Kollege Weidner machte sich im Januar Hoffnung , dass »Silverfall: Wächter der Elemente« dem etwas drögen Originalprogramm eine Frischzellenkur verpassen würde. Glücklicherweise hat er Recht behalten. Zwar mutiert das Ganze nicht innerhalb einer Generation zum Übergame, aber hey: In der jetzigen Form handelt es sich um ordentliche Unterhaltung für wenig Geld.

Silverfall - Wächter der Elemente - Interface Trailer

Während ich selbst in der Regel recht geordnet bin, neigen CDs und DVDs bei mir zur rückstandslosen Desintegration. Ein Jahr sehe ich sie im großen Haufen bei ihrer Familie schlummern, Sekunden bevor ich nach ihnen greife, entschlüpfen sie in ferne Welten. Entsprechend panisch reagiere ich auf Add-ons: Habe ich das verdammte Original noch? Hatte ich es jemals?

Silverfall - Wächter der Elemente - Jeder verdient eine zweite Chance: Das Addon zum Action-RPG macht Vieles besser als das Hauptspiel.

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Wieder einmal kämpfen wir um das Gleichgewicht zwischen Technik und Natur.
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An dieser Stelle hat »Silverfall: Wächter der Elemente« mir das erste Mal den Tag gerettet. Ist es doch eine eigenständige Erweiterung, die das Grundspiel nicht benötigt. Für knappe 30 € bekommt ihr demzufolge eine Art abgespecktes »Silverfall 2«, ein Click-and-Slay-Titel aus der »Diablo«-Nachkommenschaft (so großzügig, dass man gleich das Grundspiel dazulegte, war »Monte Cristo« dann allerdings auch nicht).

Diesmal tretet ihr nicht als gemeines Fußvolk an, sondern seid selbst König(in) des Reichs Nelwë. Außer an eurer Jobbeschreibung ändert sich allerdings wenig, da im Falle des Falles Helden rar sind und somit Hochwohlgeboren persönlich Hand, bzw. Schwert anlegen muss, um der neusten finsteren Bedrohung Herr zu werden.

Klassentreffen

Wer hierbei nicht Reckenrecycling betreiben und auf seinen ollen Silverfallveteran zurückgreifen möchte oder kann, darf eine neue Heldenlegende (Stufe 45) aus der Taufe heben. Entweder verpasst man dieser eine der Geschmacksrichtungen Berserker, Jäger, Meuchelmörder, Elementarmagier, Paladin oder Schattenmagier und legt damit Fähigkeiten und Ausrüstung fest.

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Dschungel und Inkatempel gehören zu den neuen Settings.
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Oder man wählt die Option »Freie Spezialisierung«, welche gefühlte drei Millionen Punkte auf die verschiedenen Skills und Attribute verteilen lässt - was augenscheinlich den Vorteil der absoluten Entscheidungsfreiheit bedeutet. Sie bringt den weiteren Vorteil mit sich, alle Levellingsünden direkt zu Spielbeginn entlarven zu können.

Neben den Rassen des Grundspiels (Mensch, Elf, Troll oder Goblin) gibt’s zwei Ergänzungen, nämlich Zwerg und Echsenmensch. Bringen wir an dieser Stelle am Besten auch gleich die obligatorischen Zahlenkolonne hinter uns: 30 neue Fähigkeiten, 23 weitere Maps, 50 Rüstungen, 42 Waffen, 20 Monster plus 9 Bossgegner. Geschätzte Spieldauer: 25 Stunden.

Die wichtigste Änderung dürfte jedoch das überarbeitete Interface sein sowie das Crafting-System. Ersteres bedeutet im Prinzip nicht mehr, als dass ihr nun auf Tastendruck die (zudem optisch veränderten) Anzeigen wie Shortcuts, Minimap oder Energieanzeige frei auf dem Bildschirm verschieben könnt.

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In den Verzauberungsmenüs können (nicht nur) eigene Gegenstände geboostet werden.
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Das Crafting bietet dagegen die Möglichkeit, über Fertigkeitspunkte diverse Handwerke zu erlernen. Mit diesen könnt ihr dann aus herumliegenden Stoffen wundersame Waffen und grandiose Rüstungen zusammenklöppeln sowie diese auf verschiedenen Ausbaustufen verzaubern. Die so geschaffenen Artefakte halten nicht immer mit den im Spiel gefundenen mit, dafür kann deren Aussehen relativ frei gewählt werden. Der modebewusste Held investiert also in des Handwerks goldenen Boden.

Liebe zu (manchen) Details

Manches Feintuning gerät weniger auffällig, ist dafür aber umso nützlicher. Beispielsweise deutet nun ein zusätzlicher Zeiger auf der Minimap die Blickrichtung an. Für Menschen wie mich, mit dem Orientierungssinn eines kopflosen Huhns in einem Wäschetrockner, ist das essentiell.

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Die weißen Umrandungen zeigen: Wir basteln gerade am Interface herum.
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Da es sich um ein Addon handelt, bleiben allerdings viele der Unstimmigkeiten des Grundspiels bestehen. Etwa unausgewogene Klassenbalance (probiert z.B. mal Eis-plus Beschwörungszauber und levelt nur Intelligenz und Vitalität), Gegnerscaling, begrenzte Variation der Optik gefundener Waffen und Rüstungen oder kleinere Glitches wie das Verschwinden von Beschwörungen/Verzauberungen beim Abschnittswechsel sowie bis über den Tod hinaus strammstehende Mobs.

Langsam wird’s! Einiges gleich, vieles besser: Noch ein paar Generationen und Silverfall ist ein echter Hit.Fazit lesen

Die oberste Charakterstufe des Ganzen liegt übrigens nach wie vor bei 99. Der Kampf bis dahin wird wenigstens insofern spannender gestaltet, als es ab Level 60 noch einmal einen Satz neuer Fähigkeiten gibt. Also: Frohes Grinden!