Autor: Andreas Müller

Neben "Buzz" und diversen "EyeToy"-Titeln, zählt die "Singstar"-Serie wohl zu den innovativsten Spielkonzepten, die im Laufe der letzten Jahre für die Playstation 2 entwickelt wurden. Mit "Singstar Legends" erscheint nun der bereits achte Teil, der seinerseits mit einer interessanten Songauswahl daher kommt. Wir stellen Spiel und Nachbarschaft auf die Probe und testen, ob sich die Anschaffung lohnt...

Legenden der Leidenschaft
In Zeiten von "Popstars" und "Deutschland sucht den Superstar" ist es zunehmend populär, auch als absoluter Gesangslegastheniker sein Umfeld mit dem eigenen Gejaule zu verwöhnen.

Wem der Mut fehlt, an diversen Castings teilzunehmen, bekommt mit "Singstar" die perfekte Gelegenheit. Nie war Karaoke derart massenmarkttauglich wie bei dieser Serie. Man nehme eine Playstation 2, zwei per USB anschließbare Mikrofone, ein Singstar Spiel und ein paar gute Freunde - schon ist das Abendprogramm perfekt. Guter Kontakt zur Nachbarschaft, Chips und ein wenig Alkohol für die eher zurückhaltende Fraktion sind ebenfalls angebracht, und schon kann die Party beginnen. Das Gesamtangebot an Songs ist mittlerweile dermaßen groß, dass jeder einen passenden Titel finden sollte.

Singstar Legends - Bier, Chips, Singstar - fertig ist die Party! Nachbarschaftskrise inklusive...

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Mit dem neuen "Singstar Legends" wird die Liste populärer Songs um viele namhafte Tracks erweitert. Der Titel ist Programm, sodass ihr hier tatsächlich größtenteils legendäre Songs geboten bekommt. Von U2s "Vertigo" über Nirvanas "Smells like Teen Spirit" bis hin zu John Lennons "Imagine" ist das Spektrum sehr breit gefächert. Ölt eure Stimmen und gebt euer Bestes, die Bewertung wird es euch danken!

Mit einer "Singstar"-Session ist allerdings in jedem Fall ein hoher Geräuschpegel verbunden, da ihr die Songs nicht leise performen könnt. Besonders impulsive Songs verlangen sogar, dass ihr lautstark ins Mikrofon schreit, weil es sonst kaum möglich ist, die geforderte Dynamik zu erreichen.

"Brüh im Lichte..." Textsicherheit zum Glück nicht erforderlich
Am einfachen und gleichzeitig genialen Spielprinzip wurde auch diesmal nichts verändert. Nachdem ihr euch einen Song ausgesucht habt, läuft die Musik an und der Text wird im typischen Karaokestil am unteren Bildschirmrand eingeblendet. Die Textpassagen, die gerade gesungen werden, sind zudem farblich markiert.

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Astronaut in pink: Elton John ist der "Rocket Man"
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Wie in den alten Teilen ist es allerdings weniger entscheidend, den richtigen Text zu singen - viel wichtiger ist es, die Töne zu treffen. Sämtliche Gesangspassagen werden durch Balken repräsentiert, die analog zur Tonhöhe positioniert sind und im Laufe des Songs von rechts nach links über den Bildschirm wandern. Ein leuchtender Punkt visualisiert das, was ihr gerade per Mikrofon zum Besten gebt. Im Idealfall liegt dieser Punkt exakt auf den eingeblendeten Balken.

Je länger und exakter ihr die Tonlagen zur richtigen Zeit trefft, desto mehr Punkte bekommt ihr für eure Leistung. Als besonderen Anreiz gibt es bestimmte Sequenzen, die einen Zusatzbonus bringen. Solche Passagen sind meistens besonders schwierige Stellen, bei denen ihr entweder ungewöhnliche Tonlagen treffen oder einen Ton sehr lange halten müsst. Wer hier richtig liegt, kann auch zuvor vermasselte Einlagen wettmachen und letztendlich doch noch die Highscoreliste erklimmen. Damit ihr euch nicht nur visuell orientieren könnt, wird zudem der Originalgesang eingespielt, so dass ihr sehr schnell ein Gespür für die vorgegebene Gesangstechnik und den Rhythmus bekommt.

Du bist im TV!
Besitzer der "EyeToy"-Kamera dürfen ihr Umfeld nicht nur mit ihren teils fragwürdigen gesanglichen Leistungen unterhalten, sondern dazu auch noch ein dummes Gesicht machen. Dank angeschlossener Aufnahmetechnik seht ihr euch dann nämlich selbst im Hintergrund auf dem Bildschirm. Der besondere Clou ist der im Anschluss optional darstellbare Zusammenschnitt der besten Szenen. Weil dabei nur das aufgenommene Bild im Zusammenspiel mit dem aufgenommenen Ton abgespielt wird - also ohne den Originalgesang - sind das die Momente, in denen Anfängern sehr schnell bewusst wird, warum man sich beruflich anderweitig orientieren sollte.

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Die Balken zeigen an, ob wir stimmlich richtig lagen.
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Wer keine "EyeToy"-Kamera besitzt oder sie nicht anschließt, bekommt stattdessen die Originalvideos der Songs zu Gesicht. Wer mag, darf zudem im direkten Vergleich mit Freunden singen oder auch in Teams gegeneinander antreten. Für spannende Gesangswettbewerbe ist also gesorgt.

Die Auswertung der abgegebenen Leistung funktioniert sehr gut und ist durch die Visualisierung während des Singens jederzeit transparent und nachvollziehbar. Einziger Nachteil ist die Tatsache, dass Textsicherheit nicht belohnt wird. Wer die ganze Zeit in richtiger Tonlage in das Mikrofon summt oder Fantasietexte von sich gibt, erhält trotzdem sehr gute Bewertungen. Ein Umstand, der allerdings technisch schwer umgänglich ist - hier gilt es, auf die Fairness des Sängers und die Sanktionen der Konkurrenten zu vertrauen.