Sportspiele von Sega erfreuen sich spätestens seit dem Olympischen Auftritt von Mario und Sonic großer Beliebtheit. Wer bei Sega Superstars Tennis ebenfalls auf einen gemeinsamen Auftritt der Sega- und Nintendo-Helden gehofft hat, wird allerdings enttäuscht. Ob das Tennisspiel trotzdem begeistern kann und was es von Genregrößen wie Virtua Tennis abhebt, erfahrt ihr im Test.

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Tennis in bunten Welten

Spätestens beim Anblick des wunderschön und aufwändig gerenderten Intros freuen sich Arcadefans auf den ersten Aufschlag. An die Grundlinie treten bei Sega Superstars Tennis nahezu alle Helden, die ihr aus diversen Sega-Produktionen kennt. Angefangen bei Sonic, dem wohl berühmtesten aller Sega-Figuren, über NiGHTS bis hin zu Beat, Dr. Eggman und zwölf weiteren Schöpfungen. Natürlich verfügt jeder dieser Charaktere über spezielle Eigenschaften. So zeichnen sich manche Helden durch eine flinke Beinarbeit, andere durch einen harten Schlag aus.

SEGA Superstars Tennis - Tennis mit Sonic & Co. Wir verraten, ob Sega demnächst in der Weltrangliste spielt.

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Viele bunte Locations sorgen für optische Abwechslung.
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Passend zu der Vielfalt an Charakteren bietet das Spiel zehn ebenso fantasievoll gestaltete Austragungsorte. Statt langweiliger Tennisarenen stehen hier bunte Locations bereit, die an die vielen bekannten Serien der hauseigenen Videospielhistorie angelehnt sind.

Packshot zu SEGA Superstars TennisSEGA Superstars TennisErschienen für DS, PS2, PS3, Wii und Xbox 360 kaufen: ab 1,89€

So dürft ihr inmitten der mystischen Welt von „NiGHTS“ aufschlagen oder in „Green Hill“, der Heimatwelt von Sonic, typische Elemente wie etwa goldene Ringe oder die berühmten Loopings bestaunen. Spielerisch haben die unterschiedlichen Schauplätze bei den normalen Tennispartien allerdings keine Auswirkungen, doch dafür begeistern sie optisch durch viele Details und animierte Objekte.

Bei der Steuerung haben sich die Entwickler leider nicht viel einfallen lassen. Grundsätzlich habt ihr zwei Fronttasten, mit denen sich Top-Spins und Slices ausführen lassen. Wollt ihr Stops oder Lobs spielen, müsst ihr auf umständliche Tastenkombinationen zurückgreifen.

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Hier konkurrieren zwei Spieler um die wertvollen Ringe. Vorsicht vor den Robotern!
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Obwohl es sich um ein Arcadespiel handelt, hätten wir uns eine stärkere Differenzierung und vor Allem eine Belegung aller vier Fronttasten gewünscht. So spielen sich die Ballwechsel unnötig kompliziert und recht unspektakulär, jedenfalls bis zu dem Zeitpunkt, an dem einer der Spieler über seinen Superschlag verfügt. Dieser wird nach einer Reihe erfolgreicher Schläge durch die Betätigung der Schultertasten eingeleitet und schließlich mit einem normalen Schlag ausgeführt.

Superschläge ohne Langzeitwirkung

Das Resultat eines Superschlages unterscheidet sich je nach gewähltem Charakter. Mal fliegt der Ball dem Gegner einfach nur mit hohem Tempo um die Ohren, mal nimmt er eine unrealistische Flugbahn. Es gibt sogar einen Superschlag, bei dem die Filzkugel in einem Zickzackkurs über das Netz geschlagen wird, was einen Return natürlich entsprechend schwer gestaltet. KI-Gegner lassen sich übrigens von solchen Schlägen häufig weniger stark beeindrucken als menschliche Kontrahenten, die sich bei den verschiedenen Superschlägen unterschiedlich schwer tun.

So schön die Idee und so gelungen die Präsentation der Superschläge auch ist, so nutzen sie sich doch relativ schnell ab. Habt ihr die spezielle Schlagvariante aller Sega-Helden gesehen, profitiert das Spielgeschehen kaum noch von diesem Element. Auch die vorgeschalteten Animationen, in denen die Kamera an den Helden heranzoomt, sorgen später nur noch für nervende Unterbrechungen, die den Spielfluss stören. Da es so scheint, als hätte man das Gameplay rund um dieses Feature aufgebaut, verliert das Spiel somit leider auch einen Teil seines Reizes.

Minispiele zum Jubeln und Gähnen

Neben normalen Tennispartien, die ihr wahlweise im Einzel oder Doppel bestreitet und die ihr in punkto Satz- und Spiellänge den eigenen Wünschen anpassen könnt, bietet der Titel noch rund 100 verschiedene Minispielvarianten.

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Hier müsst ihr euch gegen die fiesen Zombies verteidigen.
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So könnt ihr euch beispielsweise auf einem düsteren, an House of Dead angelehnten Tennisplatz nahenden Zombies erwehren, indem ihr Filzkugeln returniert, die euch von einer Ballmaschine vorgelegt werden. Dieses Minispiel gefiel uns neben normalen Matches übrigens am Besten. An „Jet Set Radio“ erinnert die Spielvariante, in der ihr auf einem Streetcourt durch Laufarbeit bestimmte Spraydosen einsammeln müsst, mit denen ihr dann durch gezielte Schläge Graffitis auf der gegnerischen Platzhälfte ausmalt.

Weniger interessant empfanden wir die Monkeyball- und Sonicvarianten. Erstere lässt euch mit Tennisbällen auf große Kugeln schießen, die ihr mit harten Schlägen vom Platz vertreiben müsst. In dem an die beliebten Sonicspiele angelehnten Spielmodus müsst ihr Ringe einsammeln und gefährlichen Objekten ausweichen.

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Wer mag darf auch im Doppel mit einem Freund oder der KI antreten.
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Kollidiert ihr mit einem dieser Objekte, verliert ihr getreu der Jump and Run-Vorlage alle Ringe. Da ihr diesen Spielmodus, genau wie viele andere, gegen einen Kontrahenten spielt, bleibt das Spiel bis zur letzten Sekunde spannend. Die meisten der Minispiele erinnern jedoch stark an Trainingseinheiten, die man schon bei Virtua Tennis gesehen hat. Auch wenn die Aufbereitung eine andere ist, sind gewisse Parallelen nicht zu übersehen.

Zuweilen witzige Tennisinterpretation mit einsteigerfreundlichem, aber zu wenig differenziertem Gameplay.! Für Sega-Fans trotzdem empfehlenswert!Fazit lesen

Oldschool-Gedudel

Abgerundet wird Sega Superstars Tennis durch einen Onlinemodus, bei dem ihr mit bis zu drei weiteren Spielern gemeinsam auf dem virtuellen Tenniscourt steht. Einzelspieler haben zudem die Möglichkeit, in vier unterschiedlichen Turnieren weitere Sega-Charaktere und Schauplätze freizuspielen. Einen Trainingsmodus, in dem ihr euren Tennishelden verbessern könnt, gibt es jedoch leider nicht. Positiv fiel uns auch der abwechslungsreiche Soundtrack auf, bei dem viele klassische Musikstücke teils uralter Sega-Produktionen angenehm aufbereitet wurden. Dank Dolby Digital 5.1 kommen High-Tech-Fans und Nostalgiker somit gleichermaßen auf ihre Kosten.