Shrek war mal etwas ganz Besonderes, Inspirierendes, Humorvolles und hat Spaß gemacht ohne Ende. Wie bei vielen Fortsetzungen hat sich das erfolgreiche Prinzip auch bei Shrek der Dritte nicht ganz ohne Abnutzungserscheinungen durchhalten lassen, und der Film versinkt im Mittelmaß (siehe auch unsere Filmkritik).

Ebenso ergeht es den pünktlich zum Filmstart erschienenen Spielumsetzungen, die sich inhaltlich gleichen, aber nur magere Durchschnittskost anbieten, mit denen sich höchstens Kinder begeistern lassen - und selbst das nur für kurze Zeit. Warum auch die spezielle Steuerung der Wii-Version daran nichts ändern kann, verrät euch unser Erfahrungsbericht.

Shrek The Third - X06 Trailer

König? Kein Bock, ey!
Fassen wir kurz die Story zusammen: Shrek hat keinen Bock der König von "Weit Weit Weg" zu werden und macht sich mit seinen Freunden auf die Suche nach einem geeigneten Thronfolger, der ihm diese Last abnehmen kann. Mit an Bord sind natürlich auch diesmal der gestiefelte Kater sowie der sprechende Esel, deren Steuerung ihr im Spielverlauf genauso übernehmen dürft wie die anderer Charaktere, z. B. Fiona. Während der grüne Oger Abenteuer in der großen weiten Märchenwelt erlebt, erobert sein Erzfeind, Prinz Charming, mit seinen garstigen Mitstreitern das Königreich und erwartet heimtückisch die Rückkehr Shreks. So weit, so gut.

Shrek The Third - Shrek soll König werden - aber krönt er auch die Wii mit dieser Filmumsetzung?

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König sein? Shrek nimmt Reißaus.
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In den folgenden 20 Missionen schlüpft ihr abwechselnd in die Rolle der Spielfiguren, die alle über leicht unterschiedliche Nahkampfangriffe bzw. Spezialattacken verfügen. Im Grunde ist das Handling aber bei allen dasselbe, und die Unterschiede fallen so gering aus, dass man das gesamte Game auch mit einem einzigen Charakter bewältigen könnte, ohne dass es auffallen würde. Ob ihr nun mit Shrek mächtig Prügel verteilt oder der Kater seinen Degen schwingt, ist letztendlich unerheblich. Diese Gameplay-technische Beschränktheit lässt sich auch am Handbuch ablesen, das gerade einmal drei kümmerliche Seiten umfasst und damit trotzdem alles abdeckt.

Shrek? Und Wii!
Aber schauen wir uns das Spielgeschehen im Detail an: Ihr steuert die Spielfiguren mit der Wiimote-Nunchuk-Kombination, was grundsätzlich solide funktioniert. Mit der Fernbedienung löst ihr eine der beiden Nahkampfattacken aus, indem ihr sie von einer Seite zur anderen rüttelt. Äquivalent verfahrt ihr für die zweite Prügelattacke mit dem Nunchuk. Alle weiteren Bewegungen aktiviert ihr mittels der verschiedenen Tasten und hüpft über die diversen Hindernisse oder Plattformen.

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En Garde! Is mach dis fertis!
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Etwas unergonomisch ist jedoch die C-Taste (linker Zeigefinger) belegt, mit der ihr Objekte bewegt bzw. aus dem Weg räumt und dafür schnelles Antippen des Buttons gefragt ist - was in dieser Position schwierig ist. Das gelegentlich in wilde Fuchtelei ausartende Schütteln der Controller kann zwar auf Dauer ein wenig lästig werden, zumal es zu der Grundbeschäftigung des Spiels gehört, glücklicherweise ist die Steuerung relativ "feinfühlig", und so ist zumindest kein großer Kraftaufwand nötig. Ihr schüttelt das quasi aus dem Handgelenk.

Wenn ihr euch nicht gerade durch die absolut linear gehaltenen Level prügelt oder fechtet, löst ihr in der Regel kleinere Schalterrätsel oder absolviert Plattform-Aufgaben, die aber alle sehr einfach gehalten sind und für erfahrene Gamer keine Herausforderungen darstellen. Schließlich habt ihr das Spiel in etwa sechs Stunden bezwungen, was nicht nur ein deutlicher Indikator für den Umfang, sondern auch den niedrigen Schwierigkeitsgrad ist. Damit euch das Verprügeln von Captain Hook, bösen Hexen oder anderen Spießgesellen noch ein wenig leichter fällt, sammelt ihr durch eure Aktionen zudem Feenstaub ein. Diesen benötigt ihr für Specialmoves, mit denen ihr mehrere Angreifer gleichzeitig ausknockt oder sogar die den Ogern vorbehaltene Superkraft - eine Art Zeitlupenfunktion - einsetzt.

Jäger & Sammler
Euer Sammeltrieb wird obendrein von vielen Zusatzaufgaben angesprochen, bei denen ihr diverse Objekte wie Sammeltassen, Kronen oder Sporttrophäen sammeln sollt. Diese sind in Holzkisten, Spinden oder anderen zerstörbaren Objekten versteckt, die ihr auf eurem Weg durch die farbenfrohen Levels möglichst komplett einsammelt. Wem es gelingt auf diese Weise ganze Kollektionen zusammenzutragen bzw. die Nebenmissionen eines Szenarios abzuschließen, wird mit zusätzlichen Goldmünzen belohnt, die wiederum im virtuellen Shop gegen neue Klamotten für die Helden, Zusatzlevel und ähnlichen Krimskrams eingetauscht werden dürfen.

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Diese hübsche Rüstung müsst ihr euch erst verdienen und einige Goldmünzen dafür hinblättern.
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Der Ablauf von Shrek der Dritte folgt der Handlung des Zelluloid-Vorbilds, bindet aber auch immer wieder eigene Ideen ein, um das Geschehen ein wenig zu strecken. Aus dem Film bekannt ist beispielsweise eine Art Puppentheater, das hier für die Zwischensequenzen eingesetzt wird und ein wenig an die Augsburger Puppenkiste erinnert. Macht auf jeden Fall Spaß, dem zuzusehen. Das kann man aber vom Spielablauf leider nicht immer behaupten. Dazu ist der Ablauf zu gleichförmig und außerdem mit einigen Problemen belastet. So wird die starre Kameraperspektive, die sich selbständig ausrichtet, häufig zum Stolperstein, weil man nach schnellen Drehungen entweder die Kontrahenten nicht mehr sieht und somit quasi blind zuschlägt. Oder aber bei einigen Plattformpassagen die Orientierung flöten geht, weil sich die Ziele nicht im sichtbaren Bereich des Bildschirms befinden. Merde!

Optisch ist Shrek der Dritte für Wii-Verhältnisse recht gelungen und kann teilweise sogar mit der Xbox 360-Fassung mithalten - zumindest sind die Unterschiede lange nicht so groß, wie man vielleicht erwarten könnte. Soundfetischisten müssen leider auf die Originalstimmen aus dem Film verzichten, allerdings machen die Synchronsprecher trotzdem einen guten Job. Damit das Spielvergnügen nicht schon nach der erfolgreichen Beendigung der Solo-Kampagne vorbei ist, wurden noch einige Multiplayer-Minigames für zwei Spieler implementiert. Diese simplen Spielchen dürften aber kaum jemanden zum längeren Zocken motivieren können.