Sonic - Segas Antwort auf Super Mario: Wie Sonic zur Ikone (und Lachnummer) wurde
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03) Sonic erobert das Mega Drive:

Am 23. Juni 1991 ging es endlich richtig los: Sonic the Hedgehog erschien auf dem japanischen Mega Drive. Da die Konsole in Japan aber nicht übermäßig beliebt war, verlor Sega nur wenig Zeit für die westliche Lokalisierung. Das erste Sonic setzte eine bemerkenswerte Duftmarke, obwohl das Spiel keineswegs ausgereift war und aufgrund des stürmischen Erfolgs des Super Famicom in einer Hauruck-Aktion auf den Markt kam. Technisch hatte Sega nicht zu dick aufgetragen. Das Spiel war grundsätzlich sehr flink und begeisterte mit unzähligen hintergründigen Paralax-Ebenen sowie einer farbenfrohen Umgebung mit großen Spielfiguren. Slowdowns? Fehlanzeige, trotz gewaltiger Sprite-Massen und vieler zu sammelnder Goldringe, die dem Igel Schutz vor Angriffen verliehen. Sonic befreite zu Robotern umgewandelte Tiere und jagte dem Bösewicht Dr. Robotnik hinterher, der es auf sieben magische Chaos-Edelsteine abgesehen hatte.

Tatsächlich entsprach aber nur die erste Welt dem, was Sega versprochen hatte – nämlich einer rasend schnellen Spielerfahrung. Nur in der „Green Hill Zone“ hatte der Held genug Platz, um Geschwindigkeit aufzubauen, durch Loops zu rasen und die gelobten Sprint-Stiefel auszureizen. Bereits in Welt 2 spürte man eine unangenehme Handbremse durch ein unnötig verschachteltes Leveldesign. Zudem war Sonic zwar frecher und gestalterisch moderner als Mario, aber spielerisch nicht halb so pfiffig. Es gab innerhalb des gesamten Spiels keine Form der Entwicklung, egal ob in den Fähigkeiten Sonics oder in der allgemeinen Herausforderung. Einzig die Wasserwelt (Welt 4) stach trotz des beklemmend kurzen Atems des Helden aus der Masse heraus. Doch alle Fehler und unreifen Ansätze sollten schon bald behoben werden.

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