Kinoumsetzungen beliebter Comicvorlagen erfreuen sich eines immer größeren Erfolges. Bereits mit den ersten beiden Teilen von Spider-Man wurden Rekordumsätze erzielt, die der kürzlich angelaufene dritte Teil vielleicht sogar noch übertrifft. Zahlreiche Trailer haben den Fans bereits im Vorfeld den Mund wässrig gemacht - was liegt also näher als eine Videospielumsetzung? Wie elegant sich Spiderman auf den Konsolen durch die Häuserschluchten schwingt, erfahrt ihr im Test!

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Spiderman ist wohl einer der bekanntesten und beliebtesten Comichelden, die Marvel vorzuweisen hat. Auch bevor Peter Parker die Herzen der Kinobesucher eroberte, gab es eine breite Fanbase, die ihn auf seinen bunt illustrierten Abenteuern Seite für Seite begleitete. Erstausgaben der originalen Comicserie sind inzwischen so rar und gefragt, dass sie ein Vermögen wert sind. Nach dem erfolgreichen Einzug des Spinnenmanns in den Kinos dieser Welt ist die Heldenfigur nun nahezu jedem bekannt. So hat es Peter Parker geschafft, nicht nur seine Feinde ein- sondern auch die Besucher um den Finger zu wickeln.

Spider-Man 3 - Keine Angst vor dieser Spinne - die beste Filmumsetzung seit Langem!

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Stolz zeigt Spiderman, wer der Herr von Manhattan ist!
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Auch auf PC und diversen Spielkonsolen sorgte Peter Parker bereits für Recht und Ordnung. In der zweiten Haut des Helden schwingt ihr euch standesgemäß durch die Straßen New Yorks, unterbindet kriminelle Handlungen und stellt euch euren Erzfeinden. Sowohl bei den Vorgängern als auch beim neuesten Ableger orientiert sich die Handlung im Wesentlichen an der jeweils aktuellen Kinovorlage - wer sich den neuesten Streifen also bereits relaxet auf der Großbildleinwand angesehen hat, der wird im Spiel deutliche Parallelen erkennen.

Enter Sandman!
Das Spiel bietet insgesamt zehn unterschiedliche Handlungsstränge, von denen einer in etwa der Handlung des Films entspricht. Wer es bisher noch nicht ins Kino geschafft hat, braucht aber keine Angst zu haben - es werden keinesfalls wichtige Einzelheiten oder gar das Ende des Films vorweg genommen. Analog zur Vorlage werdet ihr auch im Spiel auf den bösen Sandmann treffen, der euch mit massiven Schlägen an den Hals will und dessen Schwachpunkte ihr herausfinden müsst.

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Diese Szene entspringt direkt der Filmvorlage - jetzt geht's Sandman an den Kragen!
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Auch dieses Mal gerät Spiderman wieder in einen Konflikt zwischen Gut und Böse. Nicht nur aus modischen Gründen darf der rot/blaue Anzug gegen ein schwarzes Outfit getauscht werden. Neu eingekleidet verfügt Spiderman nämlich über noch stärkere Kräfte, die ihn im Kampf beflügeln. Trägt Peter diesen Anzug jedoch zu lange, riskiert er, dem Bösen zu verfallen. Dennoch ist der Wechsel des Anzugs ein interessanter Aspekt, der nach einigen Stunden Spielzeit für Abwechslung sorgt - schade ist nur, dass ihr den Wechsel nicht gezielt auslösen könnt, sondern er Teil des Spielverlaufs ist.

Um das richtige Umfeld zu schaffen, haben die Entwickler Manhattan Island komplett nachmodelliert. Da ein Superheld wie Spiderman nicht gerne zu Fuß durch die Gassen schleicht, könnt ihr euch spektakulär mit Hilfe der Spinnweben durch die Häuserschluchten schwingen. Abgesehen von ein paar Kameraproblemen, die Richtungswechsel leicht erschweren, ist diese Fortbewegungstechnik derart gut gelungen, dass ihr allein damit zu Beginn eine Menge Spaß haben werdet. Per rechter Schultertaste schwingt ihr an einem Seil, das natürlich immer an irgendeinem der zahlreichen Gebäude haften muss. Per linkem Trigger löst ihr sogar noch einen Boost aus, der euch zusätzlich beschleunigt. In typischer Spinnenmanier kraxelt ihr alternativ auch an den Fassaden empor, um auf den Spitzen der Wolkenkratzer die Aussicht zu genießen.

Kleinkriminalität
Erstmalig in einem Spiderman-Spiel sind die Story-Missionen und die zahlreichen optionalen Nebenaufgaben klar getrennt. Wer sich nur der Story widmen möchte, muss sich nicht mit Kleinkriminellen in den Straßen New Yorks aufhalten. Auf einer Karte seht ihr, wo in Manhattan gerade Verbrechen begangen werden - ob ihr euch großherzig hin schwingt und dem illegalen Treiben ein Ende setzt, ist euch selbst überlassen. Alternativ lassen sich die Orte des Geschehens auch per Menü anwählen.

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Die Straßen New Yorks wurden mit viel Liebe zum Detail modelliert.
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Wirklich interessant wird es allerdings erst mit den Storymissionen. Hier erwartet euch viel Abwechslung. Mal muss der freiberufliche Journalist Peter Parker für den "Daily Bugle" ein paar Schnappschüsse machen, mal duelliert er sich mit fiesen Kontrahenten wie Sandman oder Venom. In einem Minispiel versucht sich der Superheld sogar beim Entschärfen von Bomben - eine etwas ungewöhnliche aber dennoch interessante Abwechslung. Verfolgungsjagden in der Kanalisation oder Infiltrationseinsätze runden das kurzweilige Vergnügen ab und entführen auch an abgelegene Schauplätze von New York.

Neu sind spezielle Actionsequenzen, bei denen ihr euch beispielsweise mit einem der feindlichen Superhelden duelliert. Hier gilt es - wie man es bereits von Spielen wie God of War kennt - bestimmte Kombinationen aus Tasten und Analogstickbewegungen auszuführen, um die Aufgabe erfolgreich zu bewältigen. Wer sich von dem spektakulären Treiben auf dem Bildschirm ablenken lässt und die falsche Taste drückt oder einfach den richtigen Moment verpasst, muss sich der Aufgabe erneut stellen. Da die Sequenzen nicht leicht zu bewältigen sind, müsst ihr euch die Kombinationen meistens bei mehrfachen Versuchen einprägen, um das Ganze letztlich souverän abzuspulen. Dank der schönen Inszenierung stört das jedoch nicht.

Angriff mit zwei Tasten
Neben der geschickten Fortbewegung durch die Straßen New Yorks, zeichnet sich Spiderman auch durch effektive Attacken aus. Im direkten Kampf mit zahlreichen Gegnern stehen euch gerade einmal zwei Tasten zur Verfügung, mit deren Hilfe ihr ordentlich austeilt. Im Laufe des Spiels erlernt Spiderman immer weitere Spezialmanöver, die sich ebenfalls durch Kombinationen der zwei Tasten ausführen lassen.

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Aufgepasst - bei solchen Sequenzen müsst ihr die richtigen Tasten drücken.
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Echtes Können ist hier jedoch nicht gefragt - stupides Hämmern auf den beiden Knöpfen genügt, um herrliche Manöver auf den Bildschirm zu zaubern, die den Gegnerscharen eine echte Spinnenphobie bescheren. Zusätzlich lassen sich die Kontrahenten mit einer dritten Taste einspinnen und umherwirbeln. Gegnerischen Angriffen weicht ihr per linker Schultertaste aus, worauf ein beherzter Druck auf eine der Angriffstasten einen Kontermove bewirkt, dem euer Gegenüber machtlos ausgeliefert ist.

Obwohl ihr aus verschiedenen Schwierigkeitsgraden wählen könnt, konfrontiert euch das Spiel selbst bei niedrigster Einstellung mit durchaus anspruchsvollen Aufgaben. Gerade die Actionsequenzen, in denen ihr gute Reaktionen zeigen müsst, oder die schnelle Fortbewegung unter Zeitdruck durch die Häuserschluchten verlangen euch einiges ab. Dank zahlreicher Checkpoints hält sich der Frustfaktor jedoch in angenehmen Grenzen, da euch ein heldenhaftes Ableben kaum zurück wirft und ihr es einfach noch mal versuchen könnt.

Inhaltlich unterscheiden sich die Versionen für die unterschiedlichen Plattformen kaum von einander. Zwar müssen Wii-Spieler mit weniger Handlungssträngen auskommen, doch das tut dem Spielspaß kaum einen Abbruch. Aus technischer Sicht scheint Herr Parker ohnehin noch nicht ganz in der Next-Gen-Welt angekommen zu sein. Positiv fallen zwar die Modellierung des Hauptcharakters und die belebte Stadtumgebung auf, doch stehen dem wenig detaillierte Texturen und Schwächen bei den Animationsphasen gegenüber. Ein grafisches Effektfeuerwerk solltet ihr ebenfalls nicht erwarten.