Skispring - Winter 2006 (PC Review)
von Nedzad Hurabasic

Irgendwie hat es diese Sportart in Deutschland zu großer Popularität gebracht. Dazu hat das Fernsehen mit seinen Übertragungen der Vier-Schanzen-Tournee sicher einen großen Anteil beigetragen. So richtig gepackt hat mich dieser wie für den Bildschirm gemachte Sport aber nicht.

Zuviel Leerlauf, zu viele magersüchtige junge Kerlchen, die sich auf Brettern einen Abhang herunterstürzen. RTL Skispringen 2006 hat in der Redaktion bereits einen guten Eindruck hinterlassen - kann der Budget-Titel Skispringen Winter 2006 nachziehen?

Skispringen - Winter 2006 - Vom Winde verweht! Kann der winterliche Budget Titel mithalten?

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Das Spiel bietet dem geneigten Bildschirmsportler mit den Modi "Karriere", "Tourneen", "Training" und "Multiplayer" auf den ersten Blick eine ganze Reihe von Spielmodi an. Allerdings unterscheidet sich das Gameplay an sich in den verschiedenen Modi kein bisschen. Der Ablauf der Wettbewerbe bzw. der Sprünge verändert sich nicht, nur die Anzahl variiert unter Umständen. Bevor wir uns aber daran machen eine Karriere (Solo oder als Trainer) zu starten, ist es ratsam, das Tutorial zu absolvieren. Das gilt vor allem auch deshalb, weil es kein Handbuch in gedruckter Form gibt, die Anleitung liegt lediglich im PDF-Format auf der CD vor. Leider greift diese Unsitte immer weiter um sich.

Vom Winde verweht?
Es geht also zum ersten Mal auf die Schanze, wo der Springer in die verschiedenen Phasen des Skispringens eingewiesen wird. Wichtig ist schon der Start, bei dem man nicht nur vom Balken plumpsen darf, sondern sich richtig abstoßen muss, um eine möglichst hohe Startgeschwindigkeit zu erreichen.

Packshot zu Skispringen - Winter 2006Skispringen - Winter 2006Erschienen für PC kaufen: Jetzt kaufen:

Angezeigt wird dies durch eine Grafik, bei der der Spieler ein von links nach rechts (und zurück) pendelnden Strich möglichst zentral stoppen muss. Das dadurch eingeleitete Herabgleiten auf der Schanze ist nun nicht mehr zu stoppen. Der Spieler muss nun dafür Sorge tragen, dass die Spielfigur eine möglichst windschnittige Position einnimmt.

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Dazu dient ihm eine weitere Anzeige als Indikator der Ausrichtung des virtuellen Sportlers. Es gilt einen Strich möglichst wagerecht auszurichten, sodass die Spielfigur weder zu weit in die Hocke geht und sich andererseits nicht zu weit aufrichtet. So schießt der Sportler idealerweise mit immer höherer Geschwindigkeit die Rampe hinunter und nähert sich schließlich dem Absprungpunkt. Dafür wird eine weitere Visualisierung in Anspruch genommen.

Diesmal muss der Spieler die Sprungkraft bestimmen, indem er zwei Felder möglichst korrekt trifft und den virtuellen Charakter damit von der Schanze katapultiert.

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Nun geht es übergangslos in den Flug über, den schwierigsten und wichtigsten Teil der Übung. Nicht nur in der Realität ist dieser Aspekt der am schwierigsten zu beherrschende, denn hier ist der Sportler auch den Naturgewalten ausgeliefert, vor allem der Wind kann ihm arg zu schaffen machen. Damit der Spieler den Flug ausrichten kann, sieht er sich einer Kontrollleiste gegenüber, die als eine Art Navigationsgerät daher kommt und dem Spieler helfen soll, den "Flieger" möglichst korrekt auszurichten. Dies fällt aber nicht nur aufgrund von Witterungsverhältnissen nicht eben leicht. Die Anzeige wird sehr unvermittelt eingeblendet und ist meist nicht richtig ausgerichtet. Schnelles und intuitives Handeln ist hier gefragt.

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Wer es nicht binnen kürzester Zeit schafft, den Springer korrekt einzupendeln, der wird eine nur sehr mickrige Weite erreichen. Die letzte Phase des Sprungs besteht natürlich aus der Landung. Die soll vorzugsweise in der Telemark-Technik dargeboten werden, alles andere führt zu Abzügen bei der Benotung durch die fünf Punktrichter (wovon die beste und schlechteste Note wegfallen). Als Indikator dient erneut eine Anzeige, bei der der Spieler sehr schnell reagieren muss, nachdem sie eingeblendet wird. Die Landung muss per linkem und rechtem Mausklick innerhalb bestimmter Parameter erfolgen, sonst kann es nicht nur eine schlechte, sondern auch eine Bruchlandung geben.Beides wirkt sich natürlich fatal auf die Platzierung des Sportlers aus. Fassen wir zusammen: Der Skisprung hat insgesamt fünf Phasen, die komplette Steuerung des Springers wird dabei nur mit der Maus vorgenommen. Das ist bisweilen nicht nur recht unergonomisch, sondern führt auch zu hektischen Handlungen. Klick Links, ausrichten, Klick Links (halten) - Klick Links (Absprung), ausrichten, Klick Links - Klick rechts (Landung). Fertig.

Das alles erklärt das Tutorial recht gut - wenn es denn nicht so verbugged wäre. Während des Tests verabschiedete es sich mehrmals mit verschiedenen Fehlern die sowohl grafisch als auch akustisch für Ausfälle sorgten. Zum einen wurden die benötigten Anzeigen teilweise an den falschen Positionen eingeblendet und einige Sprungabschnitte wurden komplett übersprungen. Zum anderen war der Ton plötzlich dermaßen in Mitleidenschaft gezogen, dass der Effekt eines langsam abgespielten Tonbands mit "seeehrr laaangsaaam und geddddeeehnt tieefen" Worten entstand.In Kombination mit nicht griffbereitem Handbuch steuert das nicht gerade zum besseren Verständnis der Handlungsparameter bei. Die Vielzahl an Abläufen, die alle mit der Maus gesteuert werden, sind recht komplex und es bedarf doch einiger Übung, bis die eigene Spielfigur konkurrenzfähig wird.

Sprung auf Sprung auf Sprung auf ... Dieses Gameplay wiederholt sich in allen Spiel-Modi bis ins kleinste Detail, immer und immer wieder. Es wird lediglich durch einige kleinere Features angereichert, die ums Springen herum stattfinden. Dazu gehört auch, dass die Springer über ein Formbaromter verfügen, das von verschiedenen Faktoren beeinflusst werden kann. Im Solo-Modus (Karriere) geschieht das abgesehen von gelungenen oder misslungenen Sprüngen, die sich gelegentlich auf die Form auswirken vor allem durchs Training. Dies kann der Gamer seiner Spielfigur angedeihen lassen. Allerdings kann vor jedem Wettkampf nur einmal trainiert werden, abgesehen davon kostet es Geld.

Die Investition muss sich aber nicht unbedingt auszahlen. Das Training kann auch scheitern und sich negativ auf das Formbarometer des Springers auswirken. Große Effekte auf die folgenden Sprünge konnten allerdings weder in positiver noch negativer Hinsicht ausgemacht werden. Das mag aber auch daran liegen, dass die Sprünge an sich recht unvorhersehbar sind. Darüber hinaus kann der Spieler die Werte seines Springers mithilfe besserer Ausrüstung steigern. Die gibt es im Shop - natürlich ebenfalls gegen Geld. Nur wer erfolgreich ist verdient Kohle, bekommt Sponsorenverträge und kann sich so Materialien leisten, die die Sportler-Werte deutlich anheben. Ein ewiger Kreislauf.

Die Spielfigur startet im Junioren-Weltcup und muss sich am Ende der Saison unter den besten fünf Springern befinden, um sich für die nächsthöhere Kategorie zu qualifizieren

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Wer ein ganzes Team managen möchte anstatt eines einzigen Springers, der entscheidet sich für eine Trainer-Karriere und darf gleich vier Spielfiguren steuern. Im Gegensatz zum Solo-Modus ändert sich jedoch bis auf die Anzahl der Springer nicht viel, lediglich die Art des Transports und der Unterbringung darf noch ausgesucht werden. Je kostspieliger die vier Sportler reisen dürfen, desto wohler fühlen sie sich und umso höher ist in der Regel das Formplus, das sie in den Wettkampf reinnehmen. Gelegentlich wird der Trainer auch von der Presse befragt.

Gelangt dies später in die Zeitung, wirkt sich das ebenfalls auf das Wohlbefinden der Springer aus.

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Auch hier ist das Ziel in die Weltklasse vorzustoßen. Wer lieber einige Sprünge absolvieren möchte ohne gleich eine komplette Saison spielen zu müssen, kann auch eine auf wenige Events beschränkte Tournee auswählen oder sich gleich in den Trainingsmodus begeben, wo unzählige Sprünge bis zur Perfektion der Technik möglich sind.

Der Mehrspieler-Modus bietet die Möglichkeit, per "Hot-Seat" abwechselnd mit anderen Gamern zu zocken. Wie der Name schon sagt, wird dabei ständig die Sitzposition gewechselt, da in der Regel nur eine Person vor dem Rechner sitzen kann. Es können dann einige Spiel-Parameter von Hand festgelegt werden (Sprungschanze, Anzahl der Mitspieler, Punkteregeln usw.).Die Präsentation von Skispringen 2006 ist eher bieder und der heutigen Zeit kaum noch angemessen. Visuell macht das Spiel "nicht viel her", wie man so schön sagt. Es ist zwar nicht wirklich hässlich, aber ein Hingucker ist es auch nicht und die Sprungschanzen wirken doch recht auswechselbar. Für ein Lowbudget-Game mag das aber noch hinnehmbar sein.

Ebenfalls fragwürdig ist auch die Leistung des Sprechers. Sehr hausbackene Sätze, die sich zu allem Überfluss ständig wiederholen und obendrein bisweilen den Bezug zum Geschehen vermissen lassen. So sagt er des Öfteren, dass der Springer gestürzt sei, obwohl lediglich die Telemark-Landung vermasselt wurde. Oder es ist seiner Meinung nach gleich nach dem Abstoßen vom Block die Geschwindigkeit schon zu langsam, obwohl die Anzeige eine optimale Startphase ausweist. Das wirkt doch eher lieblos zusammengeschustert und erweckt den Eindruck der Flickenschusterei.Die Präsentation von Skispringen 2006 ist eher bieder und der heutigen Zeit kaum noch angemessen. Visuell macht das Spiel "nicht viel her", wie man so schön sagt. Es ist zwar nicht wirklich hässlich, aber ein Hingucker ist es auch nicht und die Sprungschanzen wirken doch recht auswechselbar. Für ein Lowbudget-Game mag das aber noch hinnehmbar sein.

Ebenfalls fragwürdig ist auch die Leistung des Sprechers. Sehr hausbackene Sätze, die sich zu allem Überfluss ständig wiederholen und obendrein bisweilen den Bezug zum Geschehen vermissen lassen. So sagt er des Öfteren, dass der Springer gestürzt sei, obwohl lediglich die Telemark-Landung vermasselt wurde. Oder es ist seiner Meinung nach gleich nach dem Abstoßen vom Block die Geschwindigkeit schon zu langsam, obwohl die Anzeige eine optimale Startphase ausweist. Das wirkt doch eher lieblos zusammengeschustert und erweckt den Eindruck der Flickenschusterei.