Soulcalibur 3 (PS2 Review)
von Nedzad Hurabasic

Schon vor etwa zehn Jahren begann das Abenteuer, das uns dieser Tage dazu verhilft mit Soulcalibur 3 (SC 3) eines der vielleicht besten Prügelspiele der letzten Jahre in den Händen halten zu dürfen. Damals veröffentlichte Entwickler Namco ein Spiel mit dem Titel Soul Edge für Arcade-Spielautomaten.

Im Laufe der Jahre hat sich aber die Spielereihe von den Arcade-Wurzeln emanzipiert und ist auch auf den Spielkonsolen veröffentlicht worden, wo der dritte Teil nun zunächst exklusiv für die Playstation 2 produziert wurde.

Soul Calibur 3 - Da gibt's was auf die Ohren: Wir haben den neuesten Soul Calibur Teil getestet

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Soulcalibur 3 ist kein gewöhnliches Beat 'em Up - wie seine Vorgänger auch konzentriert sich das Spielgeschehen auf Kämpfe mit Waffen aller Art. Große Schwerter, kurze, lange, Dolche, Nunchakos, Speere, Lanzen, Musikinstrumente und viele andere Waffen dienen als Mittel zum Zweck. Das heißt aber nicht, dass es nicht auch feinste artistische Martial Arts Nahkampf-Einlagen gäbe. Die Spielfiguren beherrschen auch einige Tritte und Würfe, die das Repertoire vervollständigen und dem Spieler weitere Handlungsoptionen an die Hand geben.SC 3 verfügt über eine ganze Reihe von Spielmodi, der zentrale Teil des Spiels konzentriert sich aber auf den Einzelspielermodus, der sich wiederum in einige Sub-Modi aufteilt. Das Herzstück des Spiels sind die so genannten "Seelengeschichten". Mit jedem der fast 30 Charaktere (von denen einige aber zunächst frei gespielt werden müssen), kann der Spieler ein individuelles Abenteuer erleben, bei dem es darum geht, das Schwert "Soul Edge" zu finden. Auch wenn sich einige Storyelemente bei jeder Spielfigur wiederholen, so gibt es doch genügend Wendungen und alternative Erzählstränge bei jedem Charakter, die das erneute Durchspielen durchaus interessant machen. Der größte Motivationsfaktor dürfte aber in der Möglichkeit liegen, weitere Charaktere freizuspielen.

Wer es schafft, alle Gegner aus dem Weg zu räumen und die Kämpfe siegreich zu gestalten, bekommt nicht nur die für jede Figur individuelle Endsequenz zu sehen, sondern kann auch - je nach Kampferfolg - eine ganze Reihe von neuen Features freischalten oder Goldstücke verdienen.
Zu den Features gehören neue Waffen, Arenen und weitere spielbare Charaktere. Für das Gold kann der Spieler im Shop neue Gegenstände, Waffen und Rüstungen kaufen, mit denen selbst erstellte Charaktere ausgestattet, bzw. auch Specials freigeschaltet werden können.

Auf dem Weg zum begehrten Schwert stellen sich dem jeweiligen Spielcharakter eine nicht festgelegte Anzahl von Gegnern in den Weg, abhängig davon, welchen Weg der Spieler beschreitet. Oft genug muss zwischen zwei Alternativen Routen entschieden werden. Jeder Kampf geht über einer Gewinn-Runde, wobei als letzter Gegner immer "The Abyss" wartet. Gelegentlich gibt es Spezial-Kämpfe, bei denen der Spieler alles bis dahin in der laufenden Seelengeschichte gesammelte Gold verlieren kann oder sich ein zusätzliches Taschengeld verdienen kann. Alle Fights gehen über jeweils nur eine Gewinnrunde, lassen sich aber beiliebig oft wiederholen. Eine Niederlage tut deshalb auch nicht wirklich weh.

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Das Gameplay ist mit jeder Figur anders, auch wenn natürlich die Grundbewegungen jeweils gleich sind. Es stehen wahrlich unzählige Techniken, Kombos, Moves und wahnwitzige Specials zur Verfügung, für deren Erlernen man einen Universitätsabschluss benötigt. Die Komplexität ist derart umfangreich, dass selbst das detaillierte Tutorial nur einen Teil der Möglichkeiten aufzuzeigen vermag. Jeder Button des Gamepads ist belegt und das führt zu verschiedensten Schnitt- und Schlagtechniken, Würfen, Tritten, Blöcken, Kontern und Anti-Konterattacken. Allerdings bleibt zu hoffen, dass die deutsche Version (zum Test lag die englische Fassung vor) über eine korrekte Beschreibung der Buttons verfügt.

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Für PlayStation gewöhnte Zocker ist es doch mehr als gewöhnungsbedürftig ständig umdenken zu müssen, wenn von den Tasten K, G, B oder A fabuliert wird. Das führt nicht nur zu sehr spektakulären Kämpfen, es hat auch zur Folge, dass aufgrund der sehr mächtigen Kombos die Fights teilweise sehr schnell vorüber sind. Manchmal liegt die eigene Spielfigur schneller am Boden, als man gucken kann.

Auf der anderen Seite läuft jeder Kampf anders ab und nichts ist vorhersehbar. Was auch daran liegt, dass die KI-Opponenten recht gut Kämpfen und sich nicht so einfach geschlagen geben.

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Die Animationen der Kämpfer ist hervorragend. Besser geht es beim jetzigen Stand der PS 2-Technik wohl kaum. Absolut flüssige Bewegungen lassen den Kampfsport-Fan mit der Zunge schnalzen.

Der zweite Singleplayer-Modus ist ein gewagter, aber nicht gänzlich gelungener Versuch: Eine Melange aus Strategie-, Rollen- und Kampfsportspiel. Dabei handelt es sich um "Die Chroniken des Schwertes", eine mehrere Missionen umfassende Kampagne, bei der der Spieler eigene Charaktere anlegen und mit ihnen spielen kann. Die Spielfiguren können dabei einem von vier Berufen angehören (Barbar, Dieb, Mönch, Tänzer), was sich auf seine Fähigkeiten und seinen Kampf-Stil auswirkt.Eine allzu große Auswirkung auf das Spiel hat die Auswahl jedoch nicht, da man nie nur mit einer Figur kämpft, sondern mit bis zu drei weiteren Teamkameraden, die in einem Auswahlmenü zum Einsatz befohlen werden können. Auf dem Spielfeld sind feindliche und befreundete Türme angeordnet, deren strategische Bedeutung sich darauf reduzieren lässt, als Wegmarker zu dienen, die den direkten Zugang zur Hauptfestung verwehren sollen. Das Ziel ("Siegbedingung") einer jeden Mission ist die Eroberung der feindlichen Festung, es müssen nicht unbedingt immer auch alle feindlichen Einheiten und Türme ausgeschaltet bzw. erobert werden, es bringt in der Abschlusswertung aber mehr Boni und damit Gold.

Treffen die eigenen Figuren auf offenem Feld oder an Türmen auf Feinde, so gibt es immer einen Entscheidungskampf, bei dem die jeweilige Anzahl an versammelten Spielfiguren bestimmt, wie viele Kämpfe (je eine Runde) absolviert werden müssen.Eine Figur, die einen Kampf verliert, muss für kurze Zeit auf die "Auswechselbank". Wurden alle Charaktere außer Gefecht gesetzt oder die eigene Festung eingenommen, ist die Mission gescheitert. Ob Sieg oder Niederlage - am Ende gibt es immer eine Auswertung, bei der auch eventuelle Goldpreise ausgeschüttet werden und neue, freigeschaltete Inhalte bekannt gegeben werden. Die eigenen Figuren erhalten für jeden Kampf Erfahrungspunkte, sodass sie mit der Zeit im Level aufsteigen. Schon früh kann es aber passieren, dass die eigenen Level 5 Charaktere gegen Level 60-Feinde antreten müssen. Das klingt nicht nur unfair, das ist es auch.

Nur wenn die eigenen Figuren die Position eines solch übermächtigen Feindes zugleich angreifen, gibt es eine Chance den Gegner mürbe zu kämpfen und mit vereinten Kräften (nacheinander) niederzukämpfen. Die Fights laufen dabei im bewährten Soulcalibur-Ambiente ab.

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Wer sich lieber ohne Storyhintergrund oder ohne strategische Fesseln in actiongeladenen Kämpfen versuchen will, dem steht außer dem Versus-Mode noch der Schnell-Kampf-Modus zur Verfügung. Dort verlangen verschiedene Aufgabenstellungen in der Seelenarena dem Spieler teilweise besonderes Geschick ab.

So kann der Spieler seine Feinde beispielsweise nur dann besiegen, wenn er sie gegen die Wand schleudert, gibt es Level oder in denen mehr Münzen gesammelt werden müssen als der Kontrahent (werden durch Schläge ausgeschüttet).Alle Aufgaben gibt es in verschiedenen Schwierigkeitsstufen, allerdings erst, nachdem sie in der einfachen Version gemeistert wurden. Last, but not least gibt es auch noch den Weltmeisterschaftsmodus. Dort kann der Spieler in einem Turnier oder einer Liga versuchen, 12 Kämpfe a 3 Gewinnrunden zu überstehen, was sich gar nicht als so leicht erweist. Wie in allen anderen Modi werden in der Seelenarena auch Geldpreise ausgeschüttet und bei erfolgreichem Abschneiden können Gegenstände im Shop freigeschaltet werden.

Wer mit bzw. gegen einen Freund spielen möchte, kann dies im Versus-Mode tun. Entweder entscheidet man sich für den Standard-Level, wo schnelle Kämpfe mit den jeweiligen Parametern des Spielers bestritten werden. Oder man wählt "Wettkampf", wo sich die beiden Spieler dann in mehreren Turnieren gegenüberstehen.Die Grafik des Spiels ist für PS2-Verhältnisse sehr gut. Die Animationen sind hervorragend und fallen bei jedem der 26 Charaktere anders aus. Echte Hingucker! Auch die Hintergrundumgebung und die Arenen sind liebevoll entworfen und lassen genau die richtige Martial Arts-Atmosphäre aufkommen. Abzüge gibt es in dieser Beziehung lediglich für etwas uninspirierte Darstellung der Strategie-Schlachtfelder, allzu spannend und motivierend sehen diese nicht aus. Außerdem erscheinen Texte gelegentlich außerhalb der dafür vorgesehenen Boxen. Soundtechnisch werden satte Prügeleffekte abgeliefert, die Sprecher sind sauber vertont, auch der Soundtrack ist gelungen, aber nicht besonders auffällig oder spektakulär. Insgesamt eine Runde Sache ohne Macken.Die Grafik des Spiels ist für PS2-Verhältnisse sehr gut. Die Animationen sind hervorragend und fallen bei jedem der 26 Charaktere anders aus. Echte Hingucker! Auch die Hintergrundumgebung und die Arenen sind liebevoll entworfen und lassen genau die richtige Martial Arts-Atmosphäre aufkommen. Abzüge gibt es in dieser Beziehung lediglich für etwas uninspirierte Darstellung der Strategie-Schlachtfelder, allzu spannend und motivierend sehen diese nicht aus. Außerdem erscheinen Texte gelegentlich außerhalb der dafür vorgesehenen Boxen. Soundtechnisch werden satte Prügeleffekte abgeliefert, die Sprecher sind sauber vertont, auch der Soundtrack ist gelungen, aber nicht besonders auffällig oder spektakulär. Insgesamt eine Runde Sache ohne Macken.