Shinobido: Imashime (PS 2 Review)von Nedzad Hurabasic

Wenn die Feudalherren des antiken Japan ein krummes Ding drehen wollten, Sabotage benötigten oder ihre Gegner auskundschaften wollten, setzten sie Legenden zufolge nicht ihre ehrenhaften Samurai ein, sondern überließen diese Aufgaben den Shinobido. Hierzulande sind diese finsteren

Gesellen besser bekannt als Ninja. Wie der Titel also schon vorwegnimmt, stehen diese bezahlten Meuchelmörder im Mittelpunkt des Spiels. Dass das ohnehin gefährliche Leben eines Ninja nicht einfacher wird, wenn er seine Erinnerung verliert, dient dabei als Hintergrundgeschichte. Wir haben uns trotz der Gedächtnislücke ins Geschehen gestürzt.

Der Held des Ninja-Abenteuers, Goh, erwacht aus einer tiefen Ohnmacht und kann sich an nichts mehr erinnern. Er hat sein Gedächtnis verloren, glaubt er zunächst. Eine mysteriöse Nachricht, die mit einem Pfeil an seinen Unterschlupf geschossen wird, gibt erste Hinweise auf seine Herkunft und sein Leben als Meuchelmörder.

Beim zurückliegenden Kampf, der ihn sein Gedächtnis gekostet hat, wurde ihm angeblich ein Teil seiner Seele gestohlen, seine Erinnerung zersplitterte dabei in acht Fragmente. Jeder fehlende Splitter beinhaltet einen Teil des Geheimnisses, das der Spieler letztendlich lösen soll.

Shinobido: Weg des Ninja - Hä, wer bist du denn? Ninja mit Gedächtnisverlust kämpft um sein Gehirn.

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Die Fragmente zu finden ist daher die wichtigste Aufgabe des Ninja, der - wie sich nach einem Gespräch mit dem Feudalherren Iwischua herausstellt - auch unter dem, ehm, Künstlernamen "Die Krähe" bekannt ist. Um sein wahres Ich wiederherzustellen, müssen Missionen absolviert werden. Auf diese Weise ist es möglich, langsam das Vertrauen von Mittelsmännern und der Herrscher zu erlangen. Diese können in Erfahrung bringen, wo die einzelnen Steinsplitter verborgen sind oder wer sie in seinen Besitz gebracht hat. Dabei muss der Ninja jedoch aufpassen, denn die drei Feudalherren liegen miteinander im Clinch und streiten um die Vorherrschaft über das Land namens Utakata.

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Erledigt man Aufträge für eine Seite, kann es passieren, dass das Vertrauen der anderen beiden Parteien sinkt.

Die ersten Einsätze von Goh führen den Spieler in die grundlegende Steuerung ein. Die ist nicht allzu kompliziert aufgebaut und besteht aus einigen wenigen Bewegungen - auch das Umschalten in die Ego-Perspektive ist möglich, bringt aber nahezu keinen Nutzen, bzw. ist sogar eher hinderlich. Wie es beispielsweise gelingen soll, die Shuriken (Wurfsterne) oder andere Wurfgegenstände ins Ziel zu bekommen, bleibt ein Mysterium. Grundsätzlich ist die Variation der Kampf-Moves äußerst dürftig.

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Lediglich ein Button dient zur Aktivierung von Schwert- oder Fußtechniken. Zwar beherrscht der Held mehr als eine Technik, doch die wird quasi per Zufallsprinzip ausgelöst. Beständiges Hämmern auf der entsprechenden Taste ist die Folge und sorgen für einen unvorhersehbaren Spielablauf.

Diese unerquickliche Tatsache lässt sich vielleicht dadurch erklären, dass Ninjas natürlich in erster Linie unerkannt hinter die feindlichen Linien gelangen und dort unbemerkt ihr Werk vollbringen sollen. Auf lange Kämpfe soll und kann sich dieser Attentäter nicht einlassen. Das ist auch im Spiel so, wo man gegen mehr als zwei Gegner sehr oft den Kürzeren zieht.

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Das Spiel empfiehlt in solchen Situationen die Beine in die Hand zu nehmen, was durch die Fähigkeit schnell zu rennen auch meist gelingt. Außerdem gibt es ein weiteres Feature, das dem Spieler das Töten von Feinden teilweise abnimmt und somit aufwändige Techniken obsolet macht: Der stille Todesstoß.

Schleicht sich der Ninja erfolgreich an den Feind an, wird er akustisch und visuell auf die Verfügbarkeit des "Todesstoßes" aufmerksam gemacht. Wie bei "Dragon's Lair" genügt also ein Knopfdruck zur rechten Zeit, um eine erfolgreiche Aktion auszulösen.Dem Gegner wird dann in der Regel die Kehle aufgeschlitzt, je nach Situation werden dabei jedoch auch verschiedene automatische Animationen angezeigt und beeindruckende Stunts hingelegt.

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Auch wenn man gelegentlich auf Kontrahenten trifft, die sich diesen Angriffen widersetzen können, führt sie doch in der Regel zum Erfolg.

Im Verlauf des Spiels kann der Spieler durch erfolgreiche Missionen nicht nur sein Standing bei den drei Herrschern verbessern, es werden auch neue Ratschlag-Videos oder Texte freigeschaltet. Diese dienen zur Veranschaulichung der wichtigsten Ninjutsu-Techniken und geben Tipps, wie man in den Missionen und Kämpfen vorgehen sollte, um sie erfolgreich durchzustehen. Die Aufgaben erhält der Ninja meist von den drei Clan-Chefs, die mit seiner Hilfe versuchen, sich gegenseitig zu bekämpfen. Die Missionsgestaltung ist leider nicht allzu abwechslungsreich gestaltet!Mal müssen Dokumente oder Gegenstände gestohlen oder überbracht werden, dann sollen unliebsame Händler oder andere Gesellen getötet oder Gebiete auskundschaftet werden. Je nach Schwierigkeit fällt die ausgelobte Goldmenge höher oder niedriger aus. Für zusätzlich erreichte Sonderziele gibt es Boni. Wer versagt, muss mit Abzügen rechnen oder geht sogar gänzlich leer aus. Die zweite goldene Regel: "Geduld haben" und auf die richtige Gelegenheit zum Vorbeischleichen warten, ist daher immens wichtig.

Zu Beginn des Spiels stellen sich dem Spieler nur recht zahme Gegner in den Weg, die zu überlisten auch aufgrund bescheidener KI nicht weiter schwer fällt. Die goldene Ninja-Regel "Nicht gesehen und nicht erwischt werden" steht dabei immer an erster Stelle. Doch es gibt auch noch andere, gewieftere Kontrahenten. So ist die eigene Spielfigur nicht der einzige Akteur in Sachen "Ninja"-Handwerk.

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Insgesamt stören uns noch weitere drei Ninja-Clans bei der Ausübung unseres "Berufs", sodass nicht nur feindliche Soldaten, sondern auch die rivalisierenden Clans zum Problem werden können. Darüber hinaus trifft der Ninja bei seinen Aufträgen auch immer häufiger auf Gegner wie Samurai, die deutlich mehr Schaden verursachen als die herkömmlichen Wachen und schon allein nur schwer zu besiegen sind. Nur unter Aufbietung verschiedener Tricks, also der Einsatz von kleinen Bomben, Giften und verschiedenen Heil- und Stärketränken ist es möglich, diese in Kombination in die Knie zu zwingen. Sie können über ein Submenü auch mitten im Kampf eingesetzt werden.

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Diese Gegenstände werden von besiegten Feinden fallen gelassen, liegen aber auch schonmal einfach in der Gegend rum. Außerdem ist es möglich, sie in einem Shop zu kaufen, der über die eigene Zuflucht erreichbar ist, zu der man nach jeder Mission zurückkehrt. Das größte Hindernis im Kampf und beim Schleichen des sprungstarken Recken bildet aber die ungenaue, fummelige Kameraperspektive und die unpräzise Steuerung.Sie verhindern häufig das gelungen Anschleichen und verzerren teilweise die Perspektive so stark, dass der Ninja Luftlöcher schlägt, obwohl man der Meinung ist, seinem Feind genau gegenüberzustehen. Wo möglich ist der Spieler daher auch ohne die Vorgaben der Missionsbeschreibungen bestrebt, direkten Konfrontationen aus dem Weg zu gehen. Zu gering ist einfach die Durchschlagskraft des Ninja.

Grafisch macht das Spiel einen sehr hausbackenen Eindruck und reizt die Möglichkeiten der PS2 zu keiner Zeit aus. Die Missionen wiederholen sich von der Aufmachung nicht nur häufig, sie sind auch alle in den gleichen Braun-Grau-Grün-Farbtönen gehalten, zudem gibt es jede Menge Schatten.

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Da die meisten Missionen bei Nacht stattfinden, fügt sich das alles zu einem wenig appetitlichen Brei, bei dem die Texturen jegliche Details vermissen lassen. Auch akustisch kann das Spiel nicht überzeugen. Abgesehen von zurückhaltendem

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Hintergrundgedudel, das sich bei Actioneinlagen zu rockigen (?) Tönen wandelt, gibt es kaum Soundeffekte, die zu erwähnen es sich lohnte. Auch die britisch-englische Vertonung wirkt aufgesetzt und nimmt dem Spiel das letzte bisschen Atmosphäre.

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Hintergrundgedudel, das sich bei Actioneinlagen zu rockigen (?) Tönen wandelt, gibt es kaum Soundeffekte, die zu erwähnen es sich lohnte. Auch die britisch-englische Vertonung wirkt aufgesetzt und nimmt dem Spiel das letzte bisschen Atmosphäre.