Peter Parker alias Spider-Man alias Held unserer Kindheit alias nicht von allen geliebter, aber wohl neben Super- und Batman berühmtester Superheld kehrt zurück – und Entwickler Insomniac will vor allen Dingen eines richtig machen: Das Hangeln, Fliegen und Krabbeln durch ein riesiges, halb-fiktives New York. Oder in meinem Fall: Das Gegen-die-Hauswand-klatschen, Hart-auf-dem-Boden-aufkommen und Arme-Leute-belästigen-auf-denen-ich-aus-Versehen-lande.

… und wenn ihr eine Pause von der Haupt-Storyline nehmen wollt, hangelt ihr euch einfach zwanzig Minuten durch New York City, um euch zu entspannen:

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Ratchet-&-Clank-Veteranen Insomniac Games und Sony haben es sich zur Aufgabe gemacht, Spider-Man endlich jenes leichtherzige, spaßige und ein bisschen erwachsene Action-Adventure zu geben, das er verdient: Mit altbekannten Gesichtern, einer brandneuen Storyline und – nicht zu vergessen – dem typisch-naiven Peter Parker-Humor: “He-hey - hier kommt Spider-Cop!

Zwei Stunden im Spiel und schon 15 Mal gegen Skyscraper geklatscht

Erinnert ihr euch noch an Tobey Maguires erste Versuche, mit seinen neu gewonnen Superkräften warm zu werden? Oder an Andrew Garfield in The Amazing Spider-Man, wie er das erste Mal einen Sprung vom Hochhaus wagte?

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Jep, genauso fühlt sich die erste halbe Stunde von Spider-Man an: Zwar spielt ihr einen 23-jährigen Peter Parker, der seine Kräfte eigentlich beherrschen sollte, doch sagt das dem armen Spieler, der erst lernen muss, wie, wo und vor allen Dingen wann Netze geschossen und bestimmte Knöpfe gedrückt werden müssen: Das Herzstück vom neuen Spider-Man-Adventure ist ganz klar die Hangel-Partie durch New York City; ein überraschend komplexes, aber schließlich doch gut erlernbares System aus Netze schießen, gleiten, im richtigen Moment abspringen und Punkte zum Landen oder Krabbeln suchen. Meiner mehrstündigen Erfahrung nach braucht es neben Zeit auch eine gewisse Finesse, den richtigen Flow und Flugstil zu finden – belohnt werdet ihr jedoch mit wundervollen Ausblicken und einem angenehmen “Ich bin so badass”-Gefühl.

Peter Parker ist in Spider-Man kein kleiner Junge mehr

Für die Schülerzeitung ein Foto?

Spider-Man ist ein halb lineares und halb offenes Action-Adventure, mit einer großen, offenen NYC-Map, die vor kleineren Quests und Aufgaben wimmelt und einer Haupt-Storyline, die wenigstens zu Beginn kaum überraschen oder emotional mitnehmen kann. Schlimm? Nicht wirklich, denn Insomniacs Spinnenmann erstaunt an ganz anderen Ecken und Kanten positiv; außerdem: Ich konnte nur die ersten Hauptmissionen anschnuppern und will oder kann hier noch gar kein vollständiges Urteil fällen.

Was ich jedoch fällen kann: Spider-Mans Skill-Tree sowie ein Urteil über all die etlichen kleinen, aber tatsächlich sehr unterhaltsamen Nebentätigkeiten, wie Anzug-Crafting, Fotografieren und Lösen von nerdigen Schieberätseln. Insomniac haben mit Nachdruck darauf hingewiesen, dass sie nicht nur Spider-Man im Spiel zeigen wollen, sondern auch Peter Parker, der jetzt nicht mehr in die Highschool geht, sondern im Labor seinem wissenschaftlichen Talent freien Lauf lässt. Während es zwar nicht nötig ist, seinen gesamten Alltag Sim-ähnlich zu planen, verschaffen euch die Freiräume zwischen den Hauptquests genug Zeit, um euch frei in NYC zu bewegen und etwa optionale Aufgaben zu bewältigen, die euch Punkte für neue Fähigkeiten oder Materialien für neue Anzüge verschaffen.

Schwingt euch durch das halb-fiktive Manhattan und erledigt wahlweise Nebenaufgaben

Oder anders ausgedrückt: Ihr seid Spider-Cop, Beschützer der Bürger von Manhattan, freundliche Spinne von Nebenan! Und Peter liebt es, euch und andere darauf hinzuweisen.

Das Traumprojekt von Fans

Spider-Man selbst kann auf eine lange, intermediale Geschichte zurückblicken; auf Comics, Filme, Serien und natürlich Videospiele. Wie Creative Director Brian Intihar von Insomniac uns verrät, ist die Neuauflage ein kleines Traumprojekt der Entwickler gewesen – gebastelt von Fans des Superhelden, die Spider-Man ausgestattet mit den neuen technischen Möglichkeiten über die Bildschirme krabbeln sehen wollten. Was davon im Spiel übrigbleibt: ein herzerwärmender Fanservice, der in jedem Detail der Map und der Quests aufblitzt.

Wer schon immer durch ein offenes Manhattan als Spider-Man hangeln und fliegen wollte, der hebe bitte die Hand.Ausblick lesen

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Nicht nur viele bekannte Gesichter kreuzen euren Weg, wie Mary Jane – die ihr auch während der Hauptstory spielen könnt – und Tante May, auch gibt es jede Menge Anspielungen auf das Comic- und Filmunivserum zu erspähen. Etwa, wenn ihr über die Fenster des Avenger-Towers krabbelt oder in eine Sammelquest Peters über die Stadt verteilte Funk-Rucksäcke einsammelt, in denen ihr alte Erinnerungen findet. Denn wie schon erwähnt: Peter ist in Spider-Man kein kleiner Junge mehr, sondern ein 23-jähriger junger Mann, der nun endgültig erwachsen wird.