Shadow of the Colossus (PS2 Preview)
von Nedzad Hurabasic

Zwar ist das Actionspiel "Shadow of the Colossus", darauf legen die Entwickler von Sony Entertainment großen Wert, kein direkter Nachfolger oder gar Prequel des bei Medien und Presse gefeierten PS2-Hits "ICO" (2001).

Doch das in den USA bereits Mitte Oktober erschienene Spiel hat bereits jetzt viele Kritiker mit der Zunge schnalzen lassen. Im Februar 2006 soll das Spiel auch hierzulande veröffentlicht werden, wir konnten uns anhand einer Preview-Version selbst davon überzeugen, ob das Spiel den vielen Vorschusslorbeeren gerecht wird.

Shadow of the Colossus - Opening Cinematic Trailer - mit Entwickler-Kommentar3 weitere Videos

Episch oder spartanisch?
Um es vorweg zu nehmen, ich kann die Begeisterung, mit der in-und ausländische Kollegen das Spiel feiern, nicht wirklich teilen. Eines der am meisten gebrauchten Synonyme, mit der das Action-Abenteuer versehen wird, ist "episch". Schlagen wir im Duden nach, erhalten wir als Erklärung: "sehr ausführlich ; nichts auslassend, alle Einzelheiten enthaltend".

Das bedeutet, dass es sich um äußerst umfangreiches Werk von überaus, ehm, kolossaler Dimension handeln müsste. Doch das Gegenteil ist der Fall. Shadow of the Colossus handelt von einem einsamen Helden, der augenscheinlich den Tod einer von ihm geliebten weiblichen Person nicht verwinden kann.

Shadow of the Colossus - Episches Meisterwerk? Ein erster Blick auf die PlayStation 2 Preview-Version

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Er trachtet danach, sie wieder zum Leben zu erwecken. Das ist ein hehres Ziel. Doch leider geht das normalerweise nicht, wie wir alle wissen. Glücklicherweise ticken Videospiele anders als die Realität und so findet sich eine Gottheit namens "Dormin", die sich auf einen Handel einlässt. Sollte es der Held schaffen, 16 Kolosse zu besiegen, stehen die Chancen gut, sein Ziel zu erreichen.

Packshot zu Shadow of the ColossusShadow of the ColossusRelease: PS2: 15.2.2006
PS4: 7.2.2018
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Die Riesen sind rund um den zentralen Ort, eine Art Tempel, verteilt, aber nicht immer einfach zu finden. Der Grund: Das Areal, in dem sich die Handlung abspielt, ist riesig und daher auch nur auf dem Rücken des treuen Begleiters Agro halbwegs effizient zu durchqueren.
Vielleicht verwechseln aufgrund der Größe des Terrains einige Kollegen "episch" mit "ausgedehnt". Zwar lässt sich der Landschaft aufgrund ihrer schieren Ausdehnung eine gewisse Anziehungskraft nicht absprechen, besonders überwältigend ist sie jedoch nicht. Zu eintönig wirkt sie über weite Strecken, bis auf den einsamen Reiter gibt es fast keine weiteren Lebwesen, abgesehen von einigen den Weg kreuzenden Echsen und über uns hinweg fliegenden Adlern. Leer, sehr leer wirkt das Ganze und unfertig obendrein. Sind die verwaschenen Texturen absichtlich so entworfen worden, um dem ganzen Ambiente einen surrealen Anstrich zu verpassen? Das wissen wir nicht, überzeugen kann es uns aber auch nicht.

David gegen Goliath
So beschränkt sich das Gameplay auf lediglich zwei Aspekte: Ewiges Umherreiten in einer öden, von allen guten Geistern verlassenen Steppe und die Kämpfe gegen die 16 Kolosse. Mehr bietet das Spiel nicht.

Auch die Story an sich bietet keine weiteren Anhaltspunkte oder interessanten Informationen, alles wirkt sehr spartanisch, vollkommen fokussiert auf die Auseinandersetzung mit den Kolossen und die Einsamkeit des Recken.

Auf der Suche nach den Titanen ist uns das in unserem Besitz befindliche magische Schwert behilflich, das aktiviert werden kann und einer Art Leitstrahl aussendet, der die Richtung anzeigt, in der sich der nächste Gegner befindet. Also reiten wir auf Agro unserem Ziel entgegen und sind gespannt darauf, was sich uns entgegenstellen wird.

Und tatsächlich, die Kolosse sind wahrlich beeindruckende Wesen von imposanter Größe und zeugen von beachtlichem Einfallsreichtum der Erschaffer. Keiner der 16 Riesen gleicht dem anderen und jeder hat seine individuellen Schwachpunkte. Denn irgendwie müssen sie ja besiegt werden können, sonst würde das Spiel gar keinen Sinn machen.Diese Schwachpunkte müssen jedoch erst aufgedeckt werden und darin liegt die größte Herausforderung von Shadow of the Colossus. Wie kann man den Goliath austricksen, ihn zu Fall bringen? Während es der eine gar nicht leiden kann, wenn ihm mit dem Bogen in die Fußsohle geschossen wird, können wir einem anderen Wesen die Kniekehle aufschlitzen.

Das alles geschieht mit der Intention, einen Ansatzpunkt für eine ausgedehnte Klettertour zu finden, die uns zu den "vitalen Punkten" der Giganten bringt. Nur dort sind sie wirklich verletzlich und nur mit Hieben in diese empfindlichen Körperstellen, sind sie zu bezwingen. Doch diese Wesen sind nicht von Pappe und schon gar nicht sind sie klein. Mit üblichen Mitteln kommt der Spieler nicht weit. Also gilt es, sich am Fell festzukrallen und sich sukzessive am massigen Körper hochzuarbeiten. Da die Ausdauer des Helden begrenzt ist, gibt es am ganzen Körper verteilte Orte, an denen er eine Pause einlegen kann.

Dies sind Hornhäute, Knochenauswüchse oder Panzerplatten, wo sich der Held hinknien kann, um nicht durch die Laufbewegungen oder wilde Schüttelbewegungen, die ihn fortschleudern sollen, wieder abgeworfen zu werden. Das passiert zwar auch gelegentlich, wirkt sich aber glücklicherweise nicht gleich tödlich aus.

Shadow of the Colossus - Episches Meisterwerk? Ein erster Blick auf die PlayStation 2 Preview-Version

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Auch Stürze aus größerer Höhe quittiert das Spiel nicht mit dem Ladescreen. Verletzt sich der Held doch einmal, dann ist ihm das auch anzusehen: Er hält sich die Seite und atmet schwerer, erholt sich aber relativ schnell wieder von selbst. Die Steuerung ist dabei recht simpel umgesetzt, nur wenige Tasten genügen für die wichtigsten Funktionen, lediglich die schwenkbaren Kamera-Einstellungen sind nicht immer ganz glücklich gewählt und verwirren teilweise.

Wenn die Schwachpunkte gefunden sind, ist es um die Kolosse meist sehr schnell geschehen, wenige Hiebe genügen, um ihn sie den Staub krachen zu lassen.

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Anschließend wird der Spielstand gespeichert und der Protagonist wieder an die Ausgangstelle im Tempel zurückverfrachtet, von wo aus er sich den Weg zum nächsten Koloss suchen muss. Dieses Prozedere spielt sich exakt 16 Mal ab, bis das Spiel an sein Ende gelangt.

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Auch Stürze aus größerer Höhe quittiert das Spiel nicht mit dem Ladescreen. Verletzt sich der Held doch einmal, dann ist ihm das auch anzusehen: Er hält sich die Seite und atmet schwerer, erholt sich aber relativ schnell wieder von selbst. Die Steuerung ist dabei recht simpel umgesetzt, nur wenige Tasten genügen für die wichtigsten Funktionen, lediglich die schwenkbaren Kamera-Einstellungen sind nicht immer ganz glücklich gewählt und verwirren teilweise.

Wenn die Schwachpunkte gefunden sind, ist es um die Kolosse meist sehr schnell geschehen, wenige Hiebe genügen, um ihn sie den Staub krachen zu lassen.

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Anschließend wird der Spielstand gespeichert und der Protagonist wieder an die Ausgangstelle im Tempel zurückverfrachtet, von wo aus er sich den Weg zum nächsten Koloss suchen muss. Dieses Prozedere spielt sich exakt 16 Mal ab, bis das Spiel an sein Ende gelangt.