Fans des guten alten Prügelspielgenres erleben derzeit eine lange Durststrecke. Der letzte „Street Fighter“-Teil ist schon uralt, Dead or Alive ist längst verstaubt und auch Mortal Kombat und Tekken müssen dringend generalüberholt werden. Mit Soul Calibur IV hat das Warten nun endlich ein Ende, denn was euch hier erwartet, zählt mit zum Besten, was das actionlastige Genre zu bieten hat. En garde!

Knallhart getestet in Bildund Ton: Das gamona Video Review zu Soul Calibur IV findet ihr hier!

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Bereits der letzte Teil der „Soul Calibur“-Serie sorgte auf Xbox und Playstation 2 für große Begeisterung. Die Mischung aus einem komplexen und zugleich einsteigerfreundlichen Kampfsystem, einer farb- und effektreichen Präsentation und spektakulären Animationen ließ nicht nur bei Genrefans das Wasser im Mund zusammenlaufen. Soul Calibur III wirkte wie ein prächtiges Schwert, das mit viel Sorgfalt geschmiedet wurde.

Soul Calibur 4 - Grandios: Teil 4 der Prügelserie lehrt die Konkurrenz das Fürchten

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Schicke Effekte vor malerischen Hintergründen – Soul Calibur IV sieht sehr gut aus!
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Genau hier knüpft der Nachfolger nun an, der die Serienhighlights mit völlig neuen Features verknüpft. Eine der wichtigsten Fragen bei der Beurteilung eines Prügelspiels ist sicherlich die nach dem Aufgebot der Akteure. Insgesamt 34 Kämpfer und Kämpferinnen, die allesamt über individuelle Waffen verfügen, stehen bereit. Dabei werden Fans der Serie nicht nur auf alte Bekannte wie Voldo, Cassandra, Cervantes, oder Nightmare stoßen, sondern auch viele neue Gesichter entdecken. Die prominentesten Vertreter sind dabei wohl Darth Vader (PS3) und Yoda (Xbox 360), die dem ansonsten eher altertümlichen Szenario eine futuristische Note verleihen.

Wem die Anzahl an Kämpfern nicht reicht, der greift auf einen erstmals in einem Prügelspiel wirklich rundum gelungenen Charaktereditor zurück. Nachdem ihr euch für ein Geschlecht entschieden habt, wählt ihr den Kampfstil, auf den eure Neuschöpfung zurückgreifen soll. Dabei könnt ihr jeden Stil der 34 Standardcharaktere wählen, was gleichzeitig eine entsprechende Waffengattung mit sich bringt. Von der Anatomie über die Frisur, Haar- und Augenfarbe, zahlreichen Ausrüstungsgegenständen, Stimmart und -höhe über individuelle Fähigkeiten bis hin zum Namen lässt sich alles individualisieren.

Packshot zu Soul Calibur 4Soul Calibur 4Erschienen für PS3 und Xbox 360 kaufen: Jetzt kaufen:

„Ring Out“ mit Hindernissen

In punkto Spielmodi ist die Auswahl leider nicht ganz so üppig. Ein Story-Modus geht oberflächlich auf die Geschichte der verschiedenen Charaktere ein, ist jedoch pro Kämpfer bereits nach rund 20 Minuten beendet und belohnt euch nur mit einem kurzen, dafür aber individuellen Abspann. Ähnlich spielt sich der Arcade-Modus, bei dem ihr acht Kämpfe in Folge bestreitet und am Ende den Dämonen „Algol“ bezwingen müsst.

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Alte Bekannte mischen ebenso mit wie gänzliche neue Kämpfer.
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Etwas interessanter ist da schon der „Schicksalsturm-Modus“, bei dem ihr euch durch 22 Etagen prügelt und dabei häufig auch auf mehrere Gegner trefft. Damit das ganze nicht unfair wird, dürft ihr euch auch mit zwei Charakteren eurer Wahl ins Getümmel stürzen und per Knopfdruck zwischen den beiden Haudegen wechseln. Der große Vorteil liegt darin, dass sich der inaktive Charakter erholt, solange sein Kollege die Waffe schwingt. Motivierend ist auch, dass sich in jeder Ebene des Turms Schätze wie neue Kleidungsstücke verbergen, die ihr durch bestimmte Aktionen freispielt – welche Aktionen das sind, müsst ihr allerdings selbst herausfinden.

Damit ihr euch mit dem Kämpfer eurer Wahl vertraut machen könnt, bietet Soul Calibur IV zudem einen Trainingsmodus. Hier könnt ihr alle Moves des ausgewählten Kämpfers komfortabel üben und sie euch auf Wunsch auch vorführen lassen. Habt ihr die wichtigsten Manöver verinnerlicht, geht es raus in die Arena.

Rundum gelungene Fortsetzung der großen Soul Calibur-Reihe. Dank Onlinemodus, 34 Charakteren und toller Technik ein echter Hit!Fazit lesen

Grafisch zieht Soul Calibur IV nahezu alle Register – eindrucksvolle Schauplätze, schick gestaltete, butterweich animierte Charaktere und tolle Effekte dominieren das Gesamtbild. Vereinzelte Clippingfehler und häufig nur schwer überwindbare Ringgrenzen schmälern den ansonsten hervorragenden Eindruck.

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Auch die üppig bestückten Damen teilen ordentlich aus.
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Bei vielen der hübschen Kampfschauplätze habt ihr die Möglichkeit, euren Gegner aus dem Ring zu befördern. Dies ist jedoch nur mit bestimmten Moves möglich. So kam es häufig vor, dass wir unseren Gegner bereits an die äußerste Grenze des Rings getrieben haben und er wie von einer unsichtbaren Wand im Ring gehalten wurde, obwohl sich hinter ihm lediglich ein tiefer Abgrund befand. Erst bei bestimmten Attacken riss es den Kontrahenten endlich in die Tiefe.

Angriff ist die beste Verteidigung

Von diesem Problem abgesehen wirkt die gesamte Spielmechanik äußerst ausgereift. Die vielfältigen Kampfstile wurden hervorragend ausbalanciert und umfassen allesamt individuelle Stärken und Schwächen. Gegnerische Angriffe lassen sich nicht nur umgehen und blocken, sondern sie können bei gutem Timing auch unmittelbar gekontert werden.

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Meister Yoda darf leider nur auf der Xbox 360 zum Lichtschwert greifen.
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Wer zu defensiv agiert, wird bei Soul Calibur IV übrigens eine böse Überraschung erleben. Eure Deckung und Panzerung kann nämlich nach ausgiebiger Bearbeitung durchbrochen werden. Eine Reihe geblockter Angriffe führt dazu, dass sich ein Teil eurer Rüstung, die in drei Bereiche unterteilt ist, verabschiedet und somit eine Schwachstelle freilegt.

Neben den Rüstungseinbußen hat ein stark defensives Vorgehen womöglich noch schwerwiegendere Folgen. So kann es zu einem kompletten Seelenausfall kommen, der es dem Gegner erlaubt, zum kritischen und durchaus sehenswerten K.O. anzusetzen. Seid ihr dagegen am Drücker, sammelt ihr Energie zum Einsetzen spezieller Fähigkeiten. So können sich manche Kämpfer unsichtbar machen, sich heilen oder kurzfristig mit höherem Tempo oder mehr Durchschlagskraft agieren. Erstellt ihr euch einen eigenen Charakter, dürft ihr diese Fähigkeiten selbst zusammenstellen.

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Wer stellt sich diesem Koloss freiwillig in den Weg?
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Ein weiteres großes Plus stellt der gelungene Onlinemodus dar, mit dem ihr permanent Kämpfe gegen Kontrahenten auf der ganzen Welt bestreiten könnt. Ein Ranking-System gibt dabei stets Aufschluss über eure Entwicklung und hilft, geeignete Gegner zu finden. Genau wie beim geselligen Spiel an einer Konsole habt ihr dabei die Wahl zwischen einem normalen und einem Spezialmodus. Letzterer erlaubt Spezialfähigkeiten der Charaktere und bezieht die Auswirkungen besserer Waffen mit in das Spielgeschehen ein.