Narvik 1940: Eine Gruppe deutscher Zerstörer wird vor dem Hafen von überlegenen britischen Seestreitkräften erwartet. Den Zerstörern und vor allem dem Schlachtschiff „Warspite“ haben sie nichts entgegenzusetzen. Gottseidank ist ja Kapitänleutnant Mash vor Ort und kann eingreifen.

Silent Hunter 5 - Battle Of The Atlantic - FPS Gameplay3 weitere Videos

Mit seinem U-Boot macht er sich auf den Weg, um die „Warspite“ zumindest kampfunfähig zu machen – so hätten die kleinen Torpedoträger eine Chance gegen die dann nur noch gering zahlenmäßig überlegenen Engländer. Das Wasser ist zwar nicht viel tiefer als in meinem Swimming Pool, aber was soll’s.

Silent Hunter 5 - Battle Of The Atlantic - Riesige Bug-Welle voraus!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/9Bild 16/241/24
So sieht der U-Boot-Fahrer Zerstörer am liebsten.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Doch Kilometer vor meinem Ziel nimmt ein Zerstörer direkten Kurs auf mich. Diese Schiffe sind mit ihrem Asdic-Ortungssystem und den Wasserbomben der natürliche Feind eines jeden Tauchbootes. Aber Kaleun Mash, wagemutig wie er nun mal ist, erinnert sich an den Film „U-571“ und feuert einen Torpedo direkt auf das entgegenkommende Kriegsschiff ab. Und obwohl die Silhouette von vorn extrem schmal ist, treffe ich den Bug, der sich formschön verabschiedet. Gerade noch rechtzeitig, denn das Schiff ist mir doch recht nahe gekommen. Gleich wird es aufsetzen, ich kann schön drum herum schippern – doch was ist das?

Der Bug rammt sich in den Boden, das Hinterteil erhebt sich in die Luft, immer höher, immer höher – bis sich der Zerstörer überschlägt! Und nicht nur das, er plättet dabei auch noch mein wunderschönes Typ VII-U-Boot! Derlei Stunts und Merkwürdigkeiten kommen zwar in „Silent Hunter 5“ recht selten vor, aber über den ganzen Rest könnte man Kriegstagebücher füllen. Wir präsentieren einen kleinen Ausschnitt daraus.

Der Kapitän greift ein!

Hauptneuerung ist, was uns Ubisoft nun seit geraumer Zeit immer wieder einbläut, das freie Begehen des Schiffes. Als Kapitän des U-Bootes lauft ihr nun selber durch das Boot. Die meiste Zeit steht ihr auf der Brücke oder klemmt hinter dem Periskop, aber häufig genug scheucht euch das Spiel durch die Gegend.

Packshot zu Silent Hunter 5 - Battle Of The AtlanticSilent Hunter 5 - Battle Of The AtlanticErschienen für PC kaufen: Jetzt kaufen:

Wie in einem 3D-Shooter bewegt ihr euch etwa zum Deckgeschütz oder der Flak-Maschinenkanone – und das solltet ihr auch, denn die Besatzung ist da nicht so fit drin. Blöd nur, dass in der Zwischenzeit ja auch andere Dinge passieren.

Silent Hunter 5 - Battle Of The Atlantic - Riesige Bug-Welle voraus!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/9Bild 16/241/24
Auf der taktischen Karte verbringt ihr die meiste Zeit.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Um alles aus eurer Mannschaft rauszuholen, solltet ihr im Verlauf einer Kampagne mit ihnen reden, könnt ihnen auch Beförderungspunkte verteilen. Im Mannschaftsmanagement züchtet ihr euch so eine bessere Mannschaft heran. Doof dabei: Manche Fähigkeiten lassen sich nur „aktiv“ abrufen. Dazu müsst ihr zur einzelnen Person hin. Da hat man als Kommandant nicht immer die nötige Zeit für.

Ebenfalls spielspaßabträglich: Im Eifer des Gefechts bleibt man schon mal gerne an der Leiter hängen, und davon gibt’s auf einem Boot natürlich reichlich. Vor allem darf der Kaleun sie auch oft benutzen. Was zuweilen dafür sorgt, dass ihr hilflos zusehen müsst, wie der arme Mann an der Leiter zappelt, während die optimale Schussposition gerade flöten geht. Man würde sich dringendst wünschen, dass sämtliche Positionen per F-Taste erreichbar wären. Das hat sich über Jahrzehnte von U-Boot-Simulationen bewährt. Und zumindest als Option wäre es auch hier eigentlich selbstverständlich. Naja, vielleicht kommt das ja noch als Patch.

Kopierschutz im Atlantik

Ubisofts neueste Erfindung reißt euch immer wieder in die Gegenwart zurück. Denn seit „Silent Hunter 5“ benötigt der PC-Spieler eine ständig offene, stehende Verbindung zum Ubisoft-Server. Fällt dieser oder die Verbindung selber aus, könnt ihr schlicht und ergreifend nicht spielen.

Kopierschutz - sinnvoll oder nicht?

  • 54%Ist mir egal, solange er ehrliche Käufer nicht gängelt
  • 27%Kopierschutz lehne ich generell ab
  • 15%Finde ich OK, solange er witzig ist wie z.B. bei Monkey Island
  • 3%Irgendwie müssen sich die Publisher ja schützen...
Es haben bisher 1690 Leser ihre Stimme abgegeben.Weitere Umfragen

Ich hatte beim Test zwei Crashs direkt zum Desktop, wobei ich nicht weiß, ob dies ein Bug war oder die Serververbindung unterbrochen worden ist. Bei einem Rechner ließ sich der Launcher nicht starten, der die Verbindung checkt. Ich kann nicht sagen, woran das liegt – der recht antiquierte Computer wird vom Hardwareerkennungstool als „ausreichend“ eingeschätzt, keine roten Haken. Ich hatte zuletzt die Firewall komplett abgeschaltet, daran liegt es also auch nicht. Gut, dass ich einen zweiten PC habe.

Silent Hunter 5 - Battle Of The Atlantic - Riesige Bug-Welle voraus!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/9Bild 16/241/24
So spart man Torpedos: Mit der Kanone versenken wir Frachter ohne Geleitschutz.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Nun zum eigentlichen Spiel. Neben neun Einzelmissionen (es hätten ruhig mehr sein können) nehmt ihr an einer halb-dynamischen Kampagne teil. Je nach Abschneiden in einem Kampagnenteil geratet ihr auf einen Baum, der allerdings wenig Äste hat und zum Schluss auf das gleiche Endteilstück hinausläuft.

Ihr dürft euch ein Missionsgebiet aussuchen, dort erwarten euch Aufträge, die in der Regel auf Patrouillen hinauslaufen. Also fahrt ihr in einem Seegebiet hin und her, bis etwas Interessantes auftaucht. Neue Munition gibt es in den befreundeten Häfen, das Kriegstagebuch sagt euch, ob ihr die Mission erfüllt habt und wieder nach Hause dürft. Für das Erreichen von Zielen gibt es Punkte, die ihr in neue Bewaffnung und technische Spielereien wie bessere Sensoren steckt.

Die See weicht mein Hirn auf!

Man könnte fast auf die Idee kommen, dass die Seeluft gar nicht so gesund ist, wie man oft so meint. Zumindest scheint sie einen negativen Effekt zu haben. Jedenfalls benehmen sich die Mannschaften der Schiffe überaus merkwürdig.

Die vielen Fehler machen Silent Hunter 5 bisweilen nahezu unspielbar.Fazit lesen

So interessiert es andere Schiffe im Konvoi überhaupt nicht, ob ich eins von ihnen versenke. Eine Bilderstrecke ist entstanden, als ich mit meinem Boot inmitten von ungeschützten Handelsschiffen aufgetaucht bin. Mit der Deckskanone habe ich sie seelenruhig in Brand geschossen und dann per Torpedo Fangschüsse gesetzt. Und das interessiert niemanden bis auf die Zerstörer. Die Handelsschiffe fahren einfach weiter, als wäre nichts geschehen. Das kommt mir übrigens verdächtig bekannt vor, und zwar aus „Silent Hunter 4“.

Silent Hunter 5 - Battle Of The Atlantic - Riesige Bug-Welle voraus!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/9Bild 16/241/24
Na, hier geht's aber ab! Der mit einem Torpedo im Bug getroffene Zerstörer hebt sich hinten...
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Ebenfalls bekannt: die selbstmörderischen Zerstörer, die sich ohne Rücksicht auf Verluste auf das U-Boot stürzen. Die rammen und überfahren, es ist eine Freude. Einmal ist mein Boot eine ganze Weile mitgeschleppt worden, weil es sich verhakt hatte. Merke für die Realität: rammen ist das letzte Mittel, und vor allem: frontal rammen! Hier werde ich von Zerstörern seitlich bedrängt, was in der Regel zum Untergang selbiger führt. Allerdings hier nicht.

Das Spiel stellt wie gehabt Personen an Deck von Schiffen dar. Nur: Auch die reagieren nicht im Geringsten auf das, was passiert. Brennt der Pott – egal, ich bin ja nur eine Pixelanhäufung, was soll mir schon passieren? Zumindest haben die Designer auf die Rettungsboote aus „Silent Hunter 4“ verzichtet, die man noch hässlicherweise mit der Deckskanone versenken konnte.

Silent Hunter 5 - Battle Of The Atlantic - Riesige Bug-Welle voraus!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/9Bild 16/241/24
...überschlägt sich über Kopf und kracht auf unser schönes U-Boot. Das sorgt für ungläubige Gesichter.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Übrigens: Eure eigenen Leute sind nicht viel schlauer. Taucht das Boot, bleiben sie alle oben und verschwinden dann mirakulöserweise. Steigt ihr ein, folgen sie nicht. Und steigt ihr nach dem Auftauchen wieder aus, sind sie schon wieder da. Konsequenterweise müssten sie – wenn das Herumlaufen schon ein Spielelement ist – sich auch dementsprechend verhalten.

Eine weitere fantastische Geschichte: Mit Patch 1.1 beginne ich probehalber die Kampagne noch mal ganz von vorn. Ich versenke einen Frachter und möchte ihn mir beim Sinken genauer ansehen. Zum einen fehlen plötzlich die zwei Einschusslöcher der Torpedos, zum zweiten bleibt das Ding schlagartig sauber austariert in ca. 30 Meter Wassertiefe schweben – während ich mit meinem aufgetauchten U-Boot an der Wasseroberfläche darüber hinweg fahre. Eigentlich sollte es doch umgekehrt sein.

Weitere Fehler

Auch im Detail gibt es Probleme. Auf der Seekarte ist vom „Nord Meer“ die Rede, der Ärmelkanal heißt hier „Straße von Dover“. Letztere Bezeichnung ist hierzulande zumindest unüblich. Einige Schiffe weisen Unkorrektheiten auf, die „Warspite“ etwa hatte auch nach dem Umbau als Mittelartillerie Kasemattgeschütze anstelle von Doppeltürmen. Gut, das geht schon in die Richtung wie mancher Hammer in früheren Zeiten und stört den Spielfluss nicht wirklich.

Silent Hunter 5 - Battle Of The Atlantic - Riesige Bug-Welle voraus!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/9Bild 16/241/24
Hier die Übersichtskarte: Mit dem Eindeutschen üben wir das noch, hier haben wir das „Nord Meer“, die „Straße von Dover“ und die „Deutche Bucht“.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Dann: die Ziellösungen vom Computer. Torpedos lassen sich von Hand einstellen oder mit einem Vorhaltrechner berechnen. Nur sind die Angaben des Ersten Offiziers nicht wirklich hilfreich, denn er behauptet steif und fest, dass sich jedes Schiff mit 0 Knoten vorwärts bewegt. Jetzt ist die Geschwindigkeit allerdings nicht ganz unwichtig für die Ziellösung. Nach einiger Zeit kann man das selber abschätzen, aber das ist nicht Sinn und Zweck der Übung.

Silent Hunter 5 - Battle Of The Atlantic - Riesige Bug-Welle voraus!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/9Bild 16/241/24
Verkehrte Welt: Der Frachter hält brav die Tiefe, während unser U-Boot rechts oben über Wasser fährt.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Auch blöd: das Hydrophon. Das lässt sich zwar Anklicken, aber ihr hört immer nur das gleiche. Nämlich undifferentes Rauschen. Scheinbar lässt sich damit kein Schiff aufspüren. (Anm.: Nach Aufspielen des ersten Patch funktioniert das Horchgerät zwar jetzt, man kann Schraubengeräusche hören, aber nicht notwendigerweise da, wo ein Schiff ist…)

Collector’s Edition

Wie beim Vorgänger bringt Ubisoft für rund 20 Euro mehr eine Collector’s Edition in den heimischen Bootshangar. Anders als beim letzten Mal gibt's nun eine Steelbox. Darin befinden sich das Spiel, der Soundtrack und eine Karte. Auf der sind ein paar kleine Fehler drauf, interessanterweise andere als im Spiel selbst.

Silent Hunter 5 - Battle Of The Atlantic - Riesige Bug-Welle voraus!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/9Bild 16/241/24
Hilfe, wir ertrinken! Gebt ihr den Tauchbefehl, harren eure Mannen tapfer an Deck aus. Unter Wasser verschwinden sie zwar, sind aber wieder zur Stelle, wenn ihr aus dem Turmluk aussteigt.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Dann ist da ein hübsches kleines, fest gebundenes Büchlein inklusive Fadenbindung (hier kommt der Print-Herstellungsspezialist in mir durch!) mit Namen „Offical Guide“. Davon nicht irritieren lassen, darin befinden sich keine Tipps & Tricks. Stattdessen sind dort einige Redundanzen zur normalen Anleitung zu finden. Das historische Szenario steht dort wortwörtlich wie in der Anleitung, dann kommen Beschreibungen der einzelnen Mannschaftsmitglieder. Die lesen sich, als wäre der gleiche Originaltext zum zweiten Mal übersetzt worden.

Und dann sind dort eine Menge Schiffssilhouetten mit der Beschreibung der Schiffe. Hier gibt es eine Reihe Fehler, die vermutlich nur Experten auffallen werden, etwa falsche Bewaffnungsangaben. Viel blöder ist jedoch z.B. die Übersicht der „Queen Mary“-Klasse. Die Daten gehören zu einer Schlachtkreuzer-Baureihe aus dem Ersten Weltkrieg, die 1939 sicherlich nicht mehr im Dienst waren, insofern sie die Skaggerakschlacht überlebt haben.

Dann bin ich auf die Idee gekommen, vielleicht handelt es sich um das Passagierschiff. Die Abbildung ist zwar einem Passagierschiff ähnlich, um die RMS „Queen Mary“ handelt es sich aber jedenfalls nicht. Was immer das jetzt auch für ein Schiff sein mag.