Tuning, Setups, Qualifikationsrennen und ein möglichst realistisches Fahrverhalten sind inzwischen zu Standardfeatures des Rennspielgenres geworden. Doch wo bleiben die kurzweiligen und einsteigerfreundlichen Arcadetitel? Sind schnelle und unkomplizierte Actionrennspiele etwa eine aussterbende Art? Nein, denn mit Sega Rally fährt endlich wieder ein klassischer Arcade-Racer vor, der alle typischen Eigenschaften in sich vereint!

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Boxenstopp auf Simulationsbereifung
In Zeiten, in denen selbst die bislang actionreiche Need-for-Speed-Serie in die Boxengasse einbiegt, um auf Simulationsbereifung zu wechseln, kommt uns ein Sega Rally sehr gelegen. Seinen Ursprung hat das Spiel nämlich in den Spielhallen, wo es primär darum geht, den zahlenden Spieler ab der ersten Sekunde bestens zu unterhalten. Lähmende Einarbeitungszeiten wären dabei ebenso hinderlich wie eine komplizierte Steuerung, die irgendwelcher Erläuterungen bedarf.

Sega Rally - Mit Tempo 150 durch den Schlamm: Diese Raserei hinterlässt Spuren.

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Kein Rallyspiel ohne einen Subaru Imprezza!
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Das Aushängeschild eines jeden Arcade-Titels ist natürlich die Grafik, denn letztendlich entscheidet einzig und allein die Präsentation darüber, ob der interessierte Spieler an den Spielhallenautomaten heran tritt oder sich für ein anderes Gerät entscheidet. Dementsprechend sieht auch die Konsolenfassung von Sega Rally sehr gut aus. Wie schon bei Virtua Tennis und Virtua Fighter haben es die Entwickler geschafft, die Spielhallenversion nahezu unverändert auf PC, PS3 und Xbox 360 zu portieren.

Lizenzierte Autos vom Porsche bis zum Subaru Imprezza fahren auf insgesamt 15 Strecken, die auf fünf verschiedene Fantasieszenarien verteilt sind. Von der Safari über Canyons und Strandfahrten bis hin zur verschneiten Bergpiste wird thematisch Einiges geboten. Anders als von diversen Rallyspielen gewohnt befahrt ihr bei Sega Rally keine Strecken, die mit Zeitnahmepunkten versehen sind, sondern liefert euch klassische Rundenrennen mit fünf Kontrahenten.

Schicke Lichteffekte, detaillierte Fahrzeugmodelle und eine größtenteils interessante Streckenführung versüßen den Rallyalltag. Obwohl ihr die Kurse später auch noch in umgekehrter Richtung befahren könnt, bleibt bei dem recht übersichtlichen Angebot dennoch die Vielfalt auf der Strecke. Typisch für Sega wirkt die Farbgebung mal wieder recht bunt, was jedoch gut zum Arcadethema passt.

Packshot zu Sega RallySega RallyErschienen für PC, PS3, PSP und Xbox 360 kaufen: Jetzt kaufen:

Rasante Action!
Auch bei den Kameraperspektiven bleibt Sega der kompromisslosen Linie treu. Da Arcade-Fans ihrem Fahrzeug lieber folgen als sich virtuell hinter das Steuer zu klemmen, wurde auf eine Cockpitperspektive verzichtet. Alternativ stehen eine rasante Stoßstangenansicht und eine Motorhaubenperspektive bereit. Ganz gleich für welche Ansicht ihr euch entscheidet, das Geschwindigkeitsempfinden bei Sega Rally ist stets hervorragend. Dazu trägt unter anderem auch der konstante Bildaufbau bei, der auf beiden Konsolen gleichermaßen begeistert.

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Solche Verfolgungsjagden sind auch online möglich!
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Eher ärgerlich als konsequent wirkt dagegen der komplette Verzicht auf ein Schadensmodell. Fahrzeugschäden, die sich negativ auf das Fahrverhalten auswirken, hätten vermutlich nicht zum Konzept gepasst. Ein optisches Schadensmodell hätte dem Titel dagegen sehr gut zu Gesicht gestanden. Unabhängig davon, ob man eine Simulation oder einen Arcade-Titel spielt, ist es einfach unglaubwürdig und längst nicht mehr zeitgemäß, dass Kollisionen jeglicher Art keinerlei Spuren am Fahrzeug hinterlassen.

Ebenfalls gewöhnungsbedürftig aber durchaus typisch für ein Arcade-Rennspiel sind die unsichtbaren Streckenbegrenzungen, die euch davon abhalten, Abhänge hinunter zu stürzen oder Bekanntschaft mit abgelegenen Bäumen zu machen. Wenn ihr die Karren schon nicht verschrotten könnt, dürft ihr sie wenigstens ausgiebig verschmutzen. Im Laufe der Rennen sichtet ihr Staubspuren und echten Polygonschlamm am Blechkleid eures Boliden.

Staub, Schmutz und Fahrzeugspuren
Besonders stolz ist man auch darauf, dass sich sämtliche Furchen, die ihr beispielsweise in den Schlamm walzt, auf den weiteren Rennverlauf auswirken. So füllen sich die entstandenen Reifenspuren nicht nur mit Wasser, sie sind auch noch deutlich spürbar, wenn ihr sie mit einem Force-Feedback-Lenkrad oder dem Xbox-360-Gamepad überfahrt. Auch optisch fallen die detaillierten Fahrzeugspuren ins Auge - es ist schon schön anzusehen, wie der Streckenbelag von sechs Fahrzeugen Runde für Runde zunehmend verwüstet wird.

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Viele der Strecken wirken geradezu idyllisch.
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Wer sich in den letzten Wochen auf das Fahrverhalten eines Colin McRae Dirt eingestellt hat, muss sich bei Sega Rally komplett umstellen. Schon nach wenigen Runden habt ihr das äußerst tolerante Fahrmodell jedoch verinnerlicht und nehmt selbst enge Kurven mit relativ hohem Tempo. Während die Steuerung zu Beginn noch recht schwammig wirkt, entpuppt sie sich schon nach kurzer Spielzeit als extrem kurzweilig und sorgt für sehr viel Fahrspaß.

Onlinespaß
Wie von anderen Rallyspielen gewohnt, werden die bevorstehenden Kurven auch bei Sega Rally angesagt, so dass ihr euch rechtzeitig darauf einstellen könnt. Da es jedoch nur wenige Passagen gibt, bei denen ihr wirklich massiv abbremsen müsst, lassen sich die meisten Pisten auch per Auge und einem beherzten Gasfuß bewältigen. Dennoch ist Sega Rally keinesfalls anspruchslos.

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Typisch für einen Arcaderacer - spektakuläre Streckenrandobjekte.
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Wer schnelle Rundenzeiten erreichen möchte, muss gute Reaktionen haben und den Boliden bei hohem Tempo durch die zahlreichen Kurven zirkeln. Komplettiert wird der Titel durch einen Meisterschaftsmodus, bei dem ihr kontinuierlich alle Strecken befahrt und nebenbei neue Fahrzeuge und Lackierungen freispielt. Wer mag, darf auch Zeitrennen bestreiten oder sich mit anderen Spielern messen. Lokal treten zwei Spieler per Splitscreen aufs Gas. Online fahren dagegen bis zu sechs Teilnehmer an die Startlinie.