The Simpsons - Hit & Run (PC-Test)
(von Tobias Wüst)

Wieder eine verkorkste Videospiel-Umsetzung der TV-Kultserie? Wir haben »Simpsons - Hit & Run« für Euch genauestens unter die Lupe genommen...

Wer kennt sie nicht, die Familie Simpson aus Springfield?

Seit fast 15 Jahren begleiten uns mittlerweile die chaotischen Abenteuer der gelben Sippe in unserem täglichen TV-Programm und ein Ende scheint zumindest vorerst nicht in Sicht.

Die Geschichte der Simpsons Videospiele reicht beinahe genauso lang zurück. Schon kurze Zeit, nachdem die ersten Folgen über den Bildschirm flimmerten, wurden Spielefans mit Umsetzungen für den Amiga und das NES beglückt (»Bart vs. The Space Mutants«). Bis zum heutigen Tag wurden noch zahlreiche andere Titel veröffentlicht, die eigentlich jedes System, vom Game Boy über das Sega Genesis bis hin zum PC, abdecken. Auch das Spielgenre wurde permanent gewechselt, aber richtig überzeugen konnten weder Wrestling-Titel noch Skateboard-Spiel.

»The Simpsons - Hit & Run« ist also der nächste Versuch, das geniale Flair der Comic-Serie auch auf den heimischen Computer zu übertragen. Fans der ersten Stunde haben sicherlich auch dieses Mal wieder Hoffnung, dass es die Entwickler nun endlich geschafft haben.

»Grand Theft Auto« lässt grüssen
Das Spiel startet an einem gewöhnlichen Morgen im Haus der Simpsons in Evergreen Terrace. Homer, unsere Spielfigur (wer

sonst!), sitzt verschlafen auf der Wohnzimmer-Couch und bemerkt eine Cola-Werbung im Fernsehen. Wie könnte es anders sein, diese neue Buzz-Cola muss natürlich sofort probiert werden. Also nichts wie ab in den Kwike Markt. Auf dem Weg zum Auto werden wir noch von Marge angesprochen, die uns bittet, Krokant-Eis mitzubringen. Schon haben wir ihn, unseren ersten Auftrag. Am Wagen angekommen, machen wir uns also auf den Weg: es soll eingekauft werden. Die korrekte Fahrtrichtung wird uns dabei mit Pfeilen auf der Strasse angezeigt, die man auf Grund der wenigen Abzweigungen auch hätte weglassen können. Schon kurz nach dem Abbiegen aus der Ausfahrt fühlt man sich im Spiel heimisch, denn vieles erinnert an die erfolgreiche »Grand Theft Auto« - Reihe. Der Einstieg fällt also denkbar leicht.

Nach unserem problemlosen Einkauf gelangen wir ohne große Umwege ins nächste Rätsel, das sich zum vorherigen allerdings nur geringfügig unterscheidet.

Simpsons - Hit & Run - Ein Mann sieht gelb! Tobias Wüst hat die neueste Spiele-Umsetzung unter die Lupe genommen!

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Hier wird auch schon ein großes Manko des Spieles deutlich: Die Aufgaben sind leider alles andere als abwechslungsreich. Irgendwie gilt es immer irgendwelche Gegenstände aufzusammeln, gegnerische Fahrzeuge zu rammen oder vor einem Kontrahenten einen bestimmten Ort erreicht zu haben. Vom Ideenreichtum eines GTA ist Hit & Run meilenweit entfernt.

Um dem Spiel aber trotzdem eine abwechslungsreiche Note zu verpassen, haben die Entwickler die Möglichkeit geschaffen, in unterschiedliche Rollen zu schlüpfen. Nach dem guten alten Homer steuert man Bart, Lisa, Marge und Apu. Die eigentlichen Aufgaben ändern sich aber wie gesagt kaum, der Schwierigkeitsgrad steigt dagegen merklich an.

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Im Gegensatz zu GTA wird in Hit & Run komplett auf Waffen verzichtet. Eine Entscheidung, die man nur unterstützen kann, denn schliesslich ist das Spiel eher für eine jüngere Zielgruppe gedacht. Erfahrenen GTA-Spielern düfte somit allerdings auch ein wichtiger Aspekt fehlen.

Rette Springfield!
Was ist eigentlich das Hauptziel in Hit

& Run? Diese Frage stellt man sich unweigerlich, wenn man zu Beginn im Wohnzimmer der Simpsons steht. In Springfield ereignen sich merkwürdige Vorkommnisse. Menschen verschwiden, auf Feldern erscheinen mysteriöse Kornkreise, nach und nach kommt der Spieler in die Story von Hit & Run eingeführt.

Ziel ist es letztlich, Springfield vor dem Untergang zu retten. Wie könnte es auch anders sein!

Das komplette Spiel ist in sieben grosse Level unterteilt. Negativ fällt auf, dass man nicht die komplette Stadt befahren kann wie beispielsweise in »Grand Theft Auto« sondern immer nur einzelne Strecken zum Befahren freigegeben sind.

Simpsons in 3D
Die Grafik kann man durchaus als gelungen betrachten. Zwar sind die 3D-Figuren auf den ersten Blick eher ungewohnt (kannte man sie so doch bisher nur aus der Folge »Panik, Amok, Horror-Show«), doch schon schnell findet das Auge gewisses Gefallen an diesen 3D Objekten.

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Auch die Stadt selber ist sehr gelungen. Die aus der Serie bekannten Gebäude erkennt man sofort wieder, lediglich die etwas willkürliche Anordnung missfällt jedem waschechten Simpsons-Fan. Wer sich in der Phantasiewelt allerdings nicht so auskennt, findet in Hit & Run nette Comic-Grafik, die auch nach mehreren Stunden Spielzeit noch nicht eintönig wird.

Kameraführung nicht optimal
Vieles wurde aus »GTA« übernommen, warum bitte sehr nicht auch die Kameraführung? »The Simpsons - Hit & Run« besitzt leider einen fest vorgegebenen Blickwinkel, der sich im Spiel zwar schon hin und wieder ändert, der Spieler jedoch

darauf keinen Einfluss hat. Die Perpesktive ist somit nicht immer optimal. Eine frei drehbare Kamera würde dem Spiel nur gut tun, denn Jump & Run Abschnitte werden teilweise zum reinen Glücksspiel, was sich sehr schnell auf die Motivation auswirken kann.

Originalstimmen aus der Serie
In »Hit & Run« kommt teilweise richtiges Simpsons-Flair auf. Das liegt zum einen an zahlreichen Goodies im Spiel selber, wodurch Fans sofort an bestimmte Simpsons-Folgen erinnert werden und das eine oder andere Schmunzeln nicht ausbleibt. Einen noch grösseren Anteil haben allerdings die Originalstimmen aus der Serie, wodurch man sich teilweise in Episoden hinein versetzt fühlt.

Während den Autofahrten sind die Kommentare zwar nicht immer passend. Dies ist allerdings nur ein kleiner Schönheitsfehler, den man durchaus in Kauf nehmen kann.