Die aktuellsten Hacks der PlayStation 3 schlagen hohe Wellen. Sony will die Hacker verklagen, die sich für die Entdeckung des Signatursystems verantwortlich zeigen, eine Einstweilige Anordnung anstreben und somit die Entfernung der Keys von den Webseiten der Hacker erreichen. Damit nicht genug: Konsolen mit Homebrew-Software könnten von Sony erkannt und sanktioniert werden.

Sony - PlayStation 3 mit gehackter Firmware kann online aufgespürt werden

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Die PlayStation 3 telefoniert nach Hause - und zwar bei jedem Startvorgang. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass modifizierte Konsolen aus dem PSN ausgeschlossen werden.
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Um die Keys aus dem Netz zu bekommen, dürfte es bereits zu spät sein. Immerhin sind sie weltweit verbreitet worden und es gibt schon Videos, die zeigen, dass mit ihrer Hilfe auch illegal kopierte Spiele gespielt werden können. Die Hacker zu verklagen hätte für Sony also lediglich noch einen symbolischen Wert, denn was einmal im Internet ist, bleibt dort meist auch. Besonders, wenn es sich um so brisante Informationen wie die Signaturschlüssel der PlayStation 3 handelt.

Fakt ist aber, dass jede PlayStation 3 beim Starten die Sony-Server kontaktiert und unter anderem die Playlist hochlädt. Wenn ein Bootmanager für eine andere Software gefunden wird, ist das Grund genug für Sony, die Konsole zu bannen. Im NeoGAF-Forum findet sich eine Liste mit Servern, die die Konsole beim Boot-Vorgang kontaktiert:

fus01.ps3.update.playstation.net > Update Server (sys updates)
mercury.dl.playstation.net > What's new ads
nsx.np.dl.playstation.net > playstation store preview
nsx-e.np.dl.playstation.net > ads
(main file exchange connections)
us.np.stun.playstation.net > on boot initiates connection
ena.net.playstation.net > SSLv3 connection after above connection
dus01.ps3.update.playstation.net > secondary update attempt (could force updates)
auth.np.ac.playstation.net > SSLv3 authentication server (destination servers)
service.playstation.net (has multiple IPs if only the ip address is blocked) (Error Reporting)
creepo.ww.hl.playstation.net (uploads crash reports etc.)

Bisher hat Sony sich nicht dazu geäußert, wie die Firma mit Usern umgehen will, die an ihrer Konsole herumbasteln. Es ist aber durchaus nicht unwahrscheinlich, dass Konsolen, an denen Veränderungen festgestellt werden, vom PlayStation-Network ausgeschlossen werden. Bei Microsoft ist es schon seit längerem üblich, Konsolen aus Xbox Live zu sperren, bei denen Modifikationen gefunden wurden. Sony dürfte das dementsprechend ähnlich sehen.

Es dürfte ebenfalls unmöglich sein, die Konsole schlicht offline zu lassen. Immerhin gibt es einige Spiele, die ein Update auf eine neue Firmware-Version verlangen, bevor sie spielbar werden. Sollte man die Konsole also nach einer Modifikation schlicht vom Internet trennen, geht die Update-Funktion verloren und neu erscheinende Spiele, die nach einer aktuellen Firmware verlangen, würden nicht mehr gespielt werden können. Eine Möglichkeit wäre, die Firmware per USB-Stick zu aktualisieren. Allerdings ist nicht sicher, ob neue Spiele nicht trotzdem nach einer Online-Verbindung verlangen, wie z. B. Ubisofts Assassin's-Creed-Reihe.