Langsam schleichen wir uns an den Feind heran, und noch steckt die Klinge in der Scheide. "Mist!", sagen wir noch, als er sich plötzlich umdreht und nach dem Rechten sieht. Wir erklimmen ein Hausdach und beobachten ihn leise. Unser Gegner wägt sich noch in Sicherheit, als wir kurz darauf lautlos hinter seinem Rücken mit beiden Beinen auf dem Boden landen. Welch ein Glück, er hat uns noch nicht bemerkt.

Leise ziehen wir das Schwert aus dem Halfter und setzen zum tödlichen Schlag an. Der ahnungslose Scherge dreht sich um und bekommt die volle Wucht des Schwertstreiches zu spüren. Eine aufgeschnittene Kehle manifestiert unseren Erfolg.

Wenn ihr solche Spielmomente liebt, dann lest schnell weiter, denn in »Shinobido: Geschichten des Ninja« gibt es sie zuhauf. Ob das Spiel noch mehr zu bieten hat als nur brutale Kills, erfahrt ihr in unserem Review.

Die Idylle trügt...
Die Story von Shinobido versetzt euch ins Japan des 16. Jahrhunderts. In der friedlichen Provinz Utaka macht sich Verzweiflung breit. Der noble Krieger-Clan des Asuka-Ninja, der die Provinz einst vor Feinden schützte, wurde fast komplett vernichtet.

Shinobido: Geschichten des Ninja - Meister der Klingen: Von diesem Spiel kann sich so mancher eine Scheibe abschneiden...

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"Mann, wieso hast du das Marmeladenglas zerbrochen? Jetzt ist alles auf meiner Kleidung!"
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Die Feinde Utakas machen also langsam aber sicher mobil. Einem Krieg steht somit nichts mehr im Wege. Der Spieler schlüpft in die Rolle des Ninjas Goh, dem letzten Überlebenden der Asuka-Elite-Ninja. Klar, dass Goh nun ein wenig sauer ist und nun die Feinde Utakas dran glauben müssen.

Schleichaction ohne Kompromisse...
Den Rachefeldzug steuern wir in einer typischen 3rd-Person-Perspektive, wie man sie zum Beispiel aus Tomb Raider kennt. Enttäuschend ist gleich zu Beginn, dass es keinerlei Zwischensequenzen, geschweige denn eine Introsequenz gibt. Nur mit wenigen Texteinblendungen garniert kommt die Einzelspielerkampagne aber auch gleich in Fahrt.

Packshot zu Shinobido: Geschichten des NinjaShinobido: Geschichten des NinjaErschienen für PSP kaufen: Jetzt kaufen:

Auf einer Übersichtskarte springen wir von einem Auftrag zum nächsten. Dabei wechseln sich die Missionstypen ständig ab. Schon in der ersten Mission gilt es, einen feindlichen Kaufmann umzubringen. Wie im offensichtlichen Vorbild Tenchu steht uns dabei nicht nur unsere Klinge, sondern auch verschiedene Utensilien, wie ein Wurfhaken, Heiltränke oder Wurfsterne, zur Verfügung.

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Der Speedkill in Aktion: Dieser Gegner hat nun eine Körperöffnung mehr.
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Das Wichtigste in Shinobido ist, nicht entdeckt zu werden. Für lautlose Naturen eignet sich daher der Speedkill am Besten. Ist sich euer Widersacher der Gefahr nicht bewusst, schleicht ihr euch einfach von hinten an ihn heran und macht ihn mit einem präzisen Schnitt einen Kopf kürzer. Das geht am Schnellsten und erregt keine Aufmerksamkeit. Alternativ könnt ihr auch von einer Erhöhung oder an einer Kante hängend den Schergen das Licht ausblasen.

Ha, wie siehst du denn aus!?
Auffallend ist die Ähnlichkeit mit der Tenchu-Reihe nicht nur in Sachen Utensilien, sondern auch hinsichtlich des Gegnerspektrums. Denn neben den üblichen Samurai geht es auch maskierten Ninjas sowie skurillen Geschöpfen blutig an den Kragen. Auch mit meterhohen Bären müsst ihr euch auseinandersetzen.

Gegen die zu kämpfen macht aber oft keinen Sinn, da zwei bis drei Treffer oft ausreichen um Goh auf die virtuellen Bretter zu schicken. Allzu realistisch sind die Geschichten des Ninja also nicht, der Schwerpunkt liegt hier vor allem auf Sneak'n'Kill. Dass die Kamera jedoch des Öfteren rumzickt, nehmen wir Shinobido übel. Neue Charaktere spielt man alle paar Missionen frei, am coolsten von allen ist aber dennoch unser Protagonist Goh.

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Wenn sich Zwei streiten, freut sich der Dritte.
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Doch nicht nur Attentate gilt es erfolgreich auszuführen, auch komplette Dörfer (Totale Zerstörung) gilt es zu vernichten oder Gegenstände zu stehlen (Diebstahl & Raub). Das schreit im ersten Moment förmlich nach Abwechslung, erfindet das Rad aber nicht neu und langweilt den Hobby-Ninja auch irgendwann.

Atmosphärisch-brutaler Cocktail...
Dass Shinobido dennoch nicht zum Rohrkrepierer verkommt, liegt unter anderem auch an den gelungenen Kämpfen. Neue Brachialmoves kann man durch gewonnene Erfahrungspunkte erlernen. Auch in Sachen Steuerung überzeugen die Geschichten des Ninjas: Obwohl sich Goh etwas schwammig durch die Levels dirigieren lässt, sind die voreingestellten Buttonzuweisungen sinnvoll und intuitiv angeordnet.

Und auch wenn es keine richtigen Cutscenes gibt, kommt für ein Ninjaspiel ausreichend Atmosphäre auf: Den wesentlichen Teil dazu trägt die gelungene Musikuntermalung bei, die zwischen ruhigen Passagen und Momenten, in denen man entdeckt wird, effektvoll wechselt. Die restlichen Soundeffekte sind solide, hauen aber nicht wirklich vom Hocker.

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Die Gefechte sind blutig. Abgetrennte Gliedmaßen oder Köpfe gibt es in der deutschen Version jedoch nicht.
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Auch grafisch ist das Spiel keine wirkliche Augenweide: Obwohl es ein PSP-Spiel ist, muss die deutlich zu geringe Sichtweite einfach als vermeidbare Schwäche gezählt werden. Das Design und die Animationen der Charaktere gehen jedoch voll in Ordnung, und störende Slowdowns konnten wir beim Spielen ebenfalls nicht feststellen.

Für maximal vier Spieler gibt es dann noch Mehrspielergefechte über Ad-Hoc. Dabei können aus der bereits seit geraumer Zeit erhältlichen PS2-Fassung des Spiels eigens erstellte Karten sowie Charaktere per USB-Verbindung auf den Handheld transportiert werden. Danach darf es gegen- und miteinander in vier unterschiedlichen Modi - Deathmatch, Team, Find the Princess und Mushroom Collection - auf dem Schlachtfeld zur Sache gehen.