Was muss passieren, damit eine seit Jahren populäre Videospielserie durch einen taufrischen Konkurrenten vom Board geschubst wird? Richtig, man muss ganz tief in die Innovationskiste greifen. Genau das haben die Entwickler von "Skate" getan und ein Funsportspiel geschaffen, das der Tony-Hawk-Serie die Flügel stutzt. Wer das anspruchsvolle "Skate" gespielt hat, dem erscheint jedes andere Boardspiel wie der reinste Kindergeburtstag. Warum? Lest selbst!

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Fans von Funsportspielen kennen das - der virtuelle Skater rollt von alleine. Per A-Taste wird gesprungen (Ollie), per Y-Taste gegrindet. Die B-Taste bewirkt Grabs und mit X zeigt ihr Fliptricks. Dies sind die Basics der geradezu festgefahrenen Tony-Hawk-Serie. Damit ist nun endlich mal Schluss, denn EA dreht den bisweilen verstopften Innovationshahn wieder auf und revolutioniert das Skateboard-Genre. Statt ein gutes Grundkonzept mit eher unwichtigen Features auszuschmücken, besinnt man sich wieder auf das Wesentliche. Die Grundfrage war, wie man den Sport möglichst authentisch und interessant in Form eines Videospiels verpacken kann.

Geniales Steuerungskonzept
Kern des frischen Konzepts ist eine Steuerung, bei der ihr beide Analogsticks nutzt. Während der linke Stick der Körpersteuerung und somit auch dem eigentlichen Manövrieren dient, kontrolliert ihr per rechtem Stick das Board. Wer beispielsweise einen Ollie (einfacher Sprung) zeigen möchte, zieht den rechten Stick erst eine Weile nach unten und drückt ihn dann schnell nach oben.

Skate - Bretter, die die Welt bedeuten: Skate schwingt sich zum Lord of the Board auf.

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Schicke Szenarien laden zum gepflegten Skaten ein.
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Das ist nicht nur intuitiv, sondern vermittelt zudem das Gefühl größerer Interaktion. Vorbei sind die Zeiten, in denen ihr Tricks per Knopfdruck ausgeführt habt - bei Skate müsst ihr euch die Moves hart erarbeiten. Mit zwei der vier Fronttasten sorgt ihr zudem für den nötigen Antrieb - jeweils eine Taste bewirkt, dass ihr euch mit dem entsprechenden Fuß vom Boden abstoßt.

Ein weiteres gutes Beispiel für das hervorragend ausgearbeitete Spielkonzept ist die Steuerung der Manuals. Bei diesem Showelement fährt der Skater nur noch auf einer Achse - also entweder auf den vorderen beiden Rollen oder auf den hinteren. Dies sieht deutlich einfacher aus als es tatsächlich ist und erfordert in der Realität sehr viel Balance und Feingefühl.

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Solche Aktionen sind zwar gewagt aber durchaus authentisch.
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Um bei "Skate" einen Manual auszuführen, müsst ihr den rechten Stick ganz leicht nach oben beziehungsweise unten drücken und danach durch leichte Bewegungen des Sticks die Balance halten. Wer zuvor durch harte Stickbewegungen Ollies und Flips ausgeführt hat und nun einen Manual in seine Line einbauen möchte, muss also blitzschnell auf extrem dosierte und feinfühlige Bewegungen umschalten, was der Realität erneut sehr nahe kommt.

Puristisches Skatevergnügen
Auch die Umgebungen, in denen ihr euch bewegt, sind größtenteils realen Gegebenheiten angepasst. Statt in schwindelerregender Höhe über Balkonbrüstungen und Stromleitungen zu grinden, bleibt EA mit "Skate" eher auf dem Boden der Tatsachen. Fans des Genres werden sich wundern, wie viel Übung und Koordination es bei "Skate" erfordert, gezielt auf einem Geländer zu grinden und die Aktion mit einem Fliptrick abzuschließen. Wer schon mal im realen Leben auf einem Skateboard gestanden hat, der weiß, wie anspruchsvoll solche Aktionen sind. Glücklicherweise gibt es ein Tutorial, in dem ihr Schritt für Schritt an die Steuerung des Spiels heran geführt werdet und das euch viel Zeit zum Üben bestimmter Aktionen gibt.

Hauptverantwortlich für den hohen Schwierigkeitsgrad sind die geniale Physikengine und die absolut exakt arbeitende Kollisionsabfrage. Wenn ihr bei "Skate" über ein Geländer grinden wollt, reicht es keinesfalls, den Absprung so abzustimmen, dass ihr das Geländer ungefähr trefft. Ihr müsst euer Ziel absolut exakt ansteuern und genau so auf der Metallstange landen, dass ein Grind nachvollziehbar funktionieren kann.

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Detaillierte Texturen verschönern die Skateumgebung.
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In den Wiederholungen, die ihr euch jederzeit ansehen könnt, lässt sich erkennen, wie sich das Board realistisch neigt und die Trucks (Achsen) einfedern. Bei langen Grinds beobachtet ihr zudem, dass sich die Rollen eures Boards noch drehen und die Rotation langsam nachlässt. Viele weitere Details des Skateboards, zu denen insbesondere auch schick gestaltete Unterseiten zählen, lassen Fans des Sports das Wasser im Mund zusammen laufen.

Zeig, was Du kannst!
Ein besonders cooles Feature ist der Replay Editor, mit dem ihr die zuletzt gezeigten Tricks für die Nachwelt festhalten könnt. Zunächst wählt ihr dabei die Sequenz aus, um die es geht. Dann positioniert ihr auf einem Zeitbalken Markierungen, mit denen ihr den Film in verschiedene Phasen einteilen könnt. Für jede dieser Phasen lässt sich nun separat eine Kameraperspektive, ein Farbeffekt (Sepia, Graustufen etc.) und die Abspielgeschwindigkeit auswählen.

Spielt ihr den Film nun ab, seht ihr eure Trickfolge auf Wunsch aus verschiedenen Perspektiven, während Zeitlupen für besondere Dramatik sorgen. Den fertigen Film könnt ihr nun lokal abspeichern oder sogar online zur Verfügung stellen, wo ihn andere Spieler ansehen und bewerten können. Typische Kategorien wie "am besten bewertet" oder "am häufigsten betrachtet" erleichtern online die Suche nach spektakulären Community-Filmen, die teilweise einen sehr hohen Unterhaltungswert haben. Schade ist nur, dass sich die Filme nicht unterbrechungsfrei betrachten lassen - nach einigen Sekunden muss das Spiel immer Nachladen.

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Die verschiedenen Boards wurden allesamt mit vielen Details versehen.
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Damit ihr trotz hohem Schwierigkeitsgrad auch coole Trickfolgen zustande bekommt, haben sich die Entwickler etwas Cooles einfallen lassen. Sobald ihr euch im Skatepark oder einem Stadtteil an geeigneter Stelle in Position gebracht habt, könnt ihr mit einer Tastenkombination einen Hotspot setzen. Mit einer weiteren Tastenkombination kehrt ihr nun sekundenschnell und jederzeit zu exakt dieser Position zurück. Ist die Trickfolge also missglückt, reicht es, zwei Knöpfe gleichzeitig zu drücken und schon könnt ihr es erneut versuchen.

Langzeitmotivation für Einzelspieler
Einzelspieler freuen sich über einen cool inszenierten Karrieremodus, bei dem ihr eingangs einen eigenen Skater erstellt. Besonders cool ist dabei die Präsentation, die direkt zu Beginn durch ein langes Intro im Stile eines B-Movies eingeleitet wird. Im Laufe der Karriere lernt ihr zunehmend neue Tricks, müsst Herausforderungen bestehen und auf den Titelblättern einschlägiger Skate-Magazine erscheinen. Natürlich dürft ihr euren Trickser auch mit coolen Klamotten ausstatten, neue Sponsoren an Land ziehen und in Zubehör investieren.

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Die Videos in denen ihr selbst Regie führt, sind eine Augenweide.
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Nach und nach schaltet ihr neue Stadtgebiete und Skateparks frei, die immer wieder für neue Motivation sorgen. Das Highlight ist schließlich die Teilnahme an Skateveranstaltungen wie den "X Games", bei denen ihr eine gigantische Rampe hinunter rast und euer Können unter Beweis stellt. Der fahrbare Untersatz lässt sich übrigens auch tunen - wer mag stellt die Trucks (Achsen) weicher ein, was euch einen engeren Wendekreis einbringt. Bei hohen Geschwindigkeiten fängt das Board dafür schneller an zu schlingern und lässt sich somit nur noch schwer kontrollieren.