Spartan - Total Warrior (Ps2-Test)
von Nedzad Hurabasic

300 Jahre vor Christi Geburt will sich der römische Kaiser Tiberius das griechische Volk untertan machen. Alle Provinzen und großen Städte sind schon gefallen, sogar Athen ist den einfallenden Legionen unterlegen.

Nur eine Stadt leistet noch erbitterten Widerstand: Sparta. Die Heimat der berüchtigtsten und gefürchtetsten Kämpfer des antiken Stadt-Staats denkt gar nicht daran sich zu beugen - eher würde sie untergehen. Kämpfend natürlich.

Dieses historische Szenario dient als Hintergrund für Segas Heldenepos Spartan: Total Warrior, ein Actionspiel, bei dem der spartanische Held sein Können gegen Massen von Feinden beweisen darf. Ob das Spiel dem legendären Namen gerecht wird? Lest selbst.

Das in mehrere Akte zu je drei Kapiteln unterteilte Spiel beginnt mit der Belagerung Spartas. Der Spieler übernimmt dabei die Rolle eines namenlosen Spartaners, der die Stadt vor der Erstürmung retten soll. Das erste Kapitel dient als Tutorial, in dessen Verlauf die wichtigsten Funktionen erläutert werden.

Zum einen wäre da natürlich die grundlegende Steuerung des Spartaners. Im Prinzip gibt es nur zwei verschiedene Schlagarten, die allerdings mit Hilfe von Kombos und Spezialhieben verschiedenste Einsatzmöglichkeiten erhalten. Neben dem simplen Haudrauf für kurze Distanzen kann der Kämpfer noch eine Art Schwinger einsetzen, der gleich eine Reihe von Gegnern

gleichzeitig trifft. Darüber hinaus kann ein Schild sehr effektiv zum Blocken von Schlägen oder Pfeilen bzw. zum Wegschubsen der Feinde eingesetzt werden - so denn eines zur Hand ist. Außerdem kann der schlagkräftige Spartaner natürlich auch Springen, was zu besonderen Attacken auf schildgeschützte Feinde genutzt werden kann. Als weitere Alternativ-Waffe können und müssen teilweise auch Bögen eingesetzt werden, deren Pfeile gegen einzelne Ziele oder gleich gegen bis zu fünf Feinde gleichzeitig gerichtet werden können.

Brandpfeile können dazu eingesetzt werden, Behälter mit Sprengstoff zur Explosion zu bringen und damit interaktiv ins Spielgeschehen eingebunden werden. Wer Verletzungen davonträgt, kann seine Lebensenergie (und den Energiepool für Spezialangriffe) an speziellen Schreinen wiederauftanken, die fair in der Umgebung verteilt sind.

Das Kampfgeschehen konzentriert sich aber nicht nur auf das Dahinschlachten von endlosen Massen an Feinden, oft gibt es

Spartan - Spartanisches Gemetzel? Keineswegs!

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mehrere parallel ablaufende Aufgabenstellungen. So muss im Tutorial zunächst der Einfall der römischen Belagerer verhindert und anstürmende Infanterie abgewehrt werden. Außerdem sollen aber auch die eigenen Sprengmeister beschützt werden, die nach einiger Zeit die Belagerungstürme der Römer sprengen wollen.

Ein Kapitel später muss der Aggressor nicht nur am Zerstören eines Tores der Stadt gehindert werden, der Spartaner soll nebenher auch noch seinen König beschützen, der sich ebenfalls in die Schlacht wirft. So ganz nebenbei muss schließlich noch dafür gesorgt werden, dass regelmäßig ein Seitentor geöffnet wird, um Verstärkung heranzuschaffen. Das alles sorgt für ein rasantes und meist abwechslungsreiches Spielgeschehen, auch wenn es im Grund nur darum geht, ein blutiges Gemetzel unter den Feinden anzurichten. Besiegte Feinde verschwinden übrigens nicht nach wenigen Sekunden, sondern bleiben schön brav liegen. So kann sich der Spieler nach den Schlachten ansehen, was für virtuelle Leichenberge seinen Weg pflastern.

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Im Verlauf des Spiels werden immer wieder kleinere und größere Aufgaben eingestreut, die das Gameplay auflockern sollen. Im dritten Kapitel muss beispielsweise das Haupttor der Stadt verteidigt werden, außerdem rückt die riesige Angriffsmaschine Talos heran, der mit dem Abschuss dreier Ballisten zerstört werden soll. Gleichzeitig muss aber auch heißes Öl auf die Angreifer gekippt werden und so ganz nebenbei muss man sich auch noch anstürmender Römer erwehren, die über die Mauern klettern.

Damit es nicht zu chaotisch wird, gibt es verbale und visuelle Anweisungen, die den Spieler darauf aufmerksam machen, was gerade zu tun ist. Den Überblick zu behalten fällt aber allein aufgrund der großen Masse an Gegnern nicht leicht. Teilweise rennen schier unaufhörliche Wellen von Römern, später auch anderen Feinden wie z. B. Barbaren oder auch Untoten und Skelette, gegen uns an. Untoten muss schließlich auch noch der Gnadenstoß versetzt werden, damit sie vollends vernichtet sind.

Um sich erfolgreich gegen die Feinde behaupten zu können, hat der Spartaner einige durchschlagskräftige Argumente. Neben den beiden Grundangriffsarten sammelt sich durch Treffer an Feinden eine Art Wutpool an, der für spezielle Rundum-Angriffswirbel, die in Zeitlupe ablaufen, oder auch besonders starke Einzelangriffe verwendet werden kann. So lassen sich auch ein halbes Dutzend Feinde gleichzeitig ausschalten. Außerdem kann mit jeder Waffe, die mit der Zeiterobert wird, ein spezieller magischer Angriff ausgelöst werden. Beispielsweise lässt sich mit dem Schild der Medusa, das man nach ihrer Vernichtung erhält, ein Bannstrahl erzeugen, der alle Feinde in der Umgebung zu Steinsäulen verwandelt - wenn auch nur für wenige Sekunden.

Diese Zeit reicht aber aus, um vielen Gegnern den Garaus zu machen. Um magische Angriffe zu initiieren, muss ein zweiter Kräftepool aufgeladen werden. Mit diesen beiden Spezialangriffen lassen sich auch große Massen an Feinden effektiv bekämpfen. Das ist aber auch nötig, denn es ist keine Seltenheit, dass Hunderte von Feinden in einem Level vernichtet werden müssen. Zur Orientierung steht dem Spieler eine Mini-Map zur Verfügung, die wichtige Orte farblich markiert. Trotzdem ist es nicht immer einfach die Ziele eindeutig auszumachen und zeitlich befristete Aufgaben rechtzeitig zu erledigen.

Glücklicherweise wird der Fortschritt regelmäßig an so genanntenKontrollpunkten automatisch gespeichert, so dass ein Scheitern nicht weiter störend ins Gewicht fällt. Die Bossgegner an den Kapitelenden erfordern jeweils eine bestimmte Kampftaktik und sind teilweise richtig harte Brocken.

Zur Belohnung für deren Vernichtung gibt es neue Waffen, zwischen denen dann jeweils per Knopfdruck gewechselt werden kann - je nach Situation pflügt man sich dann mit dem Zweihänder durch die Heerscharen des Bösen oder verwendet das Schild zum Schutz gegen Bogenschützen. In der Waffenkammer landen z. B. das Schild der Medusa und der Speer des Achilles. Das Gameplay ist zwar meist linear aufgebaut, mehrere Lösungsmöglichkeiten sind nicht vorgesehen.

Trotzdem erlauben sie dem Spieler aufgrund ihrer Weitläufigkeit manchmal auch, das eine oder andere kleine Geheimnis aufzudecken. So sind überall Schatztruhen mehr oder weniger gut versteckt. In ihnen befinden sich neben Pfeil-Munition für Bögen, auch Extras, wie zusätzliche Bildergalerien und Boni für den Arena-Modus des Spiels, der als reiner Survival-Mode mit Highscore-Liste konzipiert ist. Einen Multiplayer oder Koop-Modus hat das Spiel nicht. Ab und zu enthalten die Kisten aber auch Sprengfallen, Aufmerksamkeit ist also unabdingbar.

Am Ende von bestimmten Missionen erhält der Spieler "Gunst der Götter"-Boni. Dabei handelt es sich schlichtweg um sechs verteilbare "Charakter"-Punkte, die in "Gesundheit", "Schaden" und "Stärke" der Spielfigur investiert werden können. Schon recht schnell füllt sich der jeweilige Balken bis zum Anschlag und der Spartaner steigt in den Rang eines Helden auf, was sich in einer golden glänzenden Rüstung auch visuell widerspiegelt. Später kann man sogar zur Legende werden. Die steigenden Fähigkeiten des neuen Helden sind aber auch bitter nötig, denn mit fortschreitender Spielzeit wächst nicht nur die Anzahl der sich ihm entgegenstellenden Feinde, sondern auch ihre Cleverness, Widerstandfähigkeit und Kampftaktik erhöht sich sukzessive. Im späteren Verlauf stellen sich z. B. auch Assassinen in den Weg oder schwergepanzerte Zenturios fordern ihren Tribut. Blind gegen die Masse der Feinde anzurennen führt daher ins Verhängnis. Der Einsatz der verschiedenen, aber glücklicherweise gut durchdachten und aufeinander aufbauenden, Fähigkeiten des Spartaners ist also durchaus wichtig. Ganz alleine muss aber auch unser Held nicht immer um den Fortbestand des antiken Griechenland kämpfen. Auf seinem Weg nach Troja und andere antike Stätten und Städte begleiten ihn neben drei Weggefährten auch teilweise griechische Truppen, die bei großen Schlachten dazustoßen. Allerdings agieren die Kameraden vollkommen autark und lassen sich keine Befehle geben oder anderweitig steuern.

In visueller Hinsicht ist das Spiel eher Durchschnittsware. Insgesamt wirkt die Grafik ein wenig zu matschig und detailarm, aufgrund des rasanten Gameplays und der schnellen Aufgabenfolge bleibt aber ohnehin kaum einmal Zeit zum Durchschnaufen und zum Betrachten der Umgebung.

Die ist aber abwechslunsgreich genug, um nicht langweilig zu werden und stellt die jeweiligen Szenarien und Gebäude zufriedenstellend dar. Jedes Kapitel bietet also genug antiken Mörtel, um im großen Zusammenhang die richtige Atmosphäre aufkommen zu lassen. Die Animationen der Spielfiguren sind gekonnt in Szene gesetzt, auch wenn sich natürlich im Verlauf des Spiels einiges wiederholt. Vor allem Endgegner haben aber einige interessante Tricks auf Lager und lassen buchstäblich die Erde erzittern. Die Sounduntermalung ist ebenfalls nicht überragend, passt sich aber dem Ambiente gut an, bzw. fällt zumindest nicht störend ins Gewicht, wobei es einige kleine Soundfehler gibt. Das trifft auch auf die Effekte zu, die das Kampfgeschehen exakt, aber nicht pompös wiedergeben.

Pro&Contra

Wertung im Schnellüberblick:

Pro:
+ simples, aber rasantes Gameplay + epische Hintergrundstory + leichte Steuerung

Contra:
- Grafik nur durchschnittlich - zu linearer Spielablauf - kein Multiplayer

Fazit-Start:
Spartan - Total Warrior macht Spaß, viel Spaß sogar. Sich als heldenhafter Spartaner durch Massen an Feinden zu metzeln und dazu die überschaubaren und gut austarierten Fähigkeiten des antiken Helden zu nutzen, wird zu keiner Zeit langweilig und sollte keinesfalls mit einer hirnlosen Monstermetzelei verwechselt werden.

Die Entwickler haben immer wieder verschiedene epische Aufgabenstellungen ins Gameplay eingebaut, die den Spieler auf Trab halten und ihn dazu zwingen, verschiedene Taktiken anzuwenden wenn es daran geht, sagenhafte

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Pro:
+ simples, aber rasantes Gameplay + epische Hintergrundstory + leichte Steuerung

Contra:
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Fazit-Start:
Spartan - Total Warrior macht Spaß, viel Spaß sogar. Sich als heldenhafter Spartaner durch Massen an Feinden zu metzeln und dazu die überschaubaren und gut austarierten Fähigkeiten des antiken Helden zu nutzen, wird zu keiner Zeit langweilig und sollte keinesfalls mit einer hirnlosen Monstermetzelei verwechselt werden.

Die Entwickler haben immer wieder verschiedene epische Aufgabenstellungen ins Gameplay eingebaut, die den Spieler auf Trab halten und ihn dazu zwingen, verschiedene Taktiken anzuwenden wenn es daran geht, sagenhafte