Wenn es um Videospiele geht, dann ist es nicht immer leicht, Inhalte mit erotischem Kontext unterzubringen. Meist scheiterte es daran, dass es sich um eine moralische Grauzone handelt. Es stellt sich die Frage, ob Sex in Videospielen erlaubt ist oder nicht. Ken Levine, Macher von BioShock, stellt eine ganz andere Frage: Sollten sie Sex überhaupt beinhalten?

Sex in Spielen - Ist es für die Spieleindustrie an der Zeit erwachsen zu werden?

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Puppen ohne Kleidung - so stellt sich naktes Pixelfleisch momentan dar.
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„Ich denke, es geht nicht darum, interaktiv zu sein. Ich denke es geht viel mehr um Leute, die nicht verstehen, worum es eigentlich geht. Wenn man über die Menge von, zum Beispiel, Nacktheit in einem Videospiel nachdenkt... es ist nicht mal wirklich Nacktheit. Es sind Puppen ohne Kleidung. Es gibt da natürlich noch viele andere Probleme. Es ist momentan auch irgendwie ein bisschen blöd, wegen - wieder einmal - den Puppen ohne Kleidung.

Es ist mehr wie die Sexszene in [dem Film] Team America. Diese Szene steht im Gegensatz zu der in Black Swan.“

Wie auch immer, Levine denkt, dass das der einzige Grund dafür ist, dass Spiele Sex nicht als das zeigen, was es nun mal ist: Eine fundamentale Lebenserfahrung, ob man das nun mag oder nicht.

„Die ebenfalls umstrittene Tatsache, ist die Wahrnehmung der Industrie, das wir sowas wie Spielzeuge machen oder so etwas Ähnliches, anstatt dass wir kreative Ausdrucksmöglichkeiten für eine breite Zielgruppe erschaffen - inklusive Erwachsene. Ich denke, das ist immer noch eine wenig Prüderie.“

Er fügte hinzu:

„Da ist sogar ein wenig Prüderie in der Industrie selbst. Ich habe ein Interview gegeben und jemand meinte ‚Ken, du benutzt eine große Menge Fäkalsprache‘ und ich meinte nur ‚Mein Gott, hör auf. Wir sind hier alle große Jungs und Mädchen‘. Wenn ich eine F-Bombe abwerfe, dann werfe ich eine F-Bombe ab. Ich bin ein großer Junge und ich kann das machen. Es ist eins der Privilegien, wenn man ein Erwachsener ist.“

Es scheint also, als wären Spiele als Unterhaltungsmedium zwar durchaus etabliert, aber noch nicht über alle gesellschaftlichen Tabus erhaben. Es wirkt in der Tat so, als wäre die Ansicht, dass Spiele eher „etwas für Kinder“ seien, nach wie vor stark in den Köpfen der Entwickler und auch der Konsumenten verankert.

Hier darf man in der Tat die Frage stellen, warum die Darstellung von brutalen Tötungsszenen offenbar etablierter ist, als die Darstellung von realistischen Sexszenen. In beiden Fällen gilt eine Freigabe für Erwachsene, wenn es um darstellende Medien wie Filme geht. Bei Spielen scheint die Darstellung von Gewalt allerdings, auch wenn sie deutlich umstritten ist, etablierter zu sein, als die Darstellung von sexuellen Inhalten.