Sonic, den schnellsten Igel des Gamer-Universums, hatte es schon vor gut 2 Jahren auf ein Hoverboard verschlagen – mit mäßigem Erfolg. Nun soll er es zusammen mit seinen Kumpanen Miles und Knuckles sowohl auf der liebenswürdigen PS2 wie auch der familienfreundlichen Wii noch einmal versuchen. Letztere Konsolenversion haben wir uns zur Brust genommen und konnten uns danach ein höfliches Hüsteln nicht verkneifen.

Sonic Riders: Zero Gravity - Spezialfähigkeiten TrailerEin weiteres Video

Mühe alleine reicht nicht

Jemand, der die ersten Schritte von Mario & Co miterlebt hat, wird mir zustimmen, dass Segas Speedalternative zu Nintendos Klempner durchaus gelungen war, diesen oft sogar übertraf. Aber immer wieder schafft es Sega, sich selbst ständig ein Bein zu stellen: Sei es die Dreamcast-Konsole - technisch ein Meilenstein mit suizidartigem Marketing-, sei es Sonic, der in seiner Glanzzeit Kultstatus erreichte, nur um später durch halbherzige Aufwärmungen abgehalftert zu werden.

Sonic Riders: Zero Gravity - Null Gravitation, null Spielspaß: Sonic hat auch beim zweiten Renneinsatz nichts dazu gelernt.

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Gravi-Effekt: So muss sich Neo in der Matrix fühlen…
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So auch der vor knapp 2 Jahren erschienene Vorgänger „Sonic Riders“, der zu Recht nicht nur bei Gamona zum Teil vernichtende Kritiken erhielt. Das neue Spiel verspricht nun interessante Features, die der müde Recke auch nötig hat, um in Zeiten der immer optimierteren Spielperfektionen zu überleben. Und gerade wenn es um Rennspiele geht, muss man als Entwicklungsstudio in Sachen Geschwindigkeit und Einfallsreichtum auf der Höhe sein, denn guter Wille allein reicht nicht mehr aus.

Herr des Ringes?

Selbst die absurdesten Freizeitgestaltungselemente elektronischer Herkunft brauchen eine Minimal- Hintergrundgeschichte, und diese hier ist ebenso schnell erzählt: Ringförmiges Meteoritengebilde fällt vom Himmel und bremst kurz vor dem Aufschlag ab. Ring bringt Roboter zum Durchdrehen, welche wiederum Sonic & Friends jagen. Sonic bekommt zufälligerweise Ring in die Hände, der ihm bei nächster Gelegenheit – wohl eher unfreiwillig - durch den Gravitationseffekt das Leben rettet.

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Wir surfen mal kurz über die Seitenwände.
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Haben wir alles zusammen? Sonic mit Gravi-Teil, böse Robbi-Tobbis mit dümmlichen Jagdinstinkt und als Jagdplatz ein paar futuristische Orte auf der Erde. Ach ja, damit der ohnehin superschnelle Sonic noch schneller wird, bekommt er Michael J. Fox’ futuristisches Fortbewegungsmittel vom Vorgängerspiel geschenkt, während seine Kollegen Miles und Knuckles sich mit speziellen Flitzern, den „Gears“ begnügen müssen.

Und da gibt es neben den Metallheinis noch die aus dem ersten Teil bekannten Babylon Rogues, die ebenfalls hinter dem Ring her sind. Auch ihre drei Vertreter können während des Spiels die Fahrzeuge wechseln. Zusammen mit der nervigen Amy Rose und der Vermutung, dass Dr. Eggman sowieso hinter allem steckt, sollte eigentlich ungetrübter Rennspaß garantiert sein.

Schnelles Spiel – zähes Handling

Zum Eingewöhnen geht es ab auf die Teststrecke. Schritt für Schritt wird das erste Rüstzeug erklärt. Schon hier wird man mit der im ersten Moment schwierig einzustufenden Steuerung konfrontiert. Egal, ob der Controller standardmäßig quer vor dem Körper wie ein Fahrradlenker gehalten, im Vorwärtsmodus ähnlich einem Zeigestock mit Zielvorrichtung auf den Monitor gezeigt oder gleich zu einem Gamecube-Controller gegriffen wird - die Übertragung der Lenkbewegung wirkt extrem zäh.

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Zusammen mit Knuckles auf Robojagd.
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Zu Beginn jedes Rennen stellen sich eine ganze Reihe wichtiger Fragen: Welche Strecke nehmen wir nun, und welcher Charakter ist uns am liebsten? Und anscheinend ganz wichtig: Welchen „Gear“ nehme ich bzw. mein Gegenspieler? Gears sind die unterschiedlichsten Fortbewegungsmittel mit ebenso unterschiedlichen Eigenschaften, welche zusätzlich noch in einem Shop getunt bzw. gepimpt werden können.

Wer seiner Spielfigur den optimalen Gear zukommen lässt, sollte dadurch bessere Ergebnisse erzielen, d.h. mehr Gravitypunkte sammeln und möglichst oft als Erster ins Ziel kommen. Letzteres ist sowieso Bedingung, um im Story-Modus weiterzukommen oder weitere Spielmodi frei schalten zu können. Nur dem Tüchtigen winkt der Triumph, also warum nicht gleich online in die Weltrangliste?

Gutes Spiel – Schlechtes Spiel?

Jede der 16 Strecken hat unterschiedliche Streckenteile, die das Vorwärtskommen beeinflussen. Mit einigem Geschick kann der Spieler durch besondere Tricks, Durchbrechen von Absperrungen oder Luftritts zusätzliche Gravitypunkte einsammeln. Beliebt sind Objektboxen, in denen eine Vielzahl von Power-ups, Hindernis- und Angriffsobjekte untergebracht sind. Allerdings sind die durch die bescheidene Grafik nicht immer so leicht zu finden.

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Den Gravi-Effekt wird auch zur Beschleunigung genutzt.
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So hangelt ihr euch von Strecke zu Strecke, wechselt hier und da den Charakter, tunt die Karossen im Shop und versucht euch an unterschiedlichen Gears – aber echte Spielfreude kommt dabei jedoch nie auf. Technisch gesehen gibt es wirklich gute Ideen wie die unterschiedlichen Gears oder gar den Gravitationseffekt an sich. Die Lenkung jedoch und die Grafik sind aus einem anderen Jahrzehnt, die wohlgemeinten neuen Ideen kommen nicht rüber, es flutscht nicht, es macht nie „klick“.