Wieder gehen wir auf Feindfahrt in einem U-Boot im Zweiten Weltkrieg - diesmal tauchen wir jedoch nicht in atlantischen, sondern in pazifischen Fluten. Anders als der Name des Gewässers vermuten lässt, geht es dort nicht allzu friedfertig zu. Und auch der Skipper vorm PC bleibt nicht ruhig - wegen der Bugs, die schwerwiegend und zahlreich sind.

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Eigentlich als Add-on geplant kommt nun der Pazifikkrieg im "Silent Hunter"-Universum als eigenständiges Produkt in den Handel. Von der U-Boot-Gemeinde schon sehnlich erwartet, hätten die Programmierer doch lieber noch etwas mehr Zeit in ihr Spiel gesteckt, bevor sie es veröffentlicht haben.

Silent Hunter 4: Wolves of the Pacific - Bei dieser Tauchfahrt steht uns das Wasser bis zum Hals - mit Bugs!

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So sehen wir Zerstörer am liebsten: brennend, mit dem Bug voran sinkend.
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Schon einen Tag nach Release standen auf der Silent Hunter-Webseite zwei größere Downloads bereit. Der eine, 160 Megabyte groß, sollte die deutsche Sprachausgabe nachliefern, die im Spiel fehlt. Dazu gleich eine Anmerkung: Zum einen ist es schon recht komisch, auf einem US-Schiff mit "Herr Kaleun" angeredet zu werden. Zum zweiten weist die schriftliche Übersetzung jede Menge Fehler auf, wenn nicht gleich englische Meldungen kommen.

Aber es gibt ja auch einen zweiten Patch. Der fixt in der Version 1.1 eine Menge Probleme. Auf diesem Patch basiert nun dieser Test. Trotz des Updates finden sich noch immer eine Menge Fehler. Ich ganz persönlich werde "Silent Hunter" erst dann weiterspielen, wenn die gröbsten Probleme genauso Geschichte sind wie die hier beschriebenen Seeschlachten.

Krieg im Pazifik
Aber worum geht's überhaupt? Mit dem Angriff der Japaner auf Pearl Harbor 1941 traten die Amerikaner in den Zweiten Weltkrieg ein. Als Kommandant eines US-U-Bootes macht ihr mit und könnt eine Reihe verschiedener, allerdings meist recht kurzer Kampagnen von meist fünf oder sechs Missionen absolvieren.

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Treffer hinterlassen nun Löcher, hinter denen man etwas erkennen kann.
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Dabei spielt das Datum des Feldzuges eine Rolle - die Jahre von 1941 bis 1944 sind im Programm. Auch einen Standort sucht ihr euch aus. Steht 1941 nur Pearl Harbor und die Asienflotte zur Wahl, kommt ab 1942 auch das australische Brisbane hinzu. Und ihr dürft euch ein weiteres U-Boot aussuchen. Acht Tauchschiffe wären das, nämlich die Klassen Porpoise, Tambor, Gar, Gato oder Balao, Salmon, Sargo oder die S-18. Mit dem Patch 1.1 kommt noch das S-42 hinzu.

Wie man mit so einem U-Boot richtig umgeht, sollt ihr in der U-Boot-Schule lernen. In vier Missionen erklärt das Programm die Navigation, Artillerie, Torpedowaffe und das Angreifen eines Konvoys. Naja, eigentlich erklärt das Programm das nicht. Es gibt keine Anweisungen oder gar ein interaktives Tutorial. Stattdessen soll man sich das alles anlesen. Dazu wiederum ist die Anleitung nicht allzu gut geeignet. Gab es im Vorgänger noch Tipps von den Offizieren, müsst ihr hier darauf verzichten: Bis auf die Meldungen bleibt die Mannschaft stumm.

Meistert ihr das Boot, übt ihr euer Können auf Wunsch noch in zehn Einzelaufträgen und fünf Patrouilleneinsätzen. Die Einzelmissionen stellen historische Ereignisse nach, etwa die Schlacht in der Philippinensee oder beim Korallenmeer. Oder es geht um fiktive Ziele wie das Fotografieren von Ankerplätzen oder das Versenken der "Yamato" an ihrem Ankerplatz. Dazu eine kleine Anmerkung: Das ist nicht viel mehr als Zielschießen. Von Land scheinen Leute mit Gewehren auf das Boot zu feuern, das war's.

Die Patrouillen kommen der Kampagne schon näher, denn ihr müsst eure Ziele hier erst mal suchen. Und so versucht ihr, abgeschossene eigene Piloten zu retten, Handelsschiffe anzugreifen oder hinter die feindlichen Linien durchzubrechen und dort größtmögliche Verwirrung zu stiften.

Das Leben eines U-Boot-Skippers
So geht es dann auf Feindfahrt. Per Sensoren stellt ihr fest, ob lohnenswerte Ziele in der näheren Umgebung sind, ansonsten hilft nur: suchen. Das Flottenhauptquartier hat da schon mal wertvolle Tipps, ansonsten der Missionsbeschreibung folgen. Hauptwaffe sind natürlich die Torpedos, die Boote haben für gewöhnlich vier bis sechs Rohre vorn und zwei hinten. Das Nachladen dauert natürlich seine Zeit, geht ihr auf Schleichfahrt - durchaus angeraten, wenn Zerstörer in der Nähe sind - warten die Jungs damit, es sei denn, ihr gebt den entsprechenden Befehl.

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Nicht übel: New York existiert als komplette Stadt im Spiel.
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Flugzeuge schwirren auch in der Gegend herum, denen ihr durch Tauchen aus dem Weg geht oder ihnen mit dem Flak-Geschütz den Garaus macht. Da die U-Boote alle dieselelektrisch sind, könnt ihr nicht ewig getaucht bleiben - Strom und Luft gehen irgendwann aus. Aber auch der Dieselkraftstoff wird irgendwann knapp, und so müsst ihr zuweilen befreundete Häfen zum Nachtanken anlaufen. Aus einem merkwürdigen Grunde gibt's dort aber keine neuen Torpedos. Neben dem Versenken von Schiffen dürft ihr Spezialaufträge ausführen wie das Retten von Personen aus dem Wasser oder das Absetzen von Agenten.

Für jeden Geschmack etwas
"Silent Hunter 4" erscheint in drei verschiedenen Versionen. Zum unverbindlichen Preis von 49,95 Euro bekommt ihr die reguläre DVD-Hülle, die allerdings neben der (nicht allzu ausführlichen) Anleitung eine hübsche Karte vom Pazifik und eine Tastaturbelegung enthält. Sechs Euro mehr soll die "Collectors Edition" kosten. Sie sieht aus wie ein in Leder gebundenes Buch, enthält die reguläre Version, dazu noch einen Aufnäher, einen Soundtrack und ein Erkennungshandbuch. In der momentanen Patch-Variante ist das auch bitter notwendig, denn beim manuellen Zielen der Torpedos benötigt ihr die Schiffsklasse - und im Spiel fehlen die Handelsschiffe.

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Auf der Angriffskarte lassen sich Torpedos als einzelne Objekte erkennen - die Bahnen werden leider nicht angezeigt.
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Knapp 70 Euro kostet die "Deluxe Edition", die nur bei Ubisoft erhältlich und auf 3000 Stück limitiert ist. In ihr ist alles enthalten, was auch die Collectors Edition hat. Sie steckt in einer schmucken Metallbox, das Erkennungshandbuch hat 20 Seiten mehr Umfang und ist spiralgebunden im Gegensatz zur Lumbeck-Bindung der Collectors Edition. Dazu kommt ein ledergebundenes Notizbuch inklusive Kugelschreiber im "Silent Hunter 4"-Look, eine DVD mit drei Dokumentationen zum Pazifikkrieg, ein Orden, ein Mauspad und sechs Postkarten.

Mehr Bugs als Ratten auf dem Schiff
"Wir arbeiten momentan an den Fehlern, die von der Community sowie von unseren Testern nachträglich entdeckt wurden. Der offizielle Patch v1.1 korrigiert schon einige Probleme und wir arbeiten schon an einem zweiten Update. Wir sind uns ziemlich sicher dass wir somit auch das Anti-Aliasing- sowie das Auflösungs-Problem in den Griff bekommen", so werden Besucher auf der "Silent Hunter 4"-Webseite begrüßt. Wie schwerwiegend die Probleme sind, sehen wir schon daran, dass im Forum mittlerweile eine eigene Rubrik für Bugs eingerichtet wurde. Dort werden die Fehler schon in Kategorien vorsortiert.

Wie sehen diese Bugs nun im einzelnen aus? Manuelles Zielen mit den Torpedos ist fast unmöglich, da ihr die Zeit zur Geschwindigkeitsmessung nicht nehmen könnt. Einzige Möglichkeit momentan ist das Parallelfahren zum Schiff, um das Tempo festzustellen. Die KI reagiert sehr häufig mangelhaft. Was haben wir alles erlebt? Wir tauchen mit dem Boot mitten im Konvoi auf. Niemand rührt sich, und so schießen wir ein Schiff nach dem anderen ab. Zerstörer fahren oft einfach zur U-Boot-Position ohne Rücksicht auf Verluste. Dadurch rammen sie sich schon mal gegenseitig - oder das U-Boot. Was in Ordnung wäre, würden sie mit dem Bug in das Boot fahren. Aber in einem Fall war der Kurs des Zerstörers fast parallel, er touchierte uns dann auf der kompletten Steuerbordseite. Unverständlich.

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Hier haben wir eine der mannigfaltigen Möglichkeiten wahrgenommen, die "Yamato" zu versenken.
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Was auch gerne funktioniert, ist das Abschießen der Zerstörer mit der Bordkanone. Man stelle sich vor: Ein japanischer Zerstörer, ausgerüstet mit acht 12,7-cm-Geschützen, die dazu noch über eine zentrale Feuerleitung verfügen, feuert Salve um Salve und trifft nicht, während die Besatzung eines U-Bootes in aller Seelenruhe die Deckkanone lädt und das Schiff mit fünf, sechs Treffern versenkt. Auf die Weise haben wir den kompletten Geleitschutz eines Konvois ausgeschaltet, deren Schiffe dann leichte Beute waren.

Häufig funktionieren Radar und Sonar nicht, obwohl die Boote damit ausgerüstet sind. Das Fotografieren klappt ebenfalls zum Teil nicht. Was nicht unbedingt ein Bug sein muss: Teils zeigen die Karten "Details" wie Inseln erst in stärkerer Vergrößerung, was bei der Kursplanung zu peinlichen Fehlern führen kann. Auch beobachtet: rückwärts fahrende Begleitschiffe. Nach Aufspielen des Patches 1.1 hatten wir unerklärliche Frameraten-Einbrüche auf unserem Testsystem (GeForce 7950) bis auf acht Bilder pro Sekunde.