Irgendwie ist es fast ironisch: Obwohl das vergangene Jahr vor Toptiteln wie Crysis, Call of Duty 4 oder Bioshock nur so strotzte, räumte bei den zahlreichen „Spiel des Jahres“-Preisverleihungen ein denkbar unscheinbares Projekt ab. Die Rede ist vom einstigen Studentenprojekt Portal, dessen cleveres Konzept und humorig-augenzwinkernde Umsetzung selbst Gaming-Muffel begeisterte.

So zeigt sich: Es braucht gar keine Megabudgets, keine teuren Lizenzen oder pompösen Werbekampagnen um einen Hit abzuliefern. Es sind Ideen, Innovationen und der Mut, etwas Neues zu schaffen, die uns wirklich begeistern. Nun schickt sich Eidos an, den Nintendo DS abseits der x-ten Gehirntrainer-Variante oder Ponystreichelei mit einem originellen Spielprinzip zu beglücken. Der Name: Soul Bubbles.

Soul Bubbles - Trailer: Bird MaskEin weiteres Video

Blasen für den Seelenfrieden

Denn obwohl der krude Name und das spartanische Cover-Artwork zunächst auf einen billigen Bubble Bobble-Klon mit „Schneller Geldmache“-Mentalität schließen lassen, verbirgt sich deutlich mehr in der kleinen DS-Karte. So viel schon einmal vorweg: Wer LocoRoco auf der PSP kennt und liebt, dürfte mit der knuffigen Blasenschieberei von Eidos seine wahre Freude haben.

Soul Bubbles - Quietschbunter Geheimtipp für den DS: So macht Blasen richtig Spaß!

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Genial einfaches Spielprinzip: Blasen pusten, Hindernissen ausweichen, Rätsel lösen.
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Wie sich das für einen Spieltitel mit Gameplay-Fokussierung gehört, geistert die Handlung irgendwo zwischen dem Story-Niemannsland und der Sendung mit der Maus umher. Will heißen: Bis auf die knappe Ansage „Du bist ein Hirte - rette die Seelen!“ wird nicht viel mehr erzählt in Soul Bubbles. Ist letztlich aber auch gar nicht nötig: Die wundervoll gestalteten Levels und vielen faszinierenden Ideen, würden einer Geschichte ohnehin die Show stehlen.

Das Grundprinzip ist zunächst denkbar einfach: Am Startpunkt eines jeden Levels schwirren sieben kleine Seelen umher, die allesamt unbeschadet ins Ziel (also dem Übergang ins Nirwana) geleitet werden wollen. Zwischen Anfangs- und Endpunkt wartet jedoch ein ganzes Labyrinth gespickt mit Fallen, Engpässen und Sackgassen, die eure sphärischen Schützlinge unmöglich allein passieren können.

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Ohne Blase machen es die hilflosen Seelen nicht lange.
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Und hier kommt der Spieler zum Zuge: Als mächtiger Seelenhirte kann er alle Seelen in eine schützende Blase einschließen und diese gen Ausgang pusten. Mit dem Stylus platziert ihr den Hirten frei auf dem Bildschirm und zieht den DS-Stift dann in jene Richtung, in die ihr blasen möchtet. Dank eigener Physikengine verhält sich die Blase dabei stets den Naturgesetzen entsprechend korrekt.

Lass blubbern Kumpel

Schon zu Beginn der Kampagne erhaltet ihr drei verschiedene Masken, die jeweils unterschiedliche Vorzüge bieten. Mit der Vogelmaske zeichnet ihr etwa die Blasen, mit denen ihr Seelen transportiert oder Schalter betätigt. Ist eure Luftmurmel zu groß für eine der vielen Engstellen, schneidet ihr sie per Tigermaske in mehrere kleine Blasen. Die Elefantenmaske entlüftet eure Blase oder lässt sie platzen.

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Mit der Tigermaske teilt ihr eure große Blase in viele kleine - so manövriert es sich deutlich einfacher.
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Immer wieder seid ihr gezwungen flink zwischen den Masken hin und her zu wechseln. Geht eure Blase durch einen dummen Zufall einmal kaputt, gilt es beispielsweise so schnell es geht eine Neue zu zeichnen und diese durch Entlüftung zu verkleinern. Zum Glück könnt ihr zwischen den einzelnen Masken jederzeit bequem per Steuerkreuz umherschalten. Nach kurzer Einarbeitungszeit in die intuitive Steuerung kann man so schnell die wildesten Manöver ausüben.

Um auch wirklich allen Seelen den verdienten Frieden zu bescheren, pustet ihr eure Blasen durch insgesamt acht fantasievolle Welten. Jede neue Welt steht dabei für neue Gefahren und Aufgaben. Mal müsst ihr die Gravitation durch vielfarbige Gase austricksen, lodernde Flammen mit kleinen Wasserbläschen löschen oder gegen heftige Windböen ankämpf…pardon anpusten.

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Später löst ihr deutlich schwierigere Aufgaben und geleitet so z.B. Gasblasen durch die Levels.
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Soul Bubbles lebt von diesen cleveren Ideen und der steten Abwechslung – für genügend Langzeitmotivation ist also immer gesorgt. Auch durch den allgegenwärtigen Sammelsapekt: In jedem der insgesamt 40 Level warten über hundert kleine Sternchen darauf eingesammelt zu werden. Wer besonders gut hinschaut, findet möglicherweise sogar einen der drei extrem gut versteckten Kürbisse.

Entspanntes Knobeln

Positiv fällt vor allem der sehr moderate Schwierigkeitsgrad auf. Zwar gibt es hin und wieder ein paar Kopfnüsse, die einigen Hirnschmalz erfordern, unfair oder gar frustrierend wird es jedoch nie. Das allgemeine Tempo ist eher gemächlich und wird im Grunde durch den Spieler bestimmt. Hektische Momente kommen nur selten auf, etwa in den späteren Missionen - da warten auch aggressive Gegner darauf, eure Blase kaputt zu pieken.

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Die liebevolle Gestaltung ist wie Zucker fürs Auge.
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Viel Spaß bringt auch die Interaktion innerhalb der Levels. So hindern euch an manchen Stellen klebrige Schlingpflanzen am Weiterkommen oder ein hungriger Gecko versucht euch mit seiner Zunge die Blase abzuluchsen. Einfach die schnittige Tigermaske aufgesetzt und das Problem ist gelöst. In den finsteren Onyx-Höhlen hilft nur Intuition: Da ihr kaum eure Blase erkennen könnt müsst ihr den richtigen Weg anhand deren Verformung erraten.

Die gute Seele für den DS: Wer hätte gedacht, dass simple Blasenpusterei derart viel Spaß machen kann. Geheimtipp!Fazit lesen

Großes Lob verdient die genial-kreative Gestaltung der verschiedenen Levels: Von den obligatorischen Lava- und Eiswelten, geht es bis in abgedrehte Urwald-Szenarios oder durch die letzte Ruhestädte eines Indianerstammes. Blätter fallen von den Bäumen, trifft eure Blase auf Pusteblumen, schwirren deren Pollen durch den Wind. Der wabernde Ambient-Soundtrack wirkt in Verbindung mit den Natursounds beinahe beruhigend.