Man könnte meinen, dass das Thema Videospiele mittlerweile in der berühmt-berüchtigten “Mitte der Gesellschaft” angekommen ist - spätestens seitdem selbst der CDU-Abgeordnete Peter Tauber öffentlich kund gab, dass er gerne Skyrim spielt.

Bei der AfD scheint diese Ansicht noch nicht vorhanden zu sein. Denn auf die Fragen einer besorgten Mutter zum Thema USK, reagierte die AfD-Abgeordnete Verena Hartmann mit Verallgemeinerungen und Kritik an Videospielen an sich.

Über die Seite abgeordnetenwatch.de kann man seinen politischen Vertretern Fragen stellen - teilweise beantworten die Abgeordneten diese auch. Mareike Scholz schrieb in ihrem Post von ihrem 13-jährigen Sohn, der das 3DS-Spiel Senran Kagura 2: Deep Crimson erworben und gespielt hatte. Bei Senran Kagura handelt es sich um ein Sidescroller-Franchise im Sinne früherer Ninja Gaiden-Teile - das Verkaufsargument sind aber die knapp angezogenen Mädchen, die zudem im Kampf Teile ihrer Klamotten verlieren.

Die allermeisten Senran Kagura-Ableger sind ab 16 oder 18 Jahren freigegeben, das 3DS-Spiel aber ab 12 Jahre. Darüber regte sich auch die Mutter auf: “Was bringt so ein "Spiel“ für 12-jährige denn unserer Jugend bei? Und wie wirkt so was auf frisch zugezogene junge Männer, die aus ihrer Kultur ein total verzerrtes Bild über den Umgang mit Frauen mitbringen?”

Hier findet ihr einige Spielszenen:

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"Gibt es nichts sinnvolleres als Videospiele?"

Während man die Kritik der Mutter, auch aufgrund der USK-16-Freigaben der anderen Ableger, grundsätzlich verständlich scheint, ließ sich die AfD-Abgeordnete Verena Hartmann zu äußerst verallgemeinernden Aussagen über das Thema Videospiele hinreißen:

“Natürlich hat man als Schüler auch schon viel Stress und braucht etwas
zum abschalten, wären da aber nicht Hobbys, Sport oder Freunde treffen
(physisch nicht virtuell auf facebook und Co.) sinnvoller?”

Interessant hierbei ist, dass das Spielen von Videospielen von Frau Hartmann offenbar nicht als “Hobby” anerkannt wird. Auch äußerte sich Hartmann über den angeblich laschen Jugendschutz in Deutschland:

“Sie ärgern sich zu Recht über diesen "Jugendschutz" der keiner mehr ist.
Dadurch findet eine Verrohung unserer Jugend und damit der Gesellschaft
statt, in Bereichen wie der Liebe und Sex oder den Umgang miteinander
werden körperliche und verbale Gewalt verherrlicht.”

Dass die USK, neben dem australischen System, zu den strengsten Jugendschutz-Institutionen gehört, die in Erste-Welt-Ländern operieren, wird hierbei ignoriert. Gerade in der Vergangenheit erschienen Videospiele in Deutschland nur in geschnittener oder geänderter Fassung, wie zuletzt Wolfenstein 2 oder South Park: Der Stab der Wahrheit. Die USK-Freigabe liegt in der Regel höher als die der PEGI.