Gestern teilte Kotaku die Nachricht, dass die Hautfarbe eures Spielcharakters in South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe den Schwierigkeitsgrad des Spiels definieren würde. So würden weiße Charaktere eine “besonders leichte” Spielerfahrung haben, wer hingegen einen Schwarzen als Avatar auswählt, wählt gleichzeitig den härtesten Schwierigkeitsgrad. Mittlerweile hat Ubisoft beteuert, der Schwierigkeitsgrad würde sich nicht wirklich ändern, die Meinung zu diesem Gag ist dennoch gespalten. Auch bei der Gamona-Redaktion. Zwei Meinungen.

South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe - Beendet "Für Nippopolis" und erhaltet "Gerald auf Drogen"12 weitere Videos

Marina Hänsel:

„Satire ist immer bitterböse. South Park macht auch in der Serie vor keinem schwierigen Thema halt; es kritisiert US-amerikanische Präsidenten, Weltpolitik, Rassismus, geht auf den Konsum von Drogen ein und behandelt auch kleine Themen wie das Erwachsenwerden. Nicht jeder kann darüber lachen, doch: Über Satire werden Themen angesprochen, die andere vielleicht lieber verschweigen wollen. Indem wir auf der einen Seite lachen, macht sich ein wachsenden Unbehagen in unserer Magengegend breit ... dürfen wir überhaupt darüber lachen? Ist es Quatsch, was hier erzählt wird, oder entspricht es der Realität?

South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe - Schwierigkeitsgrad verändert Hautfarbe - geht das zu weit?

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Der Übeltäter im Bild. Quelle
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Meines Erachtens geht South Park hier keineswegs zu weit. Die Realität sieht nämlich
exakt so aus, auch im Westen: Je dunkler eure Haut, je schwieriger wird euer Leben. Dumme Kommentare fallen, die Polizei wird eher auf euch aufmerksam. Jobs sind schwieriger zu haben. Manche Leute halten euch für dümmer oder gehen direkt davon aus, das ihr kein Deutsch sprecht. Aber es sind auch die kleinen Dinge, wie ängstliche Blicke in der U-Bahn. Hat der eine Bombe dabei? Mit einer hellen Haut bemerken wir das natürlich nicht.

Satire macht uns mit einer bösen Übertreibung darauf aufmerksam, was schief läuft – South Park ist ein Meister darin. Deswegen ist die Regelung des Schwierigkeitsgrades im Spiel eher ein Schritt nach vorn, als nach hinten. Kein Rassismus, sondern ein Fingerzeig auf den Rassismus, der tagtäglich Millionen von Menschen begleitet.“

Packshot zu South Park: Die rektakuläre ZerreißprobeSouth Park: Die rektakuläre ZerreißprobeRelease: PC, PS4, Xbox One: 17.10.2017 kaufen: Jetzt kaufen:

Darius Matuschak:

Auf den ersten Blick ist diese Entscheidung eigentlich ein bisschen clever. Sie zeigt gerade weißen Spielern einen Spiegel der Gesellschaft in der sie leben, wenn sie sich in einem westlichen Land befinden. Dann allerdings darf man sich die Frage stellen: Was ist, wenn ein Schwarzer, der innerhalb der Welt der Videospiele eh kaum wahrgenommen wird, das Spiel nicht auf dem schwersten Schwierigkeitsgrad spielen und sich trotzdem repräsentiert sehen möchte? Was erst wie ein netter Gag wirkt, entpuppt sich schnell als Witz auf Kosten der betroffenen Minderheit.

Man kann diese Entscheidung als clevere Kritik an der Gesellschaft sehen, aber dafür fehlt es der Serie meiner Meinung nach an Tiefe. South Park will Probleme nicht ergründen sondern bestenfalls darstellen, kratzt hier, wie auch sonst, nur an der Oberfläche um einen Aufschrei und gegebenenfalls ein paar Lacher zu generieren.

Insgesamt bewegt sich South Park damit auf dem “kritischen Niveau” eines Chris Tall. Darf South Park das? Ja, aber ist halt total plump, lahm und in der Praxis auch nur ein Gag auf Kosten einer Minderheit. Langweilig. Next!

Das waren die Meinungen der beiden Gamona-Redakteure Marina und Darius zu dem Thema. Was ist eure Meinung zu dieser Entscheidung?