Zauberer haben wahrlich kein leichtes Leben. Das wissen Fans nicht erst seit Harry Potter. Doch was, wenn ein Zauberlehrling sich nicht nur mit magischen Geschöpfen, sondern auch mit finsteren Außerirdischen herumschlagen muss? Simon bekommt diese Erfahrung am eigenen Leib zu spüren.

Das mittlerweile fünfte Abenteuer des – nach eigener Meinung – weltbesten Zauberers geht damit ganz neue Wege. Die Zeiten der boshaften Tyrannen, idyllischen Märchenwälder und Zauberschränken, die als Dimensionstor dienen, sind leider endgültig passé.

Wie sich der Protagonist im neusten Teil der Serie schlägt, ob Charme, Wortwitz und Humor an das Niveau vergangener Tage heranreichen können und ob Rätselfreunde auf ihre Kosten kommen, erfahrt ihr in unserem Test.

Verloren in den unendlichen Rätselweiten? Unsere Simon the Sorcerer 5 Komplettlösung hilft.

Simon the Sorcerer 5: Wer will schon Kontakt? - Offizieller Trailer

Die unheimliche Begegnung der dritten Art

Eigentlich wollte Simon mit seiner geliebten Alix nur das Feuerwerk am Himmel der Zauberwelt genießen. Dass diese Feier jedoch mit einer außerirdischen Invasion endet, hätte sich selbst der pubertäre Möchtegernmagier nicht träumen lassen. So geschieht es, dass die kleinen grünen Männchen die gesamte Stadt verwüsten und obendrein die schöne Alix entführen.

Simon the Sorcerer 5: Wer will schon Kontakt? - Ausgezaubert?

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Rat mal, wer zum Essen kommt: Aliens in der Zauberwelt.
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Klar, dass Simon sofort die Heldenmoral packt. Er startet eine Rettungsmission, um seine Geliebte aus den glitschigen Fängen der Invasoren zu befreien – wäre da nur nicht das geheimnisvolle Maulwurf-Einsatzkommando, das dem Protagonisten das Leben schwer macht und ihn als Geisel auf eine einsame Insel verschleppt.

Packshot zu Simon the Sorcerer 5: Wer will schon Kontakt?Simon the Sorcerer 5: Wer will schon Kontakt?Erschienen für PC kaufen: ab 3,99€

Was hier klingen mag wie eine Mischung aus Mars Attacks! und Fluch der Karibik, stellt grob den skurrilen Handlungsstrang von „Simon the Sorcerer: Wer will schon Kontakt“ dar. Vorbei sind die Streifzüge durch friedliche Wälder und Märchenschlösser. Nun gilt es, Labore, unterirdische Gänge, eine entlegene Insel sowie die Weiten des Weltalls zu erkunden. Begegnungen mit spleenigen Charakteren, überraschende Wendungen und markante Anspielungen würzen die Story zusätzlich. Einen Mangel an Abwechslung gibt es nicht.

Einfache Rätselkost

Die Handlung findet ihren Anfang in der Hauptstadt der Zauberwelt, die von den Außerirdischen belagert wird. Es liegt an Simon einen Ausweg zu finden, um mit der Suche nach Alix zu beginnen. Zum Leid des Protagonisten häufen sich aber die Probleme – und damit auch die Rätsel. Simon benötigt ein Gefährt, um sich unbemerkt aus der Stadt zu schleichen. Dann müssen zwei Invasoren, die den Marktplatz belagern, ausgeschaltet und die Stadtwache Frank, die stur wie ein Betonpfosten die Stellung hält, verscheucht werden. Also an die Arbeit!

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Alter Bekannter: Der Sumpfling ist natürlich wieder mit dabei.
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Glücklicherweise kann der Titelheld auf alte Freunde bauen. Mit einem selbstgedrehten Film helfen Sumpfling und Goldlöckchen Simon dabei, die Stadtwache von der Übermacht der Außerirdischen zu überzeugen. Kurzerhand räumt diese den Posten und überlässt dem Protagonisten den Schlüssel für das Rathaus, in welchem sich ein verrückter Professor versteckt hält. Ist dieser erstmal befreit, stellt er euch eine Maschine zur Verfügung, die euch in die Freiheit befördern soll.

Simon the Sorcerer 5 spaltet die Spielerschaft. Für Fans ein Reinfall, für Einsteiger ein Leckerbissen.Fazit lesen

Nun bedarf es nur noch eines geschickten Ablenkungsmanövers, um die beiden Aliens vom Marktplatz zu vertreiben. Eine Rakete und eine provisorisch zusammengezimmerte Abschussvorrichtung reichen dazu aus…

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Was für ein crab! Die Rätsel sind relativ einfach gehalten.
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So einfach wie dieses Rätsel präsentieren sich zahlreiche Knobeleien in „Simon the Sorcerer: Wer will schon Kontakt?“. Diese mehr oder minder moderaten Rätseleinlagen mühen Genreliebhaber nicht. Selbst Anfänger erkennen, dass Kaffeebohnen vorher geröstet und pulverisiert werden müssen, bevor man sie in eine Kaffeemaschine füllt. Dass eine Harpune mit einem Seil verknüpft zu einer Rettungsleiter taugt, ist ebenfalls augenscheinlich.

Man muss auch nie lange nach notwendigen Kombinationsgegenständen suchen. Die Areale sind sehr klein ausgefallen, wodurch wichtige Objekte rasch erkannt und eingesteckt werden können. Der Titel fordert eben nur auf mittlerem Niveau, was für Anfänger sicherlich einen Pluspunkt darstellt. Die Spielzeit fällt recht kurz aus und die sechs Kapitel sind schnell gelöst.

Humor ist wenn man trotzdem lacht?

Neben Rätseleinlagen und Hintergrundgeschichte glänzte die Simon-Serie in der Vergangenheit vor allen Dingen durch den charakteristischen Humor. Man erinnere sich nur an die sozialistischen Holzwürmer – die Witze waren anspruchsvoll und abgedreht zugleich; so wie der Titel und die Hauptfigur selbst.

Der Humor in „Simon the Sorcerer: Wer will schon Kontakt?“ wirkt jedoch oftmals platt und pubertär. Die Witze sind abgedroschen und nur selten niveauvoll, ähnlich wie im unrühmlichen dritten Teil der Serie. Das Rotkäppchen verkommt so beispielsweise zu einer pöbelnden Klischee-Emanze („Ey, isch komm nisch aus Neukölln, kapiert ey“).

Simon the Sorcerer 5: Wer will schon Kontakt? - Ausgezaubert?

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Auch Wolf und Flaschengeist trifft Simon wieder.
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Der fünfte Simon schmeißt seine Genres wild durcheinander, kann sich nicht entscheiden, ob es Piratenabenteuer, intergalaktische Sternensaga oder Fantasyadventure sein möchte, doch fehlt es ihm am Wesentlichen: Magie. Der Zauberstab wurde durch eine Laserkanone ersetzt und der britische Humor durch den Holzhammer – was den Charme der Serie erheblich demoliert. Von Absurditäten erschlagen arbeitet sich der Spieler von Kapitel zu Kapitel vor und sucht ständig den Sinn hinter gewissen Aktionen. Warum verfolge ich eine Bande Maulwürfe, wenn doch eigentlich Aliens meine Freundin entführt haben?

Charmante Aufmachung

Immerhin schafft es die Grafik zu überzeugen. Der Protagonist wie auch die anderen Charaktere sind 3D-animiert und bewegen sich durch hervorragend gezeichnete 2D-Hintergründe. Kräuselnde Wolken, geschwungene Gebäudegrafiken und eine comichafte Umsetzung der Umgebung erwecken den Eindruck einer modernen Interpretation der Monkey-Island-Spiele.

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Die Comic-Charaktere erinnern an Goin' Downtown.
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Die Charaktere sind – passend zum Humor – überzeichnet dargestellt, angelehnt an den Comiclook des ebenfalls von Silver Style stammenden Goin’ Downtown. Dennoch hätten Mimik und Gestik sowie die Bewegungen beim Laufen weniger steif ausfallen können. Von Lippensynchronität scheinen die Entwickler ebenfalls noch nichts gehört zu haben.

Solide Arbeit leisten die Synchronsprecher, die den plumpen Humor oft durch ihre gut vorgetragenen Texte etwas Würze verleihen. Einzig die Sprachgeschwindigkeit hätte höher ausfallen können. So ist man oft aus Ungeduld dazu verführt, Passagen zu überspringen.