Spellforce 2 - Shadow Wars (PC Preview)
von Tobias Wüst

Mehr als zwei Jahre sind mittlerweile vergangen, seit »SpellForce - The Order of Dawn« mit einer innovativen Mischung aus Rollenspiel und Echtzeit-Strategie ein neues Genre begründete, die Kritiker begeisterte und eine große Fangemeinde um sich scharen konnte.

Die logische Konsequenz waren zwei ebenfalls erfolgreiche AddOns und natürlich auch ein Nachfolger. Dieser steht nun mit dem Untertitel »Shadow Wars« kurz vor seiner Veröffentlichung. Wir konnten schon vorab einen ausführlichen Blick auf »SpellForce 2« werfen und verraten euch, ob die Mixtur auch im zweiten Teil funktioniert.

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Spellforce 2 - Shadow Wars - Die Schattenkriege kommen: Erneuter Vorstoß in die Hall of Fame?

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Wir konnten uns anhand einer Preview-Version davon überzeugen, ob Spellforce 2 den hohen Erwartungen gerecht wird. Neben einem ausführlichen Tutorial sind insgesamt drei Missionen (Underhall, The Needle und Crystal Wastes) enthalten, die jeweils diverse Haupt- und Neben-Quests für den Spieler bereithalten und somit schon in der Preview-Version eine ordentliche Spielzeit garantieren.

Dankenswerterweise war unserer Preview-Version zudem auch ein Walkthrough für diese drei Missionen beigelegt. Mangelt es da etwa an Vertrauen an Redakteure oder das Produkt?

Weniger ist mehr
Das Wirtschaftssystem in »SpellForce« war komplex, für manchen Spieler sogar zu komplex. Entwickler Phenomic hat dies erkannt und konzentriert sich beim Nachfolger auf die wichtigsten Elemente. Dies fängt schon bei den Rohstoffen an. Waren es beim Vorgänger noch insgesamt sechs verschiedene Arten, sind es in »SpellForce 2« nur noch deren drei. Stein wird dabei für den Gebäudebau benötigt, während Soldaten und Arbeiter mit Silber bezahlt werden. Der dritte Rohstoff wiederum, das Zauberkraut Lenya, wird gebraucht, wenn höherstufige Kämpfer oder Magier eingesetzt werden sollen.

Packshot zu Spellforce 2 - Shadow WarsSpellforce 2 - Shadow WarsErschienen für PC kaufen: Jetzt kaufen:

Auch das Baumenü und die Nahrungsmittelkreisläufe fallen deutlich übersichtlicher aus, was dem Gameplay eindeutig zu Gute kommt. Schauen wir uns den Basisbau doch einmal genauer an.

Intelligente Arbeiter
Alles beginnt mit einem Haupthaus, unserem Helden und einer Hand voll Arbeiter, die sofort zum Rohstoffabbau abkommandiert werden. Mit einem im Haupthaus neu produzierten Arbeiter wenden wir uns dem Baumenü zu. Das fällt weitaus übersichtlicher ausfällt als noch bei »SpellForce - The Order of Dawn«. Um die Überlebenschancen unserer Helden zu erhöhen, wäre es durchaus sinnvoll eine kleine Armee zur Unterstützung aufzubauen. Hierzu wird eine Schmiede benötigt, wodurch es ermöglicht wird Soldaten im Haupthaus zu produzieren. Im Haupthaus? Ja, richtig gelesen. Im Gegensatz zu vielen anderen Strategiespielen werden die Einheiten alle im Haupthaus produziert. Diese zentrale Platzierung trägt dazu bei, dass der Spieler nicht die Übersicht verliert.

Während die Schmiede zur Werkstatt ausgebaut wir (schließlich wollen wir auch Armbrustschützen ausbilden) bauen wir mit unserem Arbeiter einen Bauernhof, wodurch unser begrenztes Einheitenlimit heraufgesetzt wird.

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Während wir mit unseren Soldaten die nähere Umgebung erkunden und von einigen Orks befreien, hat der Arbeiter seinen Bauernhof vollendet und steht in der Gegend herum.

Um in der eigenen Basis nicht die Übersicht zu verlieren, werden dem Spieler herumstehende Arbeiter im Menü angezeigt. Mit einem simplen Klick in die Leiste können diese ausgewählt und zurück an die Arbeit geschickt werden. Wir wollen doch mal sehen, wer hier das Sagen hat.

Allgemein ist der Umgang mit den Arbeitern in »SpellForce 2 - Shadow Wars« exzellent gelöst. Bereits bei der Produktion im Haupthaus kann der Spieler Ihnen eine Aufgabe zuteilen und sie beispielsweise zum Abtragen von Silber abkommandieren.

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Sobald der Arbeiter fertig produziert ist, sucht er selbstständig nach einem nahe liegenden Silbervorkommen und beginnt dieses abzutragen, bis der Spieler ihn mit einer anderen Aufgabe belegt.

Innovatives Click 'n' Fight
Nachdem die Basis aufgebaut ist und wir eine kleinere Armee aus Soldaten und Armbrustschützen produziert haben, können wir diese zusammen mit unseren Helden in die Schlacht schicken. Die unterschiedlichen Ork-Lager müssen laut Quest-Auftrag zerstört und die Teile eines Buches eingesammelt werden.

Rasch sind wir in unseren ersten größeren Kampf verwickelt, bei dem schon mal der Überblick verloren gehen kann. Wer kann schon seine Helden einzeln anwählen und ihnen unterschiedliche Aktionen zuweisen? Sehr hilfreich ist hier das sogenannte Click 'n' Fight System. Am oberen Bildschirmrand sind u.a. sämtliche Helden mit ihren Portraits aufgelistet. Sobald diese nun in einen Kampf verwickelt sind, erscheinen unter deren Köpfen verschiedene Symbole, durch die man den Helden gezielt Kommandos geben kann. Das lästige Hin- und Herwechseln gehört somit, wie bereits im ersten Teil, der Vergangenheit an.

Neu hingegen ist der Gebrauch der Tab-Taste, mit im Gefecht der stärkste Feind ausgemacht und attackiert werden kann. Oftmals ist dies ein ganz anderer, als man zunächst erwartet. In unserer aktuellen Schlacht wird durch den Einsatz der Tab-Taste beispielsweise ein eher kleiner Magier ausgewählt, der die Greifen des Gegners permanent heilt, was den Orks einen entscheidenden Vorteil verleiht.Nachdem dieser ausgeschaltet ist, stellen die restlichen Greifen mit ihren Reitern auch kein weiteres Problem mehr dar.

Abwechslungsreiche Missionen
Ein Echtzeit-Strategie-Spiel lebt von seinen abwechslungsreichen Missionen und was da alles möglich ist, wissen wir spätestens seit Blizzards »WarCraft 3«. Ob »SpellForce 2 - Shadow Wars« hier ähnlich überzeugen kann, ist mit der aktuellen Preview-Version natürlich noch nicht absehbar. Die uns vorliegenden Missionen waren jedenfalls grundverschieden und während des Spielverlaufs kam zu keinem Zeitpunkt Langeweile auf. Einen enorm hohen Anteil daran hat die tolle Story, die während der Missionen ständig weitererzählt wird und den Spieler in ihren Bann zieht.

Traumhafte Zwischensequenzen
Wie mittlerweile aus zahlreichen Spielen gewöhnt, wird das Geschehen auch in »SpellForce 2« durch Zwischensequenzen in Ingame-Grafik vorangetrieben.

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Waren vor einigen Jahren noch gerenderte Zwischen-Filmchen angesagt, so sind diese mittlerweile fast völlig von der Bildfläche verschwunden. »SpellForce 2« ist das optimale Beispiel, warum wir diesen Render-Movies auch nicht nachtrauern, denn mit Ingame-Grafik können genauso tolle Effekte erzielt werden. Die Animationen und die Mimik der Charaktere sind einfach atemberaubend und lassen den Spieler noch tiefer in die Welt von »SpellForce 2 - Shadow Wars« eintauchen.

Zum Abschluss noch ein kurzes Wort zur Technik. Diese weiß nämlich schon in der Preview-Version zu überzeugen.

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Sieht die Grafik in der Vogelperspektive noch eher unscheinbar aus, so entpuppt sie sich beim Heranzoomen als echter Augenschmaus. Wirklich spielbar ist »SpellForce 2« darin allerdings nicht, geht der Überblick doch leider zu schnell verloren. Die Sounduntermalung passt optimal zum Spielgeschehen und rundet den positiven Gesamteindruck ab.

Erster Eindruck Phenomic erfindet das junge Genre mit »SpellForce 2 - Shadow Wars« sicherlich nicht neu. Dies ist aber auch gar nicht notwenig, war doch bereits der Vorgänger in allen Bereichen sehr gut spielbar. Die vielen Verbesserungen im Detail sorgen allerdings für ein deutlich besseres Gameplay und einen runderen Gesamteindruck. Sollte es den Entwicklern gelingen, die tolle Story und die abwechslungsreichen Missionen durch das gesamte Spiel auf dem gleichen hohen Niveau zu halten, steht uns im April ein weiterer »Must Have« Titel ins Haus, der in wirklich keiner Spielesammlung fehlen darf. Wir jedenfalls freuen uns auf die Review-Version und werden euch dann in zwei Monaten verraten, ob »SpellForce 2« ein heißer Anwärter auf den »Spiel des Jahres« Award ist.