Verrückte Spielideen wie die „Whack Your …“-Reihe oder Beat the Boss gibt es heutzutage zuhauf. Gerade Indie-Entwickler versuchen sich durch möglichst durchgeknallte Ideen vom Einheitsbrei abzuheben und finden auf mobilen Geräten sowie zunehmend auch auf traditionellen Plattformen wie PC und Konsolen dankbare Abnehmer für ihre Spiele. Doch wenn es um möglichst abgedrehte Ideen und Videospiele geht, macht den Japanern so schnell keiner was vor. Selbst viele ältere Titel gehören noch heute zum Besten, was es unter den Spielen gibt, die nur unter dem Einfluss gewisser Substanzen entstanden sein können.

Gombe's I'm Sorry

Maze-Spiele waren Mitte der '80er-Jahre enorm beliebt. Doch während sich der Westen noch über Pac-Man schieflachte oder bereits dazu überging, Fantasy-Themen wie Gauntlet umzusetzen, sahen die Japaner bereits die Möglichkeit, Satire in Arcade-Automaten zu verpacken. Gombe's I'm Sorry von Entwickler Coreland und Publisher SEGA nahm den damaligen japanischen Premierminister Kakuei Tanaka aufs Korn. Der Titel I'm Sorry war dabei ein Wortspiel, denn das japanische Wort für Premierminister lautet Sori-Daijin.

Zudem nahm man mit dem Spiel den Skandal um Bestechungsgelder auf die Schippe. So musste man mit Tanaka gierig durch ein Labyrinth laufen und alle Goldbarren aufsammeln. Das wirklich Verrückte waren dabei die Gegner. Tanaka wird nicht nur von muskulösen und braungebrannten Wrestlern verfolgt, sondern auch von Tamori, einem japanischen Comedian, Athlet Carl Lewis, Madonna und sogar Michael Jackson. Interessanterweise ist das Spiel sogar in den USA auf den Markt gekommen, wobei den Spielern sicherlich der Hintergrund flöten ging.

Japano-Wahnsinn - Die verrücktesten Spiele aus Japan

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Michael Jackson, Madonna und Carl Lewis sind gut zu erkennen
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Toilet Kids

Dieser '92er Shoot-'em-up für die PC Engine ist voll Kacke! Und das ist keine Wertung, denn das Spiel von Media Rings ist wirklich voller Fäkalien. Als kleiner Junge werdet ihr eines Nachts mitten im Stuhlgang in eine geheimnisvoll-stinkige Welt gezogen. Und abgesehen davon, dass er nun eigentlich ein Bad nötig hätte, und sich nicht einmal fragt, warum er nun in einem Flugzeug steckt, ist das erste, was ihm dabei einfällt, die Bewohner vom Toiletten-Land zu vernichten. Die Gegnervielfalt entspricht dabei dem Fäkalhumor: vollgekackte Frösche, fliegende Würstchen, Urinale, ganze Kothaufen, Craps und sonstige Ausgeburten der Kanalisation versuchen euch in die Scheiße zu reiten. Und wenn ihr nicht allein spielen wollt, dürft ihr das Abenteuer zu zweit erleben. Auch die Spielzeit entspricht der Thematik: ein Furz im Winde.

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Chou Aniki

Wie schon in Gombe's I'm Sorry ersichtlich, scheinen Japaner ein besonderes Faible für derlei Testosteron-Pumpen zu hegen. Und diese Faszination mit wohlgeformten, glatzköpfigen Männern resultierte 1992 in einem Shoot-'em-up für die PC Engine, das selbst das hochgelobte Parodius wie eine Abhandlung über die Rhetorik von Politikern anmuten lässt - Chou Aniki, das oft fälschlicherweise Cho Aniki geschrieben wird. Grob übersetzt lautet der Titel „Ultra großer Bruder“. Darin übernehmt ihr wahlweise die Kontrolle über einen muskelbepackten Schönling oder über eine grazile Dame und kämpft gegen die brutale Invasion von Imperator Bill.

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Homoerotik in Reinkultur
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Bills Planeten Bo sind die Proteine ausgegangen und der Imperator, der zehnmal hintereinander den Intergalaktischen Bodybuilding-Wettbewerb gewonnen hat, entschließt sich dazu, Nachbarplaneten einzunehmen, um Proteinfarmen aufzubauen. Im Kampf unterstützt werdet ihr von Samson und Adon, den titelgebenden Mucki-Brüdern, die ihr im zweiten Teil sogar direkt steuern könnt. Da kommt nicht einmal Zombie Nation für das NES heran – und darin steuert ihr immerhin einen fliegenden Kopf.

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Muscle March

Und wieder ein Spiel für Liebhaber gestählter Männermuskeln. Doch es bleibt keine Zeit für homoerotische Gedanken! Ein Dieb hat das Grundnahrungsmittel aller Nachwuchs-
Schwarzeneggers dieser Welt gestohlen – eine Flasche Proteine. Also machen sich ölige Macho-Muskepakete, aber auch ölige Macho-Muskelpaketinnen und sogar ein Eisbär auf die Jagd nach dem Dieb. Und weil man auch selbst bei dieser wilden Verfolgungsjagd noch das Posieren üben kann, gilt es mit der Wiimote die jeweils passenden Posen einzunehmen, um nicht vorschnell aus dem Rennen zu fliegen. Wer das possierliche Spielchen mal ausprobieren will, ihr findet es als WiiWare-Titel im Download-Bereich der Wii.

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Was Japaner unter Sport verstehen

Jetzt aber mal weg vom Posieren und hin zum richtigen Sport. Oder jedenfalls zu der Art Sport, die nur aus Japan kommen kann.

Japan World Cup 3

In Asien sind Pferderennen ja noch immer ungemein populär, vor allem in Hong Kong, aber auch in Japan. Der Japan Cup ist gar eines der höchstdotierten Pferderennen der Welt. Wer sich mit dem Galopprennsport nicht ganz so gut auskennt, darf bei Riichiro Mashimas Japan World Cup aber keinesfalls mit einer realistischen Simulation rechnen. Mitnichten! In diesem Broswerspiel wäre ein realistisches Pferd die Kuriosität, denn der Rest des Starterfelds besteht aus zweibeinigen Pferden, Sehkühen, Yetis, Trojanischen Pferden, und Trucks. Und das ist noch nicht einmal das Verrückte. Verrückt ist deren Verhalten.

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Ski Jumping Pairs

Der Wahnsinn macht selbst vor dem Skisport nicht halt. In diesem Pachinko-Spiel für die PSP wird das Skispringen zum Paarsport und verliert vollkommen seine ernste Basis. Statt möglichst weit zu fliegen, werden die verrücktesten Aktionen gestartet. Da wird ein Ami als lebender Football missbraucht und Sprünge anderer werden sabotiert, indem man sie einfach von der Startbahn drängt, um selbst zu springen. Riichiro Mashima machte daraus auch eine Mockumentary.

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Microsoft ließ die Anzahl an Panty-Shots sogar extra reduzieren
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Gal Gun

Japaner sind natürlich auch bekannt für ihre Schulmädchen-Spiele. Dieses besonders
freche Spiel kombiniert die Schulmädchen-Thematik mit einem anderen Genre, das irgendwie auch nur noch die Japaner lieben – Rail-Shooter. Ihr müsst euch also um so unnötige Dinge wie Fortbewegung gar keine Gedanken machen und könnt euch stattdessen vollends darauf konzentrieren, unzählige Schulmädchen... nun ja, zu beglücken? Denn ihr spielt einen unschuldigen Schuljungen, der aus heiterem Himmel auf einmal zum Mädelmagneten geworden ist. Halleluja? Leider nein, denn euer Herz gehört nur einem von vier Mädchen, weshalb die anderen willenlosen, lustgesteuerten Mädels doch eher ein Störfaktor sind. Tatsächlich stürmen fortan zig Mädchen auf euch zu und ihr könnt sie euch nur vom Hals halten, wenn ihr sie mit euren Pheromonen vollschießt, bis sie stöhnend zusammenbrechen.

Kein Spiel für zuhause also? Keine Sorge, Entwickler Alchemist hat auch das bedacht: Sobald sich jemand nähert, der oder die nichts über dieses lasterhafte Spiel wissen darf, aktiviert ihr per Knopfdruck einfach den „Mama ist da“-Modus. Das Spiel verwandelt sich daraufhin blitzschnell in ein harmloses Retro-8Bit-Spielchen. Interessanterweise erschien das Spiel zuallererst für die Xbox 360 und erst später wurde eine PS3-Version nachgeschoben.

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Super Table Flip

Eine hitzige Diskussion, zwischen euch und Freunden, bei einem Stammtisch oder in der Familie, vielleicht sogar im Büro? In jedem Fall habt ihr große Lust, etwas polternd durch die Luft zu schleudern. Und wenn ihr Taitos Super Table Flip-Automaten in eurer Nähe habt (was wohl bedeutet, dass ihr in Japan sein müsst), habt ihr genau dazu die Gelegenheit. In diesem Spiel dreht sich alles darum, dass ihr in vier Szenarien einen Tisch umschmeißen müsst, um allen Anwesenden klarzumachen, dass ihr unheimlich sauer seid. Hulk-mäßig sauer.

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Kinderstreiche der etwas anderen Art und der Stalker-Simulator

Boong-Ga Boong-Ga

Noch verrückter als Super Table Flip ist eigentlich nur dieser Arcade-Automat mit dem Titel Boong-Ga Boong-Ga. Und noch verrückter als dieser Arcade-Automat ist eigentlich nur der Ursprung, denn Boong-Ga Boong-Ga vom südkoreanischen Entwickler Taff System basiert auf dem Kinderscherz Kancho, ähnlich dem „Feuchten Fuzzi“ in unseren Breitengraden. Hierbei werden dem ahnungslosen Opfer zwei Finger in den, nun ja, Hintern geschoben, wenn es gerade nicht hinsieht.

Und so funktioniert dann auch der Automat. Ihr dürft wahlweise einen Ex-Partner, einen Gangster, eure Schwiegermutter, eine Prostituierte oder auch einen Kinderschänder wählen, und dem Opfer eurer Wahl entweder einen kräftigen Klaps verpassen oder eben besagte zwei Finger in den Anus stecken. Und damit das Ganze auch möglichst realistisch anmutet, ist der Automat auch mit einem künstlichen Hintern ausgestattet, sowie einer Pistole, die eure zwei Finger simulieren soll. Je nachdem, wie gut ihr wart, erhaltet ihr neben einer Karte, die euer Sexverhalten analysiert, auch noch einen Scheißhaufen.

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Eastern Mind: The Lost Souls of Tong-Nou

Wollte man Osamu Satos Eastern Mind: The Lost Souls of Tong-Nou in einem Satz beschreiben, würde er lauten: Wie Myst, nur in kaputt. Kein Wunder, startete Sato seine Karriere doch in einer Werbeagentur. Und da die Werbung der frühen 90er-Jahre mitunter doch recht avantgardistisch anmutete, braucht man sich über dieses Spiel im Grunde gar nicht wundern. Eastern Mind: The Lost Souls of Tong-Nou erschien 1994 ursprünglich für den Macintosh. Darin wacht der Protagonist Rin eines Morgens auf und bemerkt: „Hoppla, ich habe ja gar keine Seele!“

Also macht man sich prompt auf nach Tong-Nou, einem riesigen, im Nichts umherschwebenden Kopf, der gleichzeitig eine Insel und Ort des Abenteuers darstellt, um sich seine Seele zurückzuholen. Auf der Insel einmal angekommen, gibt es buchstäblich kein Entrinnen mehr. Bis auf euer ultimatives Ziel, die Seele zurückzugewinnen, gibt es keinerlei Hinweise, was zu tun ist. Bis ihr sterbt. Und mit dem Ablegen der irdischen Hülle legt ihr auch jegliches Vernunftdenken ab. Fragen? Überflüssig. Antworten? Irrelevant. Stattdessen präsentiert sich euch ein Drogentrip-gleiches Abenteuer visueller und akustischer Natur wie ihr es sicherlich kein zweites Mal jemals erleben werdet. Oder überhaupt erleben wollt.

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Chulip

Wer hätte gedacht, dass die Macher der braven Landwirtschafts-Rollenspielreihe Harvest Moon auch geheime niedere Gelüste hätten? Die lebten sie mit dem 2002 für die PlayStation 2 erschienenen Chulip aus – und darin müsst ihr küssen, was das Zeug hält. Dabei ist die Geschichte sogar recht romantisch. Ihr spielt einen jungen Mann, der neu in ein Dorf gezogen ist und sich in das Nachbarmädchen verliebt. Als sein Liebesbrief für sie gestohlen wird, gilt es, das ganze Dorf umzukrempeln, um den Brief wieder ausfindig zu machen. Und das geht nur, indem ihr euch mit allen Bewohnern des Dorfes gut stellt. Sprich: Sie schlussendlich küsst. Aber Achtung, Timing ist der Schlüssel, sonst fangt ihr euch eine Watsch. Egal ob Mann oder Frau, alt oder jung, Tier oder Mensch: alles und jeder wird geküsst. Also packt 'ne Extraladung Lippenpflege auf euren Mund und spitzt die Lippen (und betet, dass niemand Herpes hat).

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The Houchi Play

Das ist es! Darauf haben wahrscheinlich die meisten von euch gewartet: Das Klischeebild des lüsternen Hentais, der wie ein Kleinkind kichernd an seiner Konsole hockt und sich ein perverses Minispielchen reinzieht. Was aber nicht so ganz ins Bild passt, ist die Plattform, auf der The Houchi Play von Kohei veröffentlicht wurde. Das Spiel erschien nämlich für die in Japan weniger populäre Xbox 360. Hier geht es einzig und allein darum, sich als japanischer Lüstling mittleren Alters an süße junge Mädchen heranzuschleichen. Und zwar so, dass sie es nicht bemerken. Und wenn man etwas Mut braucht, trinkt man eben mal schnell eine Flasche Sake.

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