Die rektakuläre Zerreißprobe ist ein anspruchsloses RPG im South Park-Gewand – genau wie sein Vorgänger. Mehr muss man eigentlich nicht wissen, oder doch?

Ein kleiner Vorgeschmack gefällig?

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Cartman a.k.a „The Coon“ versucht eine entlaufene Katze aufzuspüren, weil 100 $ Finderlohn winken. Mit der Kohle möchte er sein eigenes Superhelden-Franchise finanzieren, aber zuerst braucht er mehr Social Media-Follower. Weil Ihr gerade erst nach South Park gezogen und neu in der Clique seid, unterstützt Ihr den dicken Sympathieträger.

South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe - Jenseits der Schmerzgrenze

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South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe im Test - Werdet ihr alle Follower finden?
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Auf Follower-Suche durchstreift Ihr South Park und bittet Mitbürger um gemeinsame Selfies. Einige stimmen sofort zu, doch in der Regel müsst Ihr eine Gegenleistung erbringen. Stans Großvater, der an den Rollstuhl gefesselt ist, wünscht sich beispielsweise nichts sehnlicher als ein Kondom. Wofür er das braucht, wird hier natürlich nicht verraten. Ihr rennt also herum, erfüllt Cartmans Aufträge sowie die Wünsche eurer potentiellen Follower.

Zwischendurch werdet Ihr mit unterschiedlichen Gegnertypen konfrontiert: Perverse Pfaffen, idiotische Rednecks, Superbösewichter, Sechstklässler und so weiter. Glücklicherweise sind es keine Zufallskämpfe, die Euch aufgezwungen werden. Die Bad Guys sind normal sichtbar in der Stadt unterwegs und bei Körperkontakt wird in den Kampfbildschirm gewechselt. Ihr könnt euren Kontrahenten also aus dem Weg gehen, wenn Euch nicht nach Stress zumute ist. Witzig: Gebt ihr einem Gegner eine Kopfnuss, dürft ihr im Battle Screen den ersten Zug machen. Furzt ihr Bad Guys vorher an, gehen diese geschwächt in die Schlacht.

South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe - Jenseits der Schmerzgrenze

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Der Duft des Kampfes liegt in der Luft
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THE FART OF FIGHTING

Das rundenbasierte Kampfsystem wurde im Vergleich zum Vorgänger etwas aufgebohrt. Ihr könnt die einzelnen Team-Mitglieder nun auf einem Raster bewegen, beispielsweise, um starken Auflade-Attacken auszuweichen. Außerdem müssen eure Helden erst in die richtige Position gebracht werden, bevor sie Gegner angreifen können. Trotz dieser Verbesserungen bleibt die RPG-Mechanik ziemlich anspruchslos. Würde man nicht in regelmäßigen Abständen neue Fähigkeiten oder neue Mitstreiter erhalten, wäre die Luft sehr schnell raus.

Der Begriff „Fäkalhumor“ ist hier wörtlich zu nehmen, denn erstens erwartet Euch bei jeder Toilette ein Abseil-Mini-Spiel und zweitens gehört Furzen zu den wichtigsten Skills. Ihr setzt ganze Feindesgruppen mit einer Feuerfurzspezialattacke außer Gefecht und könnt via Pups sogar die Zeit anhalten. Klar ist das albern und niveaulos, aber es gibt ja auch jede Menge intelligenter und sozialkritischer Gags, die das wieder ausgleichen.

EINFACH LAUFEN LASSEN

Was mir bereits nach der ersten Stunde auf den Senkel ging, ist die ständige Rennerei. Eine Schnellreisefunktion existiert zwar, dennoch hatte ich das Gefühl, dauernd nur von A nach B zu laufen. Wenn Geralt in The Witcher 3 durch die Spielwelt streift, bekommt das Auge etwas geboten. Eine lebendige Spielwelt mit riesigen Ausmaßen, die zum Entdecken einlädt. Der Weg wird zum Ziel. In South Park hampelt Ihr aber durch eine statische 2D-Kulisse auf Kindergarten-Niveau. Echte Schauwerte fehlen und ausgiebiges Erkunden wird nicht wirklich belohnt. Im Laufe des Spiels erlernt man zwar Skills, die neue Interaktionsmöglichkeiten mit der Umgebung ermöglichen, aber spielerisch bieten diese keinen Mehrwert.

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Im neuen South-Park-Teil entscheidet die Hautfarbe eurer Figur über die Schwierigkeit im Spiel
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Hier und da lassen sich Objekte anklicken und nach Items durchsuchen. Diese Fundsachen eignen sich als Crafting-Materialien, aber bei mir sammelte sich tonnenweise Zeug im Inventar an, das nie benötigt wurde. Vielleicht sieht es auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad anders aus. Apropos: Auf der einfachsten Stufe wird Die rektakuläre Zerreißprobe zum Schnarchfest, da jegliche Herausforderung flöten geht. „Easy“ versetzt dem ohnehin anspruchslosen Gameplay quasi den Todesstoß.

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Fassen wir zusammen: Die Spielmechanik ist simpel, die Umgebung statisch und langweilig. Warum sollte man South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe also überhaupt spielen? Ganz einfach: Wegen der Inszenierung! Das Spielt fühlt sich an wie eine mehrteilige TV-Episode an. Man spürt jede Sekunde, dass die South Park-Erfinder Matt Stone und Trey Parker höchstpersönlich ihre Finger im Spiel hatten. Keine Kompromisse. Sogar die Originalsprecher sind an Bord und damit meine ich nicht nur die englischen, sondern auch die deutschen Synchronstimmen. Das nenne ich echten Fan-Service.