Alle Welt spricht nur von den dicken Blockbuster-Shootern, die in den nächsten Tagen auf der Bildfläche erscheinen werden. EA und Activision scheuen keine Mühen und Kosten, um Battlefield 3 und Modern Warfare 3 in Position zu bringen.

Serious Sam 3: BFE - Der kopflose Kamikaze im Interview!2 weitere Videos

Es gibt aber abseits dieser um Authentizität bemühten Kriegsnachstellungen auch noch Ballerspiele, die sich selbst nicht so fürchterlich ernst nehmen. Serious Sam 3 beispielsweise, das mit seiner herzerfrischend nonchalanten Art einen schönen Kontrast zu den genannten Multimillionen-Franchises bietet. So war es jedenfalls früher. Ob sich daran etwas geändert hat?

Ich sags gleich vornweg: zum Glück nicht! Sam bleibt auch im (offiziell) dritten Teil der Ego-Shooter-Reihe ein cooler Haudrauf, den nichts und niemand erschüttern kann. Ein Kraftprotz, der sich mit der ungeheuren Feuerkraft eines umfangreichen Waffenarsenals durch unglaubliche Horden von Alieninvasoren metzelt und dabei auch noch lockere Sprüche auf den Lippen hat. Klar, der Duke lässt grüßen, aber das ist nicht weiter schlimm. Schließlich war ja auch für Arnie und Stallone genügend Platz auf dieser Welt.

Man muss wahrlich kein Raketenwissenschaftler sein, um die Geschichte hinter Serious Sam 3 zu verstehen, bei der es sich um ein Prequel handelt. Sie spielt also vor den beiden ersten Episoden. Die außerirdischen Mentals haben die Erde überfallen und nur ein tougher Kerl wie Sam kann die Plage wieder nach Hause schicken.

Serious Sam 3: BFE - Der bessere Duke?

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Immer schön cool bleiben!
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Dazu benötigt er ein "Zeitschloss", das eine vergessene Spezies vor langer, langer Zeit mal auf unserem Heimatplaneten deponiert hat. Also durchforstet der hemdsärmelige Protagonist Kraft seiner Wummen das Ägypten der Gegenwart - Zeitreisen gibt es nach den Eindrücken der Previewversion diesmal nicht.

Wir wandern also durch ein menschenleeres Kairo, inspizieren die dunklen Schächte von Pyramiden und schauen uns in abgelegenen Oasen um. Überall lauert der Feind und vieles davon dürfte uns und euch ziemlich bekannt vorkommen. Entwickler Croteam aus Zagreb hat sich scheinbar in den letzten Jahren nicht lange damit aufgehalten, neue Widersacher zu kreieren.

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Immer schön der Reihe nach, ihr kommt alle noch dran!
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Deshalb mähen wir altbekannte Gegner der Marke rennende Skelette, bewaffnete Skorpionmänner, Minotauren, Space Monkeys oder die schreienden Kamikaze-Stümper über den Haufen. Das lang anhaltende "Ahhhhhhhhhh" der verrückten Selbstmordattentäter hallt euch sicher noch im Gedächtnis nach und ist auch diesmal mit von der Partie. Unverändert ist auch, dass die KI-Opponenten nach wie vor nur strunzdumme wandelnde Zielscheiben darstellen.

In der Regel latschen sie einfach stupide auf euch zu - dafür aber in einer ungeheuren Anzahl. Problemlos lassen sich die Viecher austricksen, indem man beispielsweise hinter einem Mauervorsprung Deckung sucht und sie dort auflaufen lässt - nur um eine volle Breitseite mit dem Raketenwerfer reinzujagen und gleich ein halbes Dutzend ins Jenseits zu befördern - oder wo die Monster nach ihrem Ableben eben landen.

Killing like an Egyptian!

Sam kennt - auch das dürfte Serienkenner freuen - auch anno 2011 keine Gnade mit seinen Feinden. Die Projektile richten brachialen Schaden an, verstümmeln seine Opfer, reißen sie in Einzelteile, lassen das Blut nur so spritzen. Und wenn das noch nicht genügt, um ihnen den Garaus zu bereiten, reißt es sie eben per Nahkampfattacke entzwei und benutzt die Körperteile als Wurfgeschosse. Die neue Serious Engine 3 (treibt übrigens auch die überarbeiteten HD-Versionen der Klassiker-Vorgänger an) erlaubt darüber hinaus weitreichende Zerstörungen der Landschaft.

Sam könnte sich in diesem Jahr durchaus als der bessere Duke erweisen!Ausblick lesen

Tummelt sich der Recke gerade in einer antiken Ruine, schießt er mit den fetten Kanonen seines Arsenals Mauerwerk und dicke Säulen buchstäblich in Schutt und Asche. Die Effekte können sich durchaus sehen lassen. Doch man sollte sich umgekehrt nicht zu sicher in Deckung hinter stabilen Wänden wähnen - gegnerische Geschosse beherrschen diese Zerstörungskunst ebenfalls.

Das Spielgeschehen lässt nicht viel Platz für Experimente oder abwechslungsreiche Wendungen. Sam ist da, um zu killen, und das besorgt er effizient. Er ist ein anachronistischer Antiheld mit großer Klappe, dessen Lebensenergie sich nicht wie durch Zauberhand von selbst regeneriert, Healthpacks und Munition müssen wir schon selber in der Gegend aufsammeln.

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Das ist ja zum Kotzen!
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Übrigens sehen die Außen- und Innenareale gar nicht mal so übel aus: Die kroatischen Entwickler haben sich vom knalligen Comic-Look früherer Tage verabschiedet und setzen jetzt auf einen realistischeren Ansatz. Die Häuserruinen sind mit Trümmern, Dreck oder großen Einschusslöchern ausstaffiert. Das Innere der Pyramiden - das man nur mit einer Taschenlampe als Lichtquelle durchwandert - überzeugt mit einer Vielzahl sauberer Wandmalereien und Hieroglyphen.

Kleinere Änderungen im Vergleich zu früheren Serious-Sam-Auflagen gibt es dann aber doch. Einige Waffen bieten jetzt beispielsweise einen Zielmodus, mit dem sich die Gegner leichter aufs Korn nehmen lassen. Nicht, dass das bei der grundsätzlich tadellos funktionierenden Ballermechanik wirklich notwendig wäre. Zum einen kann man bei der Masse an Aliens kaum einmal daneben semmeln. Zum anderen sind die Hitboxen so groß, dass es meist genügt, die Waffen ungefähr in die Richtung der unmenschlichen Widerlinge zu halten.

Cool ist hingegen, dass Sam nun endlich auch rennen kann und damit den anrückenden Wellen nicht mehr ganz so schutzlos ausgeliefert ist. Wenn euch die Panik ergreift, kann so ein kurzer Sprint Gold wert sein.

Mehr als ein knappes Dutzend Kampagnen-Missionen der PC-Version (Angaben zum Release-Zeitpunkt der Konsolenfassungen gibt es noch nicht) konnten wir leider noch nicht antesten. Sowohl der "Überleben"-Modus als auch der komplette Mehrspieler-Bereich waren noch nicht freigeschaltet. Wie sich also der bekannte 16er-Koop-Modus oder der zum ersten Mal angebotene 4er-Splitscreen-Modus schlägt, lässt sich noch nicht sagen.