Ski Racing 2006 (PC Review)
von Nedzad Hurabasic

Nachdem wir uns gerade erst mit Ski Alpin 2006 das Konkurrenzprodukt von RTL vorgeknöpft haben, steht nun auch schon das nächste Vergleichsprodukt auf der Matte: Ski Racing 2006. Das kommt euch bekannt vor? Kein Wunder, erst vor wenigen Wochen haben wir ein Preview dazu veröffentlicht.

Nun können wir nicht nur überprüfen, wie es im Verhältnis zur Konkurrenz abschneidet, sondern auch ob die Vollversion halten kann, was die Vorabversion versprochen hat. Mehr noch: Diesmal testen wir die PC-Version.

"Ski Racing 2006 bringt den Ski-Sport größtenteils überzeugend auf die Mattscheibe, ein alternativer Arcade-Modus für den schnellen Spielspaß wäre aber zu begrüßen." So begann das Fazit unseres damaligen Previews und so könnte es auch diesmal eingeleitet werden, denn die PC-Fassung unterscheidet sich, soweit wir das feststellen konnten, überhaupt nicht von der PS2-Version.

Auch der Titelheld hat sich in der Zwischenzeit natürlich nicht verändert und heißt noch immer Hermann Maier, einer der erfolgreichsten alpinen Skirennläufer und Gewinner des Gesamtweltcups 2003/04. Doch auch wenn dieser Spitzenfahrer das Aushängeschild dieses Spiels ist, so sind wir lange noch nicht so weit.

Ski Racing 2006 - Der alpine Skizirkus zieht weiter! Reicht es für die Profi Liga?

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Und deshalb sollte der direkte Weg des Gamers zum Menüpunkt Tutorial führen, wo er die Grundsätze über die Steuerung der Spielfigur erlernen kann.

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Die Steuerelemente sind im Vergleich zu Ski Alpin 2006 deutlich komplexer und setzen sich aus sechs verschiedenen Einflussmöglichkeiten auf das Fahrverhalten zusammen. Wer beschleunigen möchte, muss seine Spielfigur per Tastendruck in die Hocke bringen, Carven führt sie selbstständig aus während sie nach links oder rechts gesteuert wird und beeinflusst die Geschwindigkeit dabei kaum, erweitert aber den Kurvenradius deutlich.

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Wer allerdings von der Ideallinie abkommt, weil er beispielsweise aus der Kurve getragen wird, der muss zu extremeren Mitteln greifen: Aufkanten. Mit diesem Stilmittel gelingt es auch bei brenzligen Situationen häufig noch, das nächste Tor regelgerecht zu durchfahren und so Strafen oder gar die Disqualifikation zu vermeiden. Allerdings geht das zu Lasten der Geschwindigkeit, die drastisch verringert wird. An kritischen Stellen wie diesen, so lernt der Ski-Novize, kann der Carve-Boost eingesetzt werden. In diesem Fall können auch schwierige Kurven geschnitten werden und das ohne Geschwindigkeits- oder Zeitverlust. Damit dieses Feature nicht grenzenlos eingesetzt werden kann, ist es mit einer Ausdaueranzeige verknüpft.

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Deshalb muss die Fähigkeit auch mit Bedacht eingesetzt werden, sonst ist sie erschöpft, wenn es ans Eingemachte geht.

Was dieses Spiel vom Konkurrenten unterscheidet, ist auch der Umgang mit Sprüngen. Während dort nach Herzenslust über lange Distanzen gesprungen werden darf, muss hier die Sprungweite möglichst begrenzt werden. Sonst droht nicht nur Geschwindigkeitsverlust, bei schlechten Landungen droht auch ein Verlust an Ausdauer. Deshalb soll vor jedem Sprung die "Unterdrücken"-Taste betätigt werden, die zu kürzeren Sprüngen verhilft. Diese Basics sind die Grundpfeiler des Spielgeschehens.

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Bedeutsam sind dabei vor allem die Start-Phasen, die in Kombination mit der Skating-Phase maßgeblich für die Startgeschwindigkeit des Athleten ist. Bis zum Erreichen des Ziels läuft das normale Renngeschehen ab, nach dem letzten Tor erscheint ein Symbol. Bis zur Überschreitung der Ziellinie kann der Spieler nun durch schnelles Drücken der Aktionstaste versuchen noch einige Hundertstel gut zu machen. Entscheidend für das Abschneiden der Spielfigur ist das aber höchstens marginal.

Viel wichtiger ist natürlich das Rennen an sich. Ob der Spieler sich nun gleich in den Weltcup stürzt oder noch vorher in freien Läufen trainieren möchte ist letztlich zweitrangig.

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In den meisten Spielstufen stehen sehr viele bis unendlich Probeläufe zur Verfügung stehen und daher der Besuch der Übungseinheiten sinnlos erscheint. Im Weltcup-Modus, dem zentralen Teil des Spiels, übernimmt der Spieler die Karriere eines Ski-Neulings und absolviert Rennen, um Erfahrungspunkte zu sammeln, sein Können (Skills) zu verbessern und neue Ausrüstungsgegenstände freizuschalten, ohne die der Weg bis zur Spitze kaum zu bewältigen ist. Punkte gibt es natürlich für die Rennen, 50 werden fürs Antreten ausgeschüttet und bis zu 50 weitere Zähler gibt es für den ersten Rang.Damit können die Fähigkeiten (Explosivität, Sprung, Geschwindigkeit und Aufkanten) des anfänglichen Pistenschrecks im Verlauf der Karriere immer weiter gesteigert, bis er wirklich ein ernstzunehmender Gegner wird. Eine weitere Möglichkeit an gute Ausrüstung zu kommen ist die Atomic Challenge, ein Spezialwettbewerb des Herstellers, bei dem unterschiedliche Aufgaben auf den Rennfahrer warten. Drei Kategorien (Geschwindigkeit, Sprung und Technik) mit verschiedenen Schwierigkeitsstufen laden zum Ausprobieren ein, allerdings sind nicht alle von Beginn an zugänglich und müssen erst freigeschaltet werden. Beim Meistern einer Aufgabe erhält der Spieler einen neuen Gegenstand für seine Spielfigur, die er im Charaktermenü anlegen kann. Ach hier gilt Ähnliches wie für den Wettkampf-Modus: Erst mit steigenden Werten und besseren Fertigkeiten hat man eine Chance.

Im Gegensatz zu Ski Alpin 2006 ist die Steuerung zwar etwas komplexer, dafür steuert sich die Spielfigur aber deutlich präziser über den Bildschirm.Die Bewegungen auf dem Gamepad werden feinfühlig genug auf die Spielfigur übertragen, um auch in hektischeren Momenten zu überzeugen. Lediglich in Sachen Perspektive hat der Konkurrent die Nase vorn, hier gab es im Vergleich zur Preview-Version leider keine Veränderungen mehr.

Die Rennstrecken sind teilweise nicht gut einsehbar - egal welche Perspektive man benutzt. Wer aber doch mal im Fangzaun landet, muss deshalb nicht gleich die Segel streichen. Zwar muss man zeitliche Einbußen hinnehmen, doch das Rennen kann in aller Regel fortgesetzt werden. Gerade in Slalom-Rennen erweist sich die präzisere Steuerung als äußerst wertvoll, auch die wesentlich abwechslungsreichere Streckengestaltung motiviert deutlich mehr als das Konkurrenzprodukt. Ein Streckenradar oder zumindest eine Anzeige über die bisher absolvierte Distanz (wie es sie bei Ski Alpin gibt) wäre trotzdem hilfreich gewesen.

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Eine gelungene Ski-Simulation benötigt auch eine möglichst realistische Vermittlung des Geschwindigkeitsgefühls - das gelingt Ski Racing 2006 ziemlich, auch wenn in einigen langgestreckten Flach-Passagen der Speed-Eindruck ein wenig leidet.

In grafischer Hinsicht überzeugen zwar die Zwischen- und Einleitungssequenzen, doch im Spielgeschehen selbst fällt die Darstellung qualitativ ein wenig ab. Das Gebotene wirkt allerdings ein wenig detailreicher als noch bei der PS2-Version, vor allem die Lichtverhältnisse werden sauberer und beeindruckender präsentiert. Mehr als durchschnittliche visuelle Kost sollte aber keiner erwarten.

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Wer sich bei diesem flotten Spielgeschehen noch auf die Randerscheinungen konzentrieren kann, der gehört schon zu den Meistern. In Sachen Sound bekleckert sich Ski Racing 2006 ebenso wenig mit Ruhm wie sein direkter Konkurrent. Die langweilige Fahrstuhl-Musik passt nicht zum rasanten Ambiente, fällt aber zumindest nicht negativ aus dem Rahmen. Dafür fallen aber die sehr kurzen Ladezeiten auf, meist vergehen nur wenige Sekunden, bis zum Start des Rennens.