Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Und heißen diese "Zwei" dann auch noch Codemasters und Sega, wird es vor allem für Racing Fans ein toller Jahrgang. Beide Kontrahenten führen ihre jeweiligen Rally-Franchises 2007 in eine neue Runde, vollgepackt mit "Must Have"-Features und zeitgemäßer "Next Generation"-Optik. Während man mit Colin McRae: Dirt bereits über die Pisten jagen kann, lässt man sich in den Sega Racing Studios noch Zeit für den letzten Feinschliff. Leichtsinn oder gesundes Selbstvertrauen? Wir waren zu Besuch in Birmingham, um uns selbst einen Eindruck zu verschaffen. Und soviel sei schon vorab gesagt: Das dort Gezeigte rechtfertigt die Verspätung auf jeden Fall.

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Die Ersten werden die Besten sein
Wenn es um Fortsetzungen geht, hat das Sport-Genre seine eigenen Gesetze. Innovative Neuansätze, noch dickere Explosionen oder spannendere Geschichten braucht es hier nicht. So setzt Sega Rally auch in der neuesten Version auf Bewährtes und feilt an Ecken und Kanten. Will heißen: Mit den besten Rally-Flitzern der Saison heizt man über ziemlich dreckiges und vor allem unwirtliches Terrain um den Schnellsten unter den Profibleifüßen zu ermitteln.

Sega Rally - Macht die flotte Arcade-Raserei auch heute noch Spaß? Wir sind Probe gefahren

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Da kommt Strandfeeling auf: Die hübschen Tropical-Strecken sehen fantastisch aus
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Dabei bietet der Titel genügend Spielraum, um sich ordentlich auszutoben. Insgesamt sechs Landschafts-Settings wird es im fertigen Spiel geben, durch die sämtliche der waghalsigen Streckenkurse führen. Deren finale Zahl steht übrigens noch nicht fest, wir rechnen aber mit etwa zwanzig. In Birmingham konnten wir bereits die ersten drei bekannten Settings begutachten: So könnt ihr unter anderem durch die engen Schluchten eines Canyons oder die traumhafte Strandidylle der Tropical-Strecken fahren.

Besonders schön muten die schneebedeckten Hänge des Alpine-Kurses an. Außerdem bringen alle der jeweiligen Umgebungen auch spezielle Eigenschaften der Strecke mit sich: Auf nassem Schnee verliert man weitaus schneller die Kontrolle über seinen Flitzer, als auf den relativ gemäßigten Asphaltkursen der Berge. Schwierig wird es immer nur dann, wenn sich die Bodenverhältnisse in kürzester Zeit nacheinander ändern. Von glatt auf hart, wieder zurück in matschige Schlammpfützen - nur Profis bleiben hier auf der Ideallinie.

Der Weg muss weg
Bei allem Raser-Spaß wartet Sega Rally jedoch mit einem ganz besonderen Clou auf: Ein mehrstufiges Polygonmodell, welches auf den Strecken liegt, erlaubt nun echte Abnutzungseffekte. So grabt ihr euch zum Beispiel beim Start oder in Folge eines Powerslides in den Boden ein. Beinahe sämtliche Fahrmanöver verändern das Streckenbild nachhaltig. Dieses Deformation-Modeling getaufte System ist für die Entwickler ein riesiger Schritt nach vorne: "Sega Rally bleibt ein Arcade-Racer, nur mit wesentlich mehr Realismus", grinst Studiochef Guy Wilday.

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Ein mehrstufiges Polygonmodell sorgt für tiefe Spuren in der Strecke
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Die Freude ist begründet, schließlich ist das Schadensmodel weit mehr als eine optische Spielerei. Denn je tiefer die Spuren auf der Strecke sind, umso mehr Vorteile ergeben sich daraus für den Fahrer. "Wenn ihr beispielsweise über lockeren Sand fahrt, wird dieser abgetragen und ihr trefft auf den darunter liegenden feuchten Sand. Das bedeutet wesentlich mehr Grip und somit Kontrolle über den Wagen." erklärt Guy.

Bei unseren Testfahrten funktionierte dieses System erstaunlich gut. Selbst in hohem Schnee erhält man deutlich an Geschwindigkeit, wenn man bereits befahrene Spuren einschlägt. Da jede Runde ein neues Fahrgefühl bietet, gewinnt Sega Rally auch eine taktische Note: Nutzt man in späteren Runden vorwiegend die stark befahrenen Stellen, hat man gegenüber den Kontrahenten große Vorteile. Unkontrollierte Slides oder Patzer gehören im Idealfall der Vergangenheit an.

Schlammpackung für's Auto
In den Sega Racing Studios geht man natürlich mit der Zeit. Ein Spiel für NextGen-Plattformen braucht schließlich auch NextGen-Grafik. Dementsprechend hochauflösend präsentiert sich Sega Rally: Realistische Beleuchtung und Reflexionen, hoher Detailgrad und wunderschöne Levelgrafiken sind da Ehrensache. Selbst an die Rillen auf den Reifen haben die Designer gedacht.

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Matsch, Schlamm und Schnee wirken nun noch plastischer an den Boliden
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Solltet ihr während der Fahrt scharf bremsen oder gekonnt um die Kurve driften, schleudert euer Wagen dank Partikelsystem Staub, Schlamm und Schutt umher. Anders als in anderen Genrevertretern kleben Matsch und Schnee allerdings nicht einfach als flache Textur am Auto, sondern wurden von der Grafikabteilung aufwendig modelliert. "Das wirkt plastischer und vermittelt tatsächlich das Gefühl, eure Karre wäre vollständig eingesaut", lacht Wilday.

Nettes Gimmick am Rande: Während man sich vom Fuß des Berges bis zur Spitze hinauf kämpft, verändert sich durch den drastischen Temperaturwechsel auch die Beschaffenheit des Kurses. Der glitschige Wasserfilm über dem Asphalt wird langsam zu matschigem Eis und schließlich zu Schnee. Auch hier muss man dabei stetig darauf achten, sich auf die unterschiedlichen Untergrundarten einzustellen, wenn man als Erster durch die Zielgerade rauschen möchte.

Die Qual der Wagenwahl
Üblicherweise startet ihr eure Rennen im beliebten Championship Modus. Hier müsst ihr mehrere Rennen hintereinander absolvieren und möglichst gute Platzierungen ergattern - nur so könnt zusätzliche Strecken, neue Wagen und Secrets freischalten. Darüber hinaus könnt ihr euer Glück entweder in kurzen Quick Races versuchen oder im Time Attack Modus gegen Ghost-Fahrer antreten.

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Auf den Kursen kommt es oftmals zu Gerangel
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Insgesamt 30 Boliden wird es im fertigen Spiel geben. Neben schicken Flitzern wie dem Subaru Impreza oder den Rally-Ausführungen von Peugeot, Mitsubishi und Ford, kann man auch allerlei Bonuswagen freischalten, darunter sogar einige Klassiker aus dem Ur-Sega Rally. Wie es sich für ein vernünftiges Rennspiel gehört, fahren sich die Wagen dabei allesamt sehr unterschiedlich.