Wer auf Twitch regelmäßig und live streamt, braucht eine Rundfunklizenz. Im März letzten Jahres begann das Debakel um die Lizenz, als die bekannten Streamer PietSmiet und Gronkh von der Landesmedienanstalt aufgefordert wurden, eine Zulassung zu beantragen. Während PietSmiet seinen Twitch-Kanal aus dem Netz nahm, begann Gronkh sich mit einem Anwalt im Schlepptau zu wehren. Das eigentliche Problem: Gerade kleinere Streamer auf Twitch, welche die von der Landesmedienanstalt aufgestellten Kriterien erfüllen, könnten sich die Lizenz eventuell nicht leisten – und hätten demnach keine Chance, legal zu streamen. Kein wirkliches Plus für die Streamer-Kultur in Deutschland. Trotzdem hat Gronkh nun eingelenkt und ist nun offiziell ein Fernsehsender. Warum er das getan hat, erklärt er in einem Video, das ihr euch hier ansehen könnt:

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Fakt ist: Wer nach der Landesmedienanstalt eine Lizenz benötigt, muss sie erwerben oder illegal streamen, wogegen Twitch und die Anstalt rechtlich vorgehen könnten und würden. Nun hat es bis jetzt nur die 'großen' Streamer getroffen, also vielleicht fallen andere Twitch-Sendungen nicht unter die Zielgruppe der Landesmedienanstalt?

Weitere News zu Gronkh: Im selben Video bestätigt Gronkh, dass er seine eigens gegründete Firme PlayMassive nun endgültig verlässt.

Nicht nur die Top 10 Streamer könnten betroffen sein

Wie GamesWirtschaft vor einiger Zeit zusammenfasste, untermauern folgende Kriterien den zulassungspflichtigen Rundfunk:

  • Live-Stream, dem es technisch möglich ist, 500 Menschen (oder mehr) zu erreichen
  • redaktionelle Aufarbeitung (spontaner Kommentar reicht)
  • live-Übertragung
  • ein Sendeplan, bei dem nicht spontan, sondern geplant immer wieder zu bestimmten Zeiten oder Tagen gesendet wird

Weiterhin können die Live-Streams auch älter sein und als Wiederholung laufen, solange sie nur irgendwann live gestreamt wurden. Also ja, es könnte etliche deutsche Twitcher betreffen, falls die Landesmedienanstalt sich dazu entscheidet, ein paar Briefe zu versenden. Und genau das war auch der Grund, warum Gronkh und PietSmiet sich zur Wehr setzten.

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Gronkh schützt seine Arbeit

Sich für etwas, in den eigenen Augen Gutes einsetzen, hat seinen Preis. Gronkh berichtet in seinem Video über die Rundfunklizenz, was ein Vor-Gericht-gehen für Konsequenzen nach sich gezogen hätte: Für ihn, aber vor allen Dingen auch für seinen Kanal. Demnach wäre er während des Prozesses entweder ganz offline gegangen oder hätte illegal gestreamt; beides keine Optionen für ihn. Ganz besonders, da sich so ein Gerichtsverfahren über Monate ziehen kann.

Schließlich ist auch für Gronkh noch nicht alles vorbei; denn mit der Sendelizenz kommen auch bestimmte Auflagen, die er nun erfüllen muss. Denkt einfach an einen normalen Fernsehsender: der darf Inhalte, die erst ab 16 Jahren freigegeben sind, erst ab 22 Uhr senden. Für Gronkh gilt nun dasselbe. Auch Regeln zur Werbung schränken seine Freiheit ein.

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Aber eben nicht nur seine. Die Frage ist, wie viele Twitcher und Streamer bald folgen werden; und welche Auswirkungen das auf deutsche Streamer, Vlogger und LetsPlayer haben kann. Schließlich wird nur eine Gesetzänderung etwas an der momentanen Lage ändern können und die liegt jetzt mehr denn je in den Händen der Politiker.