgreich sein

Mehr als 10 Millionen verkaufte Einheiten innerhalb von neun Monaten, so viel schaffte zuletzt nur die Nintendo Wii abzusetzen. Und trotzdem: Dem Erfolg der Nintendo Switch wird scheinbar kein Ende gesetzt. Mit Spielen wie Metroid Prime 4, einem Pokémon-Ableger, Dragon Quest 11 und Travis Strikes Back: No More Heroes, werden zahlreiche Toptitel für die Switch im kommenden Jahr erscheinen. Und für den Indie-Freund gibt es Wargroove oder Snipper Clippers 2. Wer da nicht zugreift, ist selber Schuld.

Negativ: Lootboxen werden vermehrt auftreten

Das wohl heißeste Gaming-Thema 2017 waren die Lootboxen, für die insbesondere Battlefront 2 ordentlich Kritik einstecken musste. Aber eigentlich war der Spuk doch gebannt, Battlefront 2 kam zunächst ohne Lootboxen daher - hatte EA vielleicht daraus gelernt? Warum sollte man sich also Sorgen machen, dass es 2018 noch schlimmer werden würde?

Ganz einfach: Weil andere Publisher, wie beispielsweise Warner Bros, das System ebenfalls für sich entdeckt haben. Sicherlich, auch Herr der Ringe: Schatten des Krieges musste für das System viel Hohn einfahren, einen richtigen Shitstorm gab es aber nicht. Und in einem Interview mit dem Bethesda-Gründer Christopher Weaver, offenbarte selbiger, dass “Spieler die steigenden Kosten der AAA-Spiele auffangen müssen, um Publishern zu erlauben, weiterhin profitabel zu sein” - bezogen auf das Thema Lootboxen.

Wundert euch also nicht, wenn The Elder Scrolls 6 nicht auch mit dieser verkorksten Idee ankommen sollte.

Positiv: Mehr Ideen, mehr Wagnis

Es herrscht Aufbruchsstimmung in der Videospielbranche. Wirklich! Denn auch wenn Aktionäre immer höheren Milliarden-Profiten hinterhergeiern, nie waren Videospiele so bahnbrechend, so innovativ wie heute. Wenn man sich zumindest ein wenig umschaut.

Klar, große AAA-Releases aus dem Westen werden immer generischer und einschlägiger. Alles muss nach Formel X gebaut sein, damit es auch Erfolg hat. Und trotzdem gab es dieses Jahr Spiele wie NieR: Automata, What Remains of Edith Finch, Cuphead, Dream Daddy, Doki Doki Literature Club, Getting Over It oder Hellblade: Senua’s Sacrifice - Spiele, die sich auch was getraut haben!

Zwar hat sich leider nicht jedes dieser Spiele finanziell rentiert, aber immerhin die meisten. Und das ist ein positives Zeichen dafür, dass Entwicklern mehr Freiraum geboten werden soll. Hoffentlich schließt diesbezüglich 2018 da an, wo 2017 so fulminant aufgehört hat.

Negativ: Early Access wird zur Norm

Dass unfertige Spiele gerne einmal herausgebracht werden, nur damit mit kostenpflichtigen DLC und Season Passes das ganze Spiel erscheint, gab es hin und wieder. Battlefront 1 war ein Beispiel dafür. Jetzt, wo aber Early Access von fast jedem Indie-Entwickler genutzt wird, wird es aber wahrscheinlich bald auch große Publisher geben, die sich dieser Methodik bedienen werden.

Es ist eine vage Prognose, aber wahrscheinlich leider auch eine, die sich bewahrheiten wird. Denn wo auch immer etwas mehr Geld zu scheffeln ist, zu Kosten des Spielers, da werden bestimmte Publisher ansetzen.