Spider-Man ist tot. Jahrelang hat er die Superschurken von New York City bekämpft, sie geschlagen, in sein Netz gehüllt und in den Abgrund gestürzt. Doch dann stirbt er, im 66. Stockwerk des Alchemax-Towers. Warum und wieso? Weil er die Liebe seines Lebens, Mary Jane retten will.

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gamona spielt erstmals auf der Comic Con in San Diego ein Abenteuer, in dem zwei Spinnenmänner per Zeitmanipulation die Welt vor einer Katastrophe bewahren müssen. Was für ein Ritt!

Ein gigantischer Mech gräbt seine Stahlfaust in den 33. Stock des Alchemax-Towers. Was für ein majestätischer Anblick, als dieser Koloss aus vergoldetem Stahl vor der Skyline von Manhattan wie King Kong an dem Wolkenkratzer empor klettert, mit einem Ruck die Glasfront eines riesigen Büros zertrümmert und wir direkt in die Action geschmissen werden.

Als Spider-Man packen wir die Spinnweben aus, versuchen den Titanen am Kopf zu erwischen, dann die Fäden mit einem Stahlträger zu verbinden und so das Biest irgendwie einzuschnüren. Doch was ist das? Eine Art Bild-im-Bild poppt auf, wie ein blauer Wasserstrudel ergießt es sich aus dem rechten unteren Bildrand und zeigt... noch einen Spider-Man.

Spider-Man 2099

Wie, was, wo? Marvel-Fans wissen, worum es hier geht, schließlich war „Spider-Man 2099“ in den 90er-Jahren der Hit am Kiosk. Wohlgemerkt nicht als Videospiel, sondern als Comic. Hinter dem neuen Spider-Man steckt ein brillanter Wissenschaftler namens Miguel O´Hara. Der entdeckt eines Tages, das ein noch namenloser Superschurke ein Zeitportal geöffnet und bei seiner Reise alle möglichen Ereignisse der amerikanischen Geschichte zu seinen Gunsten verändern hat. Darunter so Kleinigkeiten, wie dass die USA stärker auf Söldnerkommandos und private Konzerne setzen wollen.

Spider-Man: Edge of Time - Spider-Man ist tot

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Zeit ist relativ: Peter Parker kämpft in den 90er-Jahren, Miguel O'Hara im Jahr 2099. Verbunden sind die beiden durch ein cleveres Bild-im-Bild-System.
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So kommt es, dass im Jahr 2099 der Mega-Konzern Alchemax zum wichtigsten Rüstungslieferanten der USA wird und fortan alle Waffen und einen großen Teil der Polizeistreitkräfte stellen. Alchemax dominiert schon bald die USA, kontrolliert alle wichtigen Märkte, übt Einfluss in der Politik aus und deckt Machenschaften des organisierten Verbrechens mit Staatsanwälten, denen man immer mal wieder einen schwarzen Koffer zukommen lässt.

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Peter Parker ist Spider-Man. Oder auch nicht.

Was genau der noch namenlose Oberbösewicht vorhat, halten die Jungs von Beenox (Shattered Dimensions) noch geheim. Klar ist aber, dass Miguel O'Hara alles tun muss, um die Zeitveränderungen rückgängig zu machen, und dafür braucht er Spider-Man Peter Parker. Da gibt’s nur ein Problem: Parker arbeitet nicht wie eigentlich vorgesehen als kleiner Fotograf für den Daily Bugle, sondern ist ein angesehener und exzellent bezahlter Wissenschaftler bei Alchemax Industries. Er hält die Firma für seriös und will zunächst nichts von Miguels Verschwörungstheorien wissen.

Peter sitzt in einem der Bürotower von Alchemax-City, im Grunde einer Stadt in der Stadt mit eigenen Einkaufszentren, Labors, Parkanlagen, Massagesalons und allem, was man sich als Angestellter so wünscht. Alchemax ist quasi das Googleplex der Zukunft und Parker denkt gar nicht daran, seine eigene Firma zu verraten. Erst als Miguel ihm Beweise für Forschungen an Mutanten zukommen lässt, wird der Genforscher stutzig. Und als O´Hara dann auch noch einen Vorfall im Wolkenkratzer vorhersagt, glaubt Parker langsam die ganze Zeitreise-Story.

Die Vergangenheit als Waffe

Peter Parker ist natürlich auch in dieser Marvel-Version nur halbtags der normale Angestellte und geht sonst seinem Spinnenhobby nach. Als im 66. Stock Feueralarm ausgelöst wird, ist Parker nicht mehr zu bremsen. Miguel meldet sich zwar per Bild-im-Bild-Videochat und erklärt ihm, dass ihn dort der Tod erwartet, doch Parker will das Risiko auf sich nehmen.

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Und hier wird’s spannend: Story-technisch hat Miguel keine andere Wahl außer dafür zu sorgen, dass Parker überlebt. Spielerisch gesehen heißt das, dass wir immer wieder zwischen zwei verschiedenen Spider-Mans hin- und herschalten. Das passiert geskriptet, mal spielen wir den Amazing Spider-Man, zu dem Marvel auf der Comic Con gleich noch einen Film für 2012 angekündigt hat (erste Infos hier lesen), und mal den Spider-Man 2099, den vor allem Comicfreunde kenne dürften.

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Die beiden Spider-Mans spielen sich äußerst unterschiedlich: Parker setzt weiterhin auf seine Spinnennetze und kann Kugeln oder Laserfallen per Automatik-Ausweichsystem entgehen.
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In den ersten Leveln geht’s vor allem gegen Securitys von Alchemax, die uns aus irgendeinem Grund unbedingt am Rettungsversuch hindern wollen. Parker stunnt dazu Gegner, so dass sie bewegungsunfähig werden und schnürt sie dann als Spinnenpaket ein. Miguel hingegen spielt sich wie in einem Brawler, schlägt hart zu und setzt vor allem auf Nahkampfkombos. Wie das zu dem zurückhaltenden Wissenschaftler passt, wird wohl die Story erklären müssen.

Auf jeden Fall sind die Gegnertypen sehr unterschiedlich: Während es Miguel mit schwer gepanzerten Wachsoldaten zu tun bekommt, die perfekt ausgerüstet sind und ihre Gegend mit Drohnen absichern, kämpft Parker eher gegen größere Ansammlungen an Securitys, die mit Schusswaffen, Schlagstöcken und Granaten auf die Jagd gehen.

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Miguel O´Hara alias Spider-Man 2099 hingegen schlägt mit voller Kraft zu, hat Würfe, Tritte und Verteidigungsstellungen drauf wie ein Ninja.
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Wirklich stark, wie die Entwickler mit dieser Zeitreise-Idee spielen! Hier mal ein schönes Beispiel: Miguel trifft im Jahr 2099 auf der Dachterrasse des Alchemax-Towers auf einen riesigen Mech, der ihn mit seinen Stahlpranken zu zerquetschen droht. Schaffen wir es jedoch als Peter Parker in der Vergangenheit uns Zugang zum Hochsicherheitslabor von Alchemax zu verschaffen, dann können wir den Mech-Prototypen vernichten, bevor er überhaupt in Produktion geht.

Das Ganze spielt sich adrenalingeladen wie ein Kinofilm: Während Peter die Treppenstufen des Alchemax-Hauptgebäudes hochrennt, gräbt sich die stählerne Faust des golden schimmernden Mechs in die Glasfront eines Büros, in dem Miguel gerade herumstöbert. Sekunden später reißt die Wand auf, fallen tausend Scherben auf den Boden und fliegen Miguel Computer und Schreibtische um die Ohren. Die Zeit drängt, der Mech naht, Peter muss sich beeilen.

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Die Catwoman des Spidey-Universums ist auch dabei: Black Cat. Welche Rolle sie spielt? Streng geheim.
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Er erreicht das Sicherheitskontrollzentrum, öffnet die Schleusen und schließt den Prototyp des Blechkastens kurz. Der Mech wird geröstet und verschwindet langsam aus der Videoeinblendung der Zukunft. Miguel scheint gerettet... na ja fast. Denn ändert sich die Zeit, heißt das ja nicht dass Alchemax nach der Vernichtung seines Mega-Prototyps nicht andere Mechs entwickelt. Anstelle des Giganto-Megatrons tauchen fünf kleinere Security Robots auf, die Miguel gleich mal mit einer Ladung Raketen begrüßen.

„Das Leben steckt voller Überraschungen. Und wer mit der Zeit spielt, bekommt nicht immer was er eigentlich erreichen wollte“, erklärt der Creative Director Gerard Lehiany mit einem diebischen Grinsen, als der Monitor sich schwarz färbt und die Demo zu Ende ist.

Zwei Männer. Zwei Helden. Zwei Sturköpfe

Mit der Demo endet aber noch nicht der Artikel, denn wir wollen euch einen kleinen Appetithappen reichen, der zeigt wie Peter Parker und Miguel O´Hara denn so ticken. Während Miguel eher das große Ganze sieht und Strategien für einen längeren Zeitraum austüftelt, ist Parker eher der Typ, der von Moment zu Moment entscheidet. Dadurch ergeben sich spannende Wortgefechte, wie dieses hier als Miguel verzweifelt versucht, Parker davon abzuhalten, in den brennenden 66. Stock vorzudringen, um seine Kollegen zu reden:

Miguel: „Wärst du clever, dann würdest du einsehen, dass du hier nicht dein Leben riskieren darfst. Schwing deinen Arsch da raus.

Peter: „Ja, ja, ja…“

Miguel: „Aber nein, du musst ja deinen Mut beweisen. Zeigen, dass du ein Held bist.“

Peter: „Mut? Heldentum? Dude, es gibt nichts was ich lieber machen würde als einfach abzuhauen...

Miguel: „Und warum tust du es nicht?“

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Will seine große Liebe Mary Jane retten und riskiert dafür sein Leben: Peter Parker.
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Peter: „Weil nur das, was ich hier tue, zählt. Weil nur die Fahrstühle zählen, die hier am seidenen Faden hängen. Und weil nur die Menschen zählen, die da oben auf meine Hilfe warten. Ich bin Spider-Man, es ist mein Bestimmung, sie zu retten, selbst wenn ich dabei mein Leben riskiere. Verstehst du das?“

Miguel: „Du lebst in deiner Welt und ich in meiner. Aber wenn du in deiner Welt nicht tust, was ich dir sage, wird es meine Welt nicht mehr lange geben. Verstehst du? Oh, Mann...“

Natürlich verrät Parker nicht, dass sich auch Mary Jane im 66. Stock des brennenden Towers aufhält. Ein Grund mehr für den Superhelden, mal wieder die Spinnweben auszupacken.