Er ist wieder da: Sonic, der blaue Igel! Was, schon wieder? Sitzt der nicht schon längst im Altenheim und schwelgt in Erinnerungen an alte Erfolge? Scheinbar nicht. Wie so häufig hoffen Stars alter Tage unermüdlich auf ihr spätes Comeback. Aber es ist ja nicht so, als ob es der stachelige Flitzer nicht schon einmal versucht hätte.

Ende letzten Jahres floppten "Sonic Riders" und "Sonic the Hedgehog" gleichermaßen. Eine brandneue Idee musste her. Und was bietet sich für frische Brisen besser an, als den Sprung auf Nintendos Wii-Konsole zu wagen? Ob die erhoffte Erneuerung der Serie eingetreten ist, erfahrt ihr in den nächsten Zeilen.

Sonic and The Secret Rings - Trailer: Gameplay #42 weitere Videos

Mach mir den Igel!
Als Erstes vorweg an alle Wii-Spieler: Haltet nach Möglichkeit von Anfang an eure Wiimote in Lenkradstellung, also in der horizontalen Lage. Wir verzweifelten regelrecht zu Beginn mit der scheinbar herumspinnenden Steuerung, bevor wir den freundlichen Hinweis im Handbuch beherzigten, die "Fernbedienung" doch bitte in der Waagerechten zu halten.

Sonic and The Secret Rings - Endlich wieder ein Sonic, wie wir ihn uns wünschen - der Wii sei Dank!

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Auch Sonic spielt gern Paraworld...
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Nachdem dieses kleine Trauma überwunden war, konnte es endlich losgehen. Ein Intro - erzählt wird mithilfe einzelner Bilder - weist uns in die Hintergrundgeschichte von "Sonic und die geheimen Ringe" ein: Die Welt aus 1001 Nacht wird vom bösen Erazor Djinn heimgesucht, der das Märchenbuch Seite für Seite und somit natürlich auch die Welt darin auslöscht.

Eine gute Fee zaubert sich eines schönen Abends bei Sonic vorbei und bittet diesen um Hilfe, denn nur er könne es mit Erazor Djinn und seinen Schergen aufnehmen. Nach anfänglicher Skepsis willigt der blaue Igel ein, und wir starten in unser Abenteuer.

Ich will dich... Ich dich aber nicht!
Man merkt dem Titel deutlich an, dass er etwas Anderes als die bisherigen Sonic-Teile sein will: Der bisherige Bösewicht war in allen Teilen Dr. Eggman - einen Gastauftritt konnte man sich jedoch nicht verkneifen -, abgelöst wurde dieser nun vom nicht weniger bösen Erazor Djinn. Auch das Gameplay und - bedingt durch die Möglichkeiten der Wii - die Steuerung sind spürbar anders.

Packshot zu Sonic and The Secret RingsSonic and The Secret RingsErschienen für Wii kaufen: Jetzt kaufen:

Letztere bringt uns das Spiel Schritt für Schritt anhand mehrerer kleiner Missionen näher. Haben wir diese erledigt, dürfen wir auch schon die ersten "echten" Aufträge annehmen. Die Wahl der Mission verläuft übrigens meistens nach eurem Belieben.

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Die Dinos dürfen uns nicht erwischen, also müssen wir unsere Beine in die Hand nehmen.
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Im Spiel angekommen, stellt man als Erstes fest, dass man selbst gar nicht viel zu machen braucht. Sonic läuft auf unsichtbaren Bahnen durch die wunderschönen Umgebungen, und alles, was der Spieler tun muss, ist es, den Igel nach links und rechts zu bewegen. Da das aber auf Dauer etwas zu monoton wäre, dürfen wir den Flitzer auch abbremsen, mithilfe eines beherzten Drucks auf die 2-Taste springen lassen und durch eine Schlagbewegung in der Nähe befindliche Feinde angreifen.

Wie ein Igel auf der Autobahn...
Was sich hier gar nicht mal so kompliziert anhört, verursacht auf den ersten Metern echte Krämpfe. Denn ganz so spuren will Sonic leider nicht: Manche Aktionen laufen verzögert ab, andere werden gar ab und zu ganz verweigert. Das führt zu einer dicken Portion Frust, vor allem weil Checkpoints mit zunehmendem Erfolg rar gesät sind und wir bei einem virtuellen Tod die ganze Chose wieder von vorne anfangen dürfen - argh! Aber keine Panik: Die beschriebenen Macken stellen nicht die Regel dar. Außerdem geht die Steuerung mit der Zeit in Fleisch und Blut über, sodass man über die kleineren Patzer hinwegsieht.

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Mit dem Holzstamm surfen wir den unterschiedlichsten Hindernissen entgegen.
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Als ob der Affenzahn, mit dem Sonic hier zuweilen unterwegs ist, nicht schon herausfordernd genug wäre, schickt Erazor Djinn auch noch seine Truppen in die Levels, die euch das Leben schwerer machen sollen, aber in der Praxis keine allzu große Hürde darstellen. Ab einer bestimmten Entfernung werden diese mit einem roten Fadenkreuz markiert, das euch signalisiert, dass ihr nun eine Angriffsbewegung - mithilfe eines Sprungs und einer anschließenden Schlagbewegung - ausführen dürft.

Habt ihr eine Mission erledigt, erhält Sonic Erfahrungspunkte. Mit ihnen könnt ihr beispielsweise euren Speed steigern, einen Turbostart hinlegen - gerade bei Rennen gegen die Zeit empfehlenswert - oder effektivere Angriffe ausführen. Den Mangel an Story-Umfang macht "Sonic und die geheimen Ringe" durch die enorme Anzahl an Bonusmissionen zwar nicht komplett wett, verlängert den Spielspaß jedoch beträchtlich. Wer dann genug vom Einzelspielermodus hat, sollte sich den auf maximal vier Spieler ausgerichteten Party-Modus ansehen.

Let's fetz!
Der Party-Modus ist ein stinknormaler Mehrspielermodus mit ganzen 40 Minispielen, die entweder der Reihe nach oder gemeinsam gespielt werden können. Manche kann man von Anfang an auswählen, andere werden durch Erfolge im Storymodus freigespielt. Am ehesten erinnern die kurzen Spielereien an Rayman Raving Rabbids, da auch hier exzessiv von den Steuerungsmöglichkeiten der Wii Gebrauch gemacht wird.

Optisch macht Sonic auf der Wii einen hervorragenden Eindruck. Die großzügige Weitsicht und die liebevoll gestalteten und abwechslungsreichen Level können begeistern. Auch effekthascherisch liegt Sonic ganz weit vorn, auch wenn nicht alle Grafikeffekte überzeugen können. Immerhin gibt es keine spürbaren Framerate-Einbrüche.

Auf den ersten Lauscher etwas merkwürdig stieß uns die Musik auf: Dass die Entwickler orientalische Klänge und rockige Musik im ständigen Wechsel laufen lassen, ist zunächst gewöhnungsbedürftig, passt aber perfekt zum Spiel. Eine deutsche Synchronisation gibt es übrigens nicht, dafür müssen englische Stimmen mit Untertiteln herhalten.

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Wie Tony Hawk in seinen besten Zeiten grinden wir durch das Level.
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Entgegen dem ungeschriebenen Gesetz, dass O-Töne besser als eine synchronisierte Vertonung klingen, vermögen die englischen Sprachsamples gerade in den Zwischensequenzen nicht zu überzeugen. Vielmehr klingen diese etwas nach Overacting, so als ob die Sprecher kurz vor Aufnahme noch etwas Alkohol getrunken hätten. Dafür passen jedoch die ordentlichen Soundeffekte und gleichen den Synchronisations-Tiefschlag wieder aus.