Space Colony (PC-Test)
von Manfred Duy

Glauben Sie bloß nicht, dass es auf einer Weltraumstation so viel anders zugeht als bei uns. Hier wie dort führen die Bewohner ein recht ödes Leben, welches nur durch zwischenmenschliche Konflikte und unerwünschte Besucher etwas Abwechslung bietet.

Wie könnte wohl die Geburtsstunde von Space Colony ausgesehen haben? Vielleicht so: Wie jeden Abend treffen sich die Entwickler von Firefly ("Stronghold"), um sich in aller Gemütsruhe die Beziehungssimulation The SIMS reinzuziehen, bis es schließlich einem auffällt, dass dort eigentlich herzlich wenig passiert.

Ähnlich wie in den furchtbar öden deutschen TV-Krimis geht es bei den SIMS letztlich auch nur darum, alte Familienkonflikte aufzuwärmen respektive neue zu erfinden - und das ist nun mal nicht jedermanns Sache. Die naheliegende Frage für die Feuerfliegen lautete also: Wie könnte man das kreuzbrave Beziehungsgequatsche von The SIMS ein wenig aufpeppen? Genügt es da wirklich, die familiäre Ödnis mit ein paar Finsterlingen aufzulockern, wie es die besagten deutschen Krimiautoren vormachen? Klare Antwort: Nein, da muss es schon ein wenig mehr sein.

Vom Ideenklau zum Eigenbau
Also verfrachtete Firefly das biedere Urkonzept erst mal ins Weltall, denn das klingt doch schon mal ziemlich ausgeflippt. Hat es doch der normale Sternensiedler bekanntlich nicht nur mit spießigen Handtaschenräubern, sondern gleich mit bösartigen Aliens zu tun. Auch bieten die unzähligen Planeten, die dort draußen (wo ja bekanntlich die Wahrheit sein soll) nutzlos herumgammeln unterschiedlichste Klimazonen samt zugehöriger Flora und Fauna.

So, das war schon mal ziemlich originell, und wie bringen wir noch ein wenig Interaktion in das ganze Gesummse? Hmm, wo wir doch schon so schön von Maxis abgekupfert haben, übernehmen wir doch gleich noch von deren Klassiker Sim City die Idee eines städtischen Aufbaus mit Wohnhäusern, Industrieansiedlungen, Vergnügungszentren und Rohstoffgewinnung.

So das müsste jetzt aber ausreichen, denn wir haben Spannung (Aliens), Simulation (Siedlungsbau) sowie Gschaftelhuberei (Rohstoffe, Tourismus) und all diese Elemente sollten doch das ansonsten dominierende, zwischenmenschliches Geseier einigermaßen erträglich gestalten. Halt, eines fehlt noch, nämlich der Humor.

Aber kein Problem, verpassen wir doch den insgesamt 20 Kolonisten individuelle Bewegungen, ulkige Hobbies sowie vor allem lustige Dialektstimmen.

Space Colony - Aufbaustrategie im Weltall! Errichten Sie eine Kolonie im Weltraum! Manfred Duy sagt Ihnen was Sie erwartet...

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Wenn wir also all diese Elemente mal zusammenschmeißen, was kommt dabei raus? Ein Mischmasch sattsam bekannter Spielelemente, die aber immerhin in dieser Zusammenstellung noch nicht zu sehen waren.

Viel Abwechslung, wenig Spannung
Ihre Aufgabe ist in groben Zügen zweigeteilt. Zum einen müssen Sie auf einem fernen Planeten eine isometrische Siedlung errichten, die sich leider weder zoomen noch drehen lässt. Dazu platzieren Sie per simplem Mausklick rund 100 oftmals gigantisch große Gebäudetypen wie etwa ein Matratzenlager, eine Kantine, eine Dusche und eine Arztpraxis, stellen riesige industrielle Bauten in die karge Landschaft, um damit Sauerstoff, Energie und

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Rohstoffe zu gewinnen und errichten Vergnügungsbauten von der Disko bis zur Sauna, um damit Touristen anzulocken. Diese Siedlungen werden immer wieder mal von ulkig anzuschauenden und in rund zwei Dutzend Sorten vorrätigen Aliens attackiert, die es mit Schutzmaßnahmen wie Lasertürmen und Kampfrobotern abzuwehren gilt. So wild und hektisch sind allerdings all diese Arbeiten und Attacken auch wieder nicht, so dass Sie weit mehr als genug Zeit haben werden, sich um Ihre zweite und eigentliche Aufgabe zu kümmern, nämlich die besagten zwischenmenschlichen Beziehungen.

Jeder Ihrer 20 Leute besitzt eine eigenständige Persönlichkeit, hegt Vorlieben und Abneigungen gegenüber anderen Crewmitgliedern und besitzt vor allem massenhaft Bedürfnisse, etwa nach Geld, Kommunikation, Schlaf, Essen oder Freizeitgestaltung.

Zwischenmenschlicher Konfliktstoff
Ihre Hauptaufgabe besteht also ähnlich wie bei den SIMS darin, dafür zu sorgen, dass das gesamte Team gut miteinander klar kommt und eitel Freude das Weltall beherrscht. Und das geht so: Wenn etwa einer Ihrer Leute Hunger hat, schicken Sie ihn in die Kantine. Falls sich jemand einsam fühlt, beordern Sie ihn zum Smalltalk mit einem befreundeten Kolonisten, sollte einer den Weltallkoller bekommen, geht´s ab zum Psychodoktor oder gar in die Arrestzelle.

Und was macht man nur, falls sich einer dreckig fühlt? Bingo, man schickt ihn unter die Dusche. Und Sie müssen all Ihre Leute bei Laune halten damit deren Leistungsfähigkeit nicht abnimmt.

Denn all Ihre Kolonisten sind zwar lernfähig, aber halt unterschiedlich befähigt in den einzelnen Bereichen wie der Energiegewinnung, der Nahrungsproduktion, der Reparatur oder der Medizin. Auch kommen die Leute untereinander unterschiedlich gut miteinander aus, was es natürlich bei der Aufgabenvergabe zu berücksichtigen gilt.

Arbeiten und arbeiten lassen
Um für Nahrungsnachschub zu sorgen, müssen Sie auf dem Planeten ein Pflanzenfeld finden, dort eine Erntemaschinenfabrik hinsetzen und einen Kolonisten dazu abkommandieren, sich darum zu kümmern - was er denn auch macht, bis Sie ihm einen anderen Befehl erteilen oder dieser aufgrund eines Mangels an Schlaf, Hygiene, Essen oder sozialen Kontakten durchdreht. In solchen Fällen meldet sich ein überdeutliches Frühwarnsystem in

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Form von eingefärbten Gesichtern, Icons über den Häuptern der Kolonisten und damit´s auch wirklich jeder rafft, kommt dazu auch noch eine Sprachsequenz wie: "Ich bin müde". In diesem Fall schicken Sie die Schnarchnase einfach ins Bett. Nach einem Weilchen ist er wieder quietschfidel und macht sich wieder an die Arbeit.

So läuft es bei Space Colony übrigens immer, wenn Ihre Tatkraft mal gefragt sein sollte: Ein Problemchen taucht auf, Sie klicken ein, zwei mal mit der Maus und lehnen sich danach entspannt zurück um das weitere Geschehen zu beobachten. Bis irgendwann das nächste kleine Problemchen auftaucht - was je nach gewählter Schwierigkeitsstufe durchaus dauern

kann und den Spieler solange in einen Fernsehzuschauer verwandelt.

Immer mit der Ruhe
Diese Beamtenweisheit gilt sogar für die Alienattacken: Wenn Sie erst mal Ihre Verteidigungssysteme wie etwa Lasertürme, Minen, Robotersoldaten oder Wachposten errichtet haben, schmettern diese völlig selbstständig die wenigen außerirdischen Angriffe ab, Ihnen bleibt solange die bewährte ZEN-Übung "Zuschauen", "Entspannen", "Nachdenken".

Was allerdings schon halbwegs in Ordnung ist, denn die detailreich und originell gestaltete Szenerie ist schon schön anzuschauen und schließlich gibt es ja mit den Aliensoder der einen oder anderen kleinen Umweltkatastrophe auch immer wieder mal was zu Staunen. Außerdem bietet die Space Colony eine Kampagne mit 24 Missionen samt unterschiedlicher Zielsetzung wie etwa Basisausbau, Gewinnmaximierung, Touristenanlockung oder Alienabschmetterung sowie dank eines integrierten Editors die Möglichkeit eigene Welten zu erschaffen.

Dazu kommt eine Handvoll Einzeleinsätze unterschiedlichster Schwierigkeitsstufe und last but not least die Möglichkeit Zusatzszenarien aus dem Internet herunterzuladen. Reichlich Spiel wird also immerhin geboten, auch wenn sich die Einzelmissionen trotz Zeitlimits, Alienattacken und Meteoritenhagel unter dem Strich nicht allzu sehr voneinander unterscheiden.oder der einen oder anderen kleinen Umweltkatastrophe auch immer wieder mal was zu Staunen. Außerdem bietet die Space Colony eine Kampagne mit 24 Missionen samt unterschiedlicher Zielsetzung wie etwa Basisausbau, Gewinnmaximierung, Touristenanlockung oder Alienabschmetterung sowie dank eines integrierten Editors die Möglichkeit eigene Welten zu erschaffen.

Dazu kommt eine Handvoll Einzeleinsätze unterschiedlichster Schwierigkeitsstufe und last but not least die Möglichkeit Zusatzszenarien aus dem Internet herunterzuladen. Reichlich Spiel wird also immerhin geboten, auch wenn sich die Einzelmissionen trotz Zeitlimits, Alienattacken und Meteoritenhagel unter dem Strich nicht allzu sehr voneinander unterscheiden.oder der einen oder anderen kleinen Umweltkatastrophe auch immer wieder mal was zu Staunen. Außerdem bietet die Space Colony eine Kampagne mit 24 Missionen samt unterschiedlicher Zielsetzung wie etwa Basisausbau, Gewinnmaximierung, Touristenanlockung oder Alienabschmetterung sowie dank eines integrierten Editors die Möglichkeit eigene Welten zu erschaffen.

Dazu kommt eine Handvoll Einzeleinsätze unterschiedlichster Schwierigkeitsstufe und last but not least die Möglichkeit Zusatzszenarien aus dem Internet herunterzuladen. Reichlich Spiel wird also immerhin geboten, auch wenn sich die Einzelmissionen trotz Zeitlimits, Alienattacken und Meteoritenhagel unter dem Strich nicht allzu sehr voneinander unterscheiden.