Nach vielen Jahren Singstar auf der Playstation 2 wagt die Serie endlich den seit langem geforderten Schritt nach vorne. Dank „SingStore“ und „My Singstar“ dürft ihr die Trackliste endlich dynamisch erweitern und tolle Performances mit der ganzen Welt teilen. Schafft nun auch die beliebte Karaokeserie den Sprung in die nächste Generation? Wir haben unsere Stimmen geölt und die Nachbarn das Fürchten gelehrt.

Singstar - Sexy Werbespot

Singstar für die Playstation 3 wird wie gewohnt in zwei verschiedenen Varianten angeboten. Zum einen das Bundle für rund 65 EUR, bei dem ihr nicht nur das Spiel, sondern auch die passende Mikrofonhardware erwerben könnt. Wer auf kabellose Mikrofone gehofft hat, wird allerdings enttäuscht.

Singstar - Alle mitsingen bitte: Jetzt darf endlich auch auf Sonys kleiner Schwarzen gerockt werden.

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Erneut umfasst die Trackliste auch wieder ein paar deutsche Songs.
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Zwar können die soliden, hochwertigen Mikrofone noch immer begeistern, doch unterscheiden sie sich nicht von ihren PS2 Pendants. Wer also bereits „altes“ Singstar-Equipment besitzt, sollte sich das Geld sparen und zum einzelnen Spiel für gut 30 EUR greifen. Kabellose Mikrofone befinden sich wohl noch in der Entwicklung und werden bald als Zubehör erhältlich sein.

Same Performance as every Year!

Für Spieler ohne Onlineanbindung ändert sich gegenüber den PS2-Sprösslingen der Serie herzlich wenig. Wie gewohnt wählt ihr zwischen den Spielmodi „Einzel“, „Duett“ oder „Duell“. Da Singstar in erster Linie ein Partyspiel ist, solltet ihr jedoch möglichst ein paar Freunde zusammen trommeln und euch für einen der beiden letzteren Spielmodi entscheiden. Abwechselnd macht allerdings auch der „Einzel“-Modus viel Spaß, da Singstar auf Wunsch für jeden Spieler ein Profil erstellt, das sich im Laufe der Zeit mir interessanten Statistiken füllt.

Das Songrepertoire umfasst 30 Songs aus unterschiedlichen Stilrichtungen, allerdings sind die einzelnen Lieder oft recht weichgespülte Vertreter ihrer Zunft. Wer beispielsweise einen rockigen Song singen möchte, trifft mit „All the small things“ von „Blink 182“ bereits die rockigste Wahl. Konnte man bei auf der PS2 noch Tracks von „Nirvana“, „The Offspring“ und „Motörhead“ zum Besten geben, ist das Ende der Fahnenstange des neuen Singstar schnell erreicht.

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Die Kreischgebrüll-Initiatoren „Tokyo Hotel“ sind natürlich auch dabei.
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Zudem erinnert Sony den deutschen Markt an seine düstersten Stunden. Angefangen bei Tokyo Hotel, über Lou Bega und US5 bis hin zu Texas Lightning wurde so ziemlich alles ausgegraben, was man hierzulande schon nicht mehr hören kann - Teenies dürften dennoch ihren Spaß haben. Für alle anderen bleiben immerhin noch traditionelle Bands wie „U2“, „Depeche Mode“, „Gorillaz“ und einige mehr.

Modernisiertes Singstar mit Community- und Download Features, das weiterhin auf dem altbewährten Spielprinzip basiert! Spaßig, aber nicht revolutionär!Fazit lesen

Leider werden die Musikvideos längst nicht bei allen Songs in HD Qualität gezeigt, so dass sich das Spielerlebnis letztlich teilweise kaum von dem unterscheidet, was man schon von der PS2 gewohnt war. Wie üblich gilt es, die als Balken eingezeichneten Töne durch gute gesangliche Leistungen möglichst exakt zu treffen. Die Texte der Songs werden dabei in guter alter Karaokemanier am unteren Bildschirmrand eingeblendet. Der bewährte Spielablauf bleibt also unangetastet.

Doppelte Kosten für Fans der Serie

Äußerst ärgerlich: Songs von PS2-Discs lassen sich nicht einfach in das Spiel importieren lassen. Fans der Serie, die sich über Jahre ein großes Singstar Songrepertoire aufgebaut haben und nicht auf die guten alten Tracks verzichten möchten, werden somit ein zweites Mal zur Kasse gebeten. So finden sich denn auch einige aus den Vorgängern bekannten Songs im neuen „SingStore“. Für 1,49 EUR pro Song könnt ihr die Trackliste hier individuell erweitern.

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Viele der Videos liegen noch nicht in HD-Qualität vor.
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Ein geschickter Schachzug von Sony – wie geschickt wird spätestens dann klar, wenn ein Spieler im Rahmen einer Singstar Party „nur mal kurz“ gucken möchte, was im „SingStore“ alles angeboten wird. Schnell finden sich dort nämlich die spontan gekürten Lieblingssongs, die man doch mal schnell herunter laden könnte. Der Druck auf den Gastgeber steigt und eigentlich sind 1,49 EUR ja auch nicht viel Geld – aber wer begnügt sich schon mit einem Song? So wird der „SingSore“ schnell zum „(Money)SinkStore“.

Neben dem „SingStore“ umfasst das neue Singstar auch noch ein weiteres Modefeature. Bei „My SingStar“ dürft ihr eure mehr oder weniger schrillen Leistungen mit anderen Spielern der Community teilen. Auf Wunsch zeichnet das Spiel automatisch 30 Sekunden eurer Gesangsperformance auf, die ihr danach der Weltöffentlichkeit präsentieren könnt.

Designschwächen beim Community Part

Damit andere Spieler nicht nur eure fabelhafte Stimme hören sondern auch das Gesicht des aufstrebenden Talents sehen können, solltet ihr unbedingt eine PlaystationEye Kamera anschließen. Schade und unverständlich ist, dass die Aufnahmezeit pro Song auf 30 Sekunden limitiert ist und ihr nicht mal wählen könnt, wann die Aufnahme beginnen soll. So ist der Aufnahmepart bei jedem Song festgelegt.

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Und noch ein deutscher Exportschlager – Sarah Connor ist auch an Bord.
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Liegt eure Lieblingspassage außerhalb des Aufnahmefensters, bleibt der Community euer spezielles Können vorenthalten. Hier bleibt noch viel Raum für Nachbesserungen. Auch ein weiteres Problem bleibt bestehen: Nach wie vor ist es nämlich völlig egal, was ihr in das Mikrofon trällert, solange ihr dabei die Töne trefft. Wer Textunsicherheiten aufweist, schafft es auch mit einem sauber gesungenen „La la la“ in die Bestenliste.