Eines vorweg: Wer auf dicke Blockbuster-Shooter der Marke "Battlefield" und Konsorten steht, ist bei Shootmania Storm vollkommen an der falschen Adresse. Ubisofts Ballerspiel existiert nur aus einem einzigen Grund: Um den Puristen das zu geben, was sie haben wollen.

Es gibt also keinen überflüssigen Schnickschnack, wie etwa eine Rahmenhandlung und damit keine russischen oder arabischen Terroristen, die die Welt bedrohen, keine unübersichtlichen Skilltrees, Perks, freischaltbare Goodies und auch keine Waffenaufsätze, die blinken oder sonst was tun. Auch wer verschiedene Klassen, Koop-Modi, Nebenquests oder eine Kampagne sucht, wird seine Zeit nur verschwenden.

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Entwickler Nadeo (Trackmania) verzichtet vollkommen auf jeglichen Ballast und setzt auf die puren, simplen Arena-Kämpfe, die Spiele wie Unreal Tournament oder Quake so populär gemacht haben: Alle Spieler sind gleich, die mit Skill sind gleicher. Oder so ähnlich zumindest. Es gibt lediglich drei verschiedene Waffen, die dazu noch vom Spielmodus oder eurem Aufenthaltsort auf den Maps abhängig sind: So gibt es eine Art Standard-Raketenwerfer, eine Sniper-Wumme und einen Granatwerfer mit Haftmunition. Und dazu werden uns diese Kanonen noch nicht mal vor die Nase gehalten - alles was wir sehen, ist ein Fadenkreuz. Auf ein Waffenmodell wird komplett verzichtet.

Umsteigen fällt schwer

Ich gebe zu: Bei all den luxuriösen Ballerspielen dieser Tage fällt es mir etwas schwer, mich auf diese simple Struktur einzulassen. Die eine Standardwaffe zieht einen ellenlangen Schweif hinter sich her - sogar ein Blinder mit zwei Krückstöcken erkennt sofort, woher ich feuere. Shootmania Storm ist vollkommen auf Schnelligkeit ausgelegt - und auf Kartenkenntnis. Wer herumirrt, stirbt genauso schnell wie Leute, die zu lange herumstehen. Decken, Ducken, Pipapo? Fehlanzeige.

Ich kann nur springen und ab und zu etwas schneller laufen - solange die Energie reicht. Das war‘s, damit muss ich zurechtkommen und das dauert eine Weile. Dachte ich - bis ich rausgefunden habe, dass ich auf verschiedenen Terrains mit dem richtigen Timing unterschiedliche Aktionen auslösen kann: etwa Walljumps oder eine Art Gleitmodus, bei dem ich fix durch die Luft schwebe.

ShootMania Storm - Kein Schnickschnack - nur das Wesentliche

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ShootMania Storm ist grell und spielt sich schnell.
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Ich habe anfangs das Gefühl, dass alle meine Kontrahenten das alle schon seit Jahren spielen - sie kennen die Maps, sie nutzen die Umgebung und Sprungpads, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Nur einen Luxus gönnt sich Shootmania Storm dann doch: Gleich mit elf Modi geht es an den Start, darunter so verrückte wie "Obstacles“, in denen ich gar nicht schieße, sondern mit Geschicklichkeit schneller ans Ziel gelangen muss als meine Widersacher. Auch cool ist der Modus "Royal": Hier streiten sich die Parteien um einen Punkt auf der Map - wird er einmal eingenommen, jagt ein Sturm über das Spielfeld, das sich auf diese Weise zusehends verengt und alle auslöscht, die sich nicht in dessen Auge versammeln - und dort gegenseitig massakrieren.

Packshot zu ShootMania StormShootMania StormErschienen für PC kaufen: Jetzt kaufen:

Schaffe, schaffe, Mäppche baue

Interessant ist auch "Joust" - ein Duell zwischen zwei Spielern, die um strategische Punkte auf der Karte kämpfen, an denen sie ihren Munitionsvorrat aufladen müssen. Dabei entstehen abwechslungsreiche und spannende Katz-und-Maus-Gefechte, die im Ablauf praktisch unvorhersehbar sind. Ein weiterer hervorstechender Modus nennt sich "Elite": Sechs auf zwei Teams verteilte Spieler balgen sich um eine Flagge, wobei die Rollen (inklusive Bewaffnung) von Verteidigern und Angreifern zwischendurch immer wieder wechseln und so jede Menge Tempo und Rasanz ins Spiel kommt.

Wer auf spartanische Shooter steht, wird von diesem Angebot wohl recht angetan sein - wenn auch sich die Maps nicht gerade durch Vielseitigkeit oder Grafikpracht hervortun. Doch Shootmania Storm hat noch ein viel bedeutenderes Ass im Ärmel: den umfangreichen Editor.

Wer auf puristische Mehrspielergefechte à la Unreal Tournament steht, könnte hier an der richtigen Adresse sein!Fazit lesen

Die Community sorgt momentan - ähnlich wie beim anderen Spiel aus gleichem Hause, Trackmania – für einen beständigen Nachschub neuer und sehr einfallsreicher Karten. Man kann sich natürlich fragen, ob die Arbeit des Entwicklers in diesem Punkt nicht überwiegend von den Spielern übernommen wurde. Doch am Ende dürfte es für die Spieler nicht unbedingt darum gehen, von wem die teils hervorragenden "Bauwerke" stammen. Und das bezieht sich nicht nur auf die diversen frischen Spielfelder, auch neue Waffen, Spielmodi oder auch Texturen können dem beschränkten Waffen- und Maparsenal hinzugefügt werden.

Da nimmt man es auch hin, dass die Optik überwiegend altbacken bis hässlich daherkommt. Aktuelle grafische Ansprüche kann Shootmania Storm nicht ansatzweise erfüllen - will es aber vermutlich auch nicht. Dafür ist es auch auf eher altersschwachen Rechnern problemlos lauffähig.

ShootMania Storm - Kein Schnickschnack - nur das Wesentliche

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Es geht auch an Wänden entlang und die Decke hoch.
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Zwar könnten Anfänger zunächst ihre Schwierigkeiten mit dem etwas unübersichtlichen Map-Editor haben, am Ende ist es aber wohl jedem mit ein wenig Übung möglich, spielbare Karten zu entwerfen. Ob die dann auch gespielt werden, entscheidet die Community auf ihre Weise. Dagegen zeigen die französischen Macher beim Server-Browser kaum Schwächen: Lange habe ich keine so übersichtliche "Lobby" mehr gesehen, in der ich so intuitiv und schnell das passende Match (Online oder im LAN) suchen (und finden) kann. Und natürlich: Rankings aller Art dürfen bei einem für den E-Sport wie geschaffenen Shooter keinesfalls fehlen.