Spellforce 2: Shadow Wars (PC Review)
von Tobias Wüst

Da soll noch einer behaupten im ersten Quartal eines Jahren kommen nur schlechte Spiele auf den Markt. Das Jahr 2006 belehrt uns eindeutig eines Besseren.

Spellforce 2 - Shadow Wars - Trailer 45 weitere Videos

Am 07.04. erscheint dann auch noch »SpellForce 2 - Shadow Wars«, der ersehnte Nachfolger des revolutionären Genre-Mixes »SpellForce - The Order of Dawn«. Wir sagen euch, warum dieser Titel nicht in eurer Spielesammlung fehlen darf.

Noch so ein Monstertitel! Nachdem wir uns letzte Woche noch gegenseitig die Köpfe eingeschlagen hatten, wer denn nun den Test zu »The Elder Scrolls IV: Oblivion« schreiben darf, fing das Spielchen in dieser Woche wieder von vorne an. Mord und Totschlag in der gamona Redaktion, bloß mit dem Unterschied, dass dieses Mal die Anzahl potentieller Täter weitaus höher war, schließlich stürzten sich sowohl Strategie- als auch Rollenspiel-Fans auf »SpellForce 2 - Shadow Wars«.

Welcher Redakteur sich letztlich auf welche Art und Weise durchsetzen konnte, dürfte eher die Staatsanwaltschaft als euch interessieren.

Spellforce 2 - Shadow Wars - Einfach ein brillianter Genremix! Wir verraten euch, warum Spellforce 2 jeden Cent wert ist!

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Wir möchten daher an dieser Stelle auf Einzelheiten verzichten und uns stattdessen ausführlich mit »SpellForce 2« beschäftigen. Ehre wem Ehre gebührt!

Rollenspiel meets RTS
Mehr als zwei Jahre sind mittlerweile vergangen, als ein Spiel namens »SpellForce - The Order of Dawn« mit einer innovativen Mischung aus Rollenspiel und Echtzeit-Strategie ein neues Genre begründete. In der Zwischenzeit hat sich dieses Konzept längst bewährt und mit dem Release von »SpellForce 2 - Shadow Wars« vollendet Entwickler Phenomic den entscheidenden Schritt um das junge Genre endgültig zu etablieren.

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Fans aus beiden Lagern sollten daher unbedingt weiterlesen.

Hollywoodreife Präsentation Zu Beginn der Kampagne steht die Erstellung des Charakters, eures Avatars. Diese fällt erfreulicherweise sehr kurz aus. Der Spieler kann lediglich das Geschlecht, das Aussehen und den Namen festlegen. Zudem kann ausgewählt werden, ob das Tutorial gespielt werden soll und welcher Schwierigkeitsgrad verwendet wird. Alles andere ergibt sich automatisch im Spiel, später mehr dazu.

Nach der Charakter-Erstellung geht es gleich mit Vollgas rein ins Abenteuer.Ein monumentales Intro führt auf beeindruckende Art und Weise in die Story von »SpellForce 2« ein. Was der Spieler da zu sehen bekommt, ist wahrlich nicht von schlechten Eltern und braucht selbst den Vergleich mit den Meisterwerken von Blizzard Entertainment nicht zu scheuen. Fairerweise muss man aber eingestehen, dass das Video schon sehr stark an Peter Jacksons Verfilmung der Lord of the RingsTrilogie erinnert. Hier gilt allerdings die Devise: im Zweifel für den Angeklagten. Lieber richtig gut kopieren, als schlecht neu erfinden. Ich für meinen Teil jedenfalls habe mir das Intro mittlerweile unzählige Male angesehen und bin es immer noch nicht satt.

»SpellForce 2« spielt wiederum in der Welt Eo, allerdings sind die aus dem ersten Teil bekannten Runenkrieger mittlerweile längst Geschichte. Stattdessen stehen die Shaikan, eine ausgestoßene Rasse, die ihr Blut mit Drachen vermischt hat, im Mittelpunkt des Abenteuers.Diese Verbindung macht die Shaikan zwar bei anderen Völkern eher unbeliebt, verschafft ihnen allerdings einige entscheidene Vorteile. So haben diese beispielsweise die Möglichkeit, verstorbene Blutsbrüder in einem bestimmten Zeitrahmen wiederzubeleben oder sie durch einen Teleport direkt zu sich zu rufen, egal wo sie sich aktuell auf der Karte befinden.

Bedroht wird Eo von den Dunkelelfen, die sich mit den Schatten und den Gargoyles zusammengeschlossen haben. Unterstützung erhalten sie dabei auch noch von den Clans, genauer gesagt von Orks, Trollen und Beserkern.

Ihr selbst spielt als Shaikan zusammen mit dem Bund, einem Zusammenschluss aus Menschen, Zwergen sowie Elfen und müsst versuchen, die Welt im Gleichgewicht zu halten. Während diesem Abenteuer entwickelt ihr euch nach und nach immer mehr zum Messias.

Meine Heldengruppe
Wurden in »SpellForce - The Order of Dawn« die Helden noch häufiger ausgetauscht, so wird der Spieler im zweiten Teil ständig von den gleichen Gesichtern begleitet. Dies führt selbstverständlich zu einer viel engeren Bindung. Sollte das Leben eines Gefährten am seidenen Faden hängen, so versucht man umso mehr ihn zu retten. D

ies erinnert teilweise an den Klassiker »Baldur`s Gate«. Durch tolle Zwischensequenzen in Ingame-Grafik werden die Begleiter sogar näher vorgestellt, was zu einer noch engeren Bindung führt.

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Sinnvolle Verbesserungen
Die Crew von Phenomic hat es tatsächlich hinbekommen sämtliche Kritikpunkte des Vorgängers zu beseitigen. Schön, wenn bei einem Entwickler die Feedback-Mails nicht gleich im Papierkorb landen. Besonders ins Auge fällt hier das bereits in unserem »SpellForce 2« Preview angesprochene Wirtschaftssystem.

Dieses wurde glücklicherweise deutlich abgeschwächt, wodurch nun auch Aufbau-Muffel angesprochen werden. Statt sieben Rohstoffe, wie im Vorgänger, gibt es im zweiten Teil nur drei. Das Gameplay wird dadurch weitaus transparenter.

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Die zweite sinnvolle Änderung spricht eher die Strategen an, die sich weniger mit dem Rollenspiel-Part auseinandersetzen wollen. Anders als in »The Order of Dawn« muss man sich in »SpellForce 2« beim Spielstart nicht direkt auf eine Klasse festlegen. Das Prozedere ergibt sich im weiteren Spielverlauf automatisch durch die Spielweise und die Skillung. Ihr wollt einen Magier spielen? Dann solltet ihr ordentlich Punkte im Magie-Baum investieren. Schlägt euer Herz doch eher für einen Krieger oder einen Bogenschützen?

Auch kein Problem, dann sollten eure Punkte in den Kampf-Baum wandern. Selbst eine Kombination beider Arten ist möglich, denn anders als in den meisten anderen Spielen muss sich euer Charakter nicht um jeden Preis spezialisieren.

Die Skillung und Ausrüstung eurer Begleiter könnt ihr übrigens auch selber übernehmen. Wer eher auf Action aus ist, kann dies aber auch gerne dem Computer überlassen.

Bilderbuch-Optik
Die bei »SpellForce 2« verwendete Grafik lässt dem Spieler sämtliche Freiheiten. War dies bei anderen Spielen nicht immer ein Pluspunkt, haben die Entwickler von Phenomic bei ihrem aktuellsten Titel ganze Arbeit geleistet.

Der Bildausschnitt kann nach Herzenslust gedreht oder herangezoomt werden, ohne dass es jemals unübersichtlich wird. Zudem steht die Rollenspielansicht zur Verfügung. Diese muss eigentlich nicht benutzt werden, kann man »SpellForce 2« doch auch aus der Vogelperspektive bzw. aus der isometrischen Ansicht bewältigen.

In einigen Situationen ist es aber durchaus sinnvoll, die Ansicht zu wechseln und seinen Charakter in bester 3rd-Person-Manier mit den Tasten WASD zu steuern. Im Gegensatz zur Preview-Version geht in dieser Ansicht die Übersicht ebenfalls nicht verloren. Hier hat Phenomic also nochmals Hand angelegt. Bravo!

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Wenn ihr gezwungen seid die Ansicht doch mal schnell zu wechseln, reicht ein einziger Tastenklick um in den Ausgangsblickwinkel zurückzukehren. Einfacher geht es kaum. Bei der ganzen Pracht vergisst man als Spieler manchmal fast, dass »SpellForce 2« keine Grafik-Demo, sondern ein Spiel ist, und ein wirklich tolles dazu. Das Drehen der Ansicht und das Suchen nach den liebevoll eingebauten Details macht einfach richtig Spaß und lädt zu stundenlangen Ausflügen ein.

Multiplayer
Wer den unterhaltsamen Singleplayermodus bewältigt hat, darf sich mit Gleichgesinnten im Netzwerk oder via Internet vergnügen.Zur Auswahl stehen hierbei die bereits angesprochen Fraktionen: der Bund, der Schatten und der Clan. Wer einen Gebäude- bzw. Einheiten-Umfang wie im kürzlich erschienenden »Schlacht um Mittelerde 2« erwartet, wird enttäuscht. Die konsequente Abspeckung des Wirtschaftssystems wird nämlich auch im Multiplayermodus fortgesetzt. Trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen, ist »SpellForce 2« auch im sekundären Spielmodus sehr unterhaltsam, auch wenn es sich eher an Gelegenheitsspieler als an richtige Powerzocker wendet. Diese sollten bei reinen RTS-Titeln bleiben.

Kritikpunkte?
Zu einem vernünftigen Test gehören selbstverständlich auch einige Kritikpunkte. Diese fallen bei »SpellForce 2 - Shadow Wars« allerdings nicht direkt ins Auge. Erst bei näherer Betrachtung ist zu bemerken, dass sowohl eigene als auch gegnerische Einheiten nicht immer optimal agieren. Als Beispiel seinen hier Nahkämpfer genannt, die teilweise über einen längeren Zeitraum gegen eine Klippe anrennen, um den weiter oben positionierten Gegner anzugreifen.

Dieser kann währenddessen seelenruhig mit seiner Fernkampfwaffe agieren und seinen Gegner in die ewigen Jagdgründe bugsieren. Ebenfalls störend sind die Ladezeiten, die je nach Rechner auch mal etwas länger ausfallen können. Es muss allerdings wiederum positiv zu Buche gehalten werden, dass diese mit interessanten Zitaten überbrückt werden und somit dann letztlich doch erträglich sind.Zur Auswahl stehen hierbei die bereits angesprochen Fraktionen: der Bund, der Schatten und der Clan. Wer einen Gebäude- bzw. Einheiten-Umfang wie im kürzlich erschienenden »Schlacht um Mittelerde 2« erwartet, wird enttäuscht. Die konsequente Abspeckung des Wirtschaftssystems wird nämlich auch im Multiplayermodus fortgesetzt. Trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen, ist »SpellForce 2« auch im sekundären Spielmodus sehr unterhaltsam, auch wenn es sich eher an Gelegenheitsspieler als an richtige Powerzocker wendet. Diese sollten bei reinen RTS-Titeln bleiben.

Kritikpunkte?
Zu einem vernünftigen Test gehören selbstverständlich auch einige Kritikpunkte. Diese fallen bei »SpellForce 2 - Shadow Wars« allerdings nicht direkt ins Auge. Erst bei näherer Betrachtung ist zu bemerken, dass sowohl eigene als auch gegnerische Einheiten nicht immer optimal agieren. Als Beispiel seinen hier Nahkämpfer genannt, die teilweise über einen längeren Zeitraum gegen eine Klippe anrennen, um den weiter oben positionierten Gegner anzugreifen.

Dieser kann währenddessen seelenruhig mit seiner Fernkampfwaffe agieren und seinen Gegner in die ewigen Jagdgründe bugsieren. Ebenfalls störend sind die Ladezeiten, die je nach Rechner auch mal etwas länger ausfallen können. Es muss allerdings wiederum positiv zu Buche gehalten werden, dass diese mit interessanten Zitaten überbrückt werden und somit dann letztlich doch erträglich sind.