Gregor ThomanekEs ist eine Krux mit den abgewatschten Genrebezeichnungen. Jede Neuerscheinung muss sich einen analytischen Stempel aufdrücken und in eine Schublade mit ähnlichen Titeln stecken lassen. Vergleiche sind vorprogrammiert, ob gerechtfertigt oder nicht. Auch „Sleeping Dogs“ muss sich am schier übermächtigen Open-World-Kollegen „Grand Theft Auto“ messen lassen. Will es aber gar nicht. Also vergesst Liberty City: willkommen in Hongkong!
Ein kurzweiliger, packender Hongkong-Krimi mit vielen guten Ansätzen, der aber zu viel Potenzial ungenutzt lässt.FazitOder besser gesagt: willkommen zurück! Der Frauenheld, Martial-Arts-Experte, Undercover-Polizist und überhaupt Mädchen für alles, Wei Shen, ist nach mehreren Jahren in Amerika über den großen Teich in seine alte Heimat zurückgekehrt. Ganz freiwillig tritt der Protagonist die Rückkehr zwar nicht an, doch während sein Abwesenheit hat sich einiges geändert – und nur weniges zum Guten.
Aus alten Freunden wurden erbitterte Feinde, die sich bis aufs Blut bekämpfen. Aus Kleinganoven wurden gerissene, skrupellose Despoten, die mit Drogenhandel, Prostitution, Erpressung und anderen schmutzigen Geschäften nicht minder schmutzige Geldberge anhäuften. Respekt und Ehre sind nicht mehr als nostalgische Erinnerungen an bessere Zeiten, die sich der schier endlosen Gier nach Macht beugen mussten.
In diesen Straßen ist Wei aufgewachsen. Haus an Haus mit den Männern, deren Wort nun Gesetz ist. Doch während seine Sandkastenfreunde zusehends auf die schiefe Bahn geraten sind, absolvierte Herr Shen eine Polizeikarriere nach Maß, die ihn nun als idealen Undercover-Cop wieder an alte Wirkungsstätte schickt. Seine Aufgabe: die mächtige Hongkong-Triade Sun On Yee infiltrieren und von innen heraus zerstören.
Wiedersehen bereitet Freude: In Gewahrsam trifft Wei seinen alten Sandkastenfreund Jackie. Was dieser nicht weiß: Sein alter Kumpel spielt ein doppeltes Spiel.Was im Vorfeld nur mäßig interessant anmutet und gerade zu Beginn durch überzeichnete Charaktere transportiert wird, die selten mehr als ein simples Abziehbild der stereotypen Vorlagen aus Film und Spiel sind, nimmt aufgrund der inneren Zerrissenheit des Protagonisten schnell an Fahrt auf. Mehr noch als Niko Bellic ist Wei eine ambivalente Persönlichkeit, gefangen zwischen zwei Stühlen, mit zwei Herzen in der Brust. In seinem westlich geprägten Denken verurteilt er die Machenschaften der Triaden, ohne sich jedoch völlig von seinen kriminellen Wurzeln distanzieren zu können. Ok, gut herausgearbeitet! Gibt es da noch mehr Beispiele, die du anführen möchtest?
Auf diesem Fundament aufbauend, geht die Jagd auf beiden Seiten des Gesetzes kreuz und quer durch die Straßen von Hongkong. Und nun kommt er doch: der Punkt, an dem ich einen Vergleich mit „Grand Theft Auto 4“ bemühen muss. Denn wo es Rockstars Schreiberlinge meisterlich verstehen, den Spannungsbogen über zahlreiche Stunden nicht nur aufrechtzuerhalten, sondern sogar kontinuierlich auf die entscheidende Klimax aufzubauen, wirkt Weis Geschichte ungefähr so stringent wie eine Achterbahnfahrt.
Die Charaktere bewegen sich zwischen skrupellos bis völlig durchgeknallt. Im Gedächtnis bleibt bis auf Wei selbst jedoch kaum einer.„Sleeping Dogs“ weiß um die Faszination seines beinahe schizophren anmutenden Protagonisten und scheitert doch am Drahtseilakt, diese mit subtilen Untertönen weiter auszubauen. Stattdessen spannt man seine Unsicherheit wie eine Feder immer und immer wieder, bis sie an Sprungkraft verloren hat und nur noch sachte auf und ab hüpft.
Trotz dieser Umstände war es mir ein großes Vergnügen, mich vom unwichtigen Handlanger zum Triaden-Oberhaupt nach oben zu arbeiten. Denn auch wenn an einigen Stellen Potenzial verschenkt wurde, war allein Weis innere Zerrissenheit für mich Antrieb genug, immer tiefer in die hinterletzten Ecken von Hongkong einzutauchen. Nicht zuletzt deshalb, weil die Geschichte stets mit einem latenten Augenzwinkern präsentiert wird und es dennoch schafft, glaubwürdige, wenn auch zum Teil sehr eindimensionale Figuren aufzubauen.
von Square Enix, United Front Games
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Liste B?
Und ich verstehe immer noch nicht, warum die unzensierte Version hier nicht von der USK
Und ich verstehe immer noch nicht, warum die unzensierte Version hier nicht von der USK durchgewunken wurde, das Game ist brutal & blutig, aber nicht wirklich übermäßig...
Die speziellen Takedowns sind nicht ohne. Es war abzusehen, dass hier Hand angelegt wird. www.youtube.com/watch
Der Rest? True Crime? Das beschissene Kampfsystem von TC: LA & TC: NY wurde komplett über Bord geworfen, gerade das Nahkampf-System ist fast 1:1 von den beiden Batman-Spielen übernommen. Das Open-World-System hat sich seit GTA 3 kaum verändert, hier wird bei SD nichts revolutionäres geleistet. Ganz im Gegenteil, hier wird alles nur mit einem neuem, zweifelsohne nett anzusehenden Hintergrund unterlegt. Das Spiel bietet gut funktionierende, etablierte Spielmechanismen (fahren, schiessen, kloppen) & ein darauf angepasstes erzählerisches Konstrukt, das gerade in 1-2 Subplots & zum Ende hin aber etwas schwächelt.
Wer Bock auf HK-Action hat, wird gut bedient. Ich kann allerdings die John-Woo-Vergleiche nicht wirklich nachvollziehen, v.a. da auf großangelegten Schusswaffen-Gebrauch (eh ein Schwachpunkt) größtenteils verzichtet wird. Story & Action erinnern mich eher an Infernal Affairs, Johnny Tos Triaden-Epos Election oder frühere Ringo-Lam-Filme wie Full Contact oder City on Fire.
Und ich verstehe immer noch nicht, warum die unzensierte Version hier nicht von der USK durchgewunken wurde, das Game ist brutal & blutig, aber nicht wirklich übermäßig...
GTA ist ein super langweiliges Openworld game sonst nicht, ich denk nicht mal GTA 5 wird ne chance gegen Sleeping Dogs haben.
Auch wenn die hier angesprochenen Kritikpunkte absolut zutreffend sind, ist die Wertung ein Witz.
Auch wenn die hier angesprochenen Kritikpunkte absolut zutreffend sind, ist die Wertung ein Witz. Zumindest wenn man den Test in Relation zu denen von bspw. MW3 oder Black Ops setzt. So fördern Journalisten mit Sicherheit innovatives Gameplay und den Mut zu neuen Projekten, in der Branche.
Was hat denn jetzt innovatives Gameplay oder Mut zu neuen Projekten mit Sleeping Dogs zu tun? Das sollte zunächst der dritte True Crime-Ableger werden & dessen Gameplay-Elemente sind genauso ausgelutscht wie die der meisten Ego-Shooter. Letztere erzielen aber tatsächlich spielerischen Mehrwert durch den Multiplayer...
Auch wenn die hier angesprochenen Kritikpunkte absolut zutreffend sind, ist die Wertung ein Witz. Zumindest wenn man den Test in Relation zu denen von bspw. MW3 oder Black Ops setzt. So fördern Journalisten mit Sicherheit innovatives Gameplay und den Mut zu neuen Projekten, in der Branche.
Ja natürlich ICH :D
Wer, der Nookiezilla? Und was für eine Wertung hat DMC denn bekommen, finde das Review gerade nicht?
@Gamona
So niedrig? Na kommt.
Ja der hat ne gute wertung verdient, jedenfalls ne bessere als DMC.
Spiel wie es sich für solche Spiele gehört, mit dem Xbox Gamepad.
@Gamona
So niedrig? Na kommt.
Ich bereue den Kauf keine Sekunde im gegensatz zu anderen Spielen.