Am 30. September endete das zweite Quartal von Sony's Geschäftsjahr (Erklärung: Speziell große Unternehmen bilanzieren oft nicht vom 1.1. bis zum 31.12., sondern verschieben den Bilanzierungszeitraum [Geschäftsjahr] um einige Monate). Bereits im Vorfeld hatten Analysten einen Gewinnrückgang vorhergesagt, dennoch hatten wohl nur die wenigsten mit einem derart gewaltigen Einbruch gerechnet: Um 94% ging der Gewinn des Unternehmens im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurück (von 240,8 auf 14,36 Millionen US-Dollar). Und das, obwohl der Umsatz im gleichen Zeitraum um 8% auf 15,5 Milliarden Dollar stieg.

Verwantwortlich für den Gewinnrückgang bei steigendem Umsatz war einerseits die Rückrufaktion von 9,6 Millionen fehlerhaften Laptop-Batterien (Brandgefahr), die Sony 429 Millionen Dollar kostete und andererseits ein operativer Verlust der Games-Sparte Sony Computer Entertainment in Höhe von 367,5 Millionen Dollar, welche auf Grund von sinkenden Verkaufszahlen von PS2- und PSP-Spielen zu Stande kam. Außerdem gibt Sony Entwicklungs und Pre-Launch-Kosten für die PS3 als zusätzlichen Grund für für das vegleichsweise miserable Quartalsergebnis an.

Würde man die Kosten für Rückrufaktion und PS3 (beide einmalig) herausrechnen, stünde Sony wieder mit einem satten Gewinn da - im Grunde also kein Grund sorge Sorge (wenn auch im Falle der Rückrufaktion zu kräftigem Ärger). Deutlich besorgter sollte der Konzern jedoch von den Einbußen im PS2- und besonders im PSP-Bereich sein: Noch ist fraglich, ob kommende 1st-Party PS3-Titel dieses Umsatzloch stopfen können. Aus Hardware-Verkäufen wird man bei Sony nach dem PS3-Launch jedenfalls keinen Profit schlagen können. Wie auch die XBox360 kommt diese subventioniert (Verkaufspreis liegt unter den Herstellungskosten) auf den Markt, um höhere Absatzzahlen zu erzielen.