Was für eine Ruhe: Umringt von weiten Feldern und grünen Wiesen stehen wir in einem idyllischen Vorort vor London. Vor uns erhebt sich ein englisches Gebäude im traditionellen Landgut-Stil. Rings um das alte Gemäuer hat der Herbst seine Spuren in die Landschaft gezeichnet: Gelbe Blätter liegen vor den Bäumen, die Sonne erhellt mit letzter Kraft den angrenzenden Wald.

Und dann das: Blut, Todesschreie, Gewalt, abgetrennte Körperteile wohin man auch blickt – einen größeren Kontrast kann man kaum schaffen. Der Grund dafür sind nicht etwa die Halloween-Feierlichkeiten am Abend, sondern Segas „Ab 18“-Event in London. Hier präsentierte man uns die aktuellen Versionen von kommenden Hit-Kandidaten wie Viking, The Club und Condemned 2. Aber Vorsicht: Nichts für schwache Nerven!

The Club

Ein guter Kollege meinte neulich: „Das wirkt auf mich wie Sonic auf Speed, nur ohne goldene Ringe, dafür aber mit dicken Knarren.“ Stimmt! Denn nach unserer Präsentation in London zeigt sich: Diese kurze wie simple Umschreibung passt zum „The Club“-Spielprinzip wie die Faust aufs Auge. Der kommende Action-Titel von Bizarre Creation mixt die Rasanz eines Rennspiels mit harten Schusswechseln.

Sega ab 18 - Nur für Volljährige: Mit diesen Titeln ließ Sega in London die Knochen knacken.

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Der Highscore-Counter zählt beständig mit.
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Euer einziges Ziel: So schnell es geht den Levelausgang finden und dabei so viele Punkte wie möglich zu sammeln. Und die gibt es – bis auf ein paar Ausnahmen – ausschließlich durch Kills. Wer jedoch stupide drauf los ballert, gewinnt keinen Blumentopf. Vielmehr zählen Style, Präzision und Ausführung. Für Kopfschüsse gibt es beispielsweise gleich dreimal so viele Punkte wie für einen Treffer im Oberkörper.

Kombiniert man solche Präzisionstreffer dann noch mit einer eleganten Vorwärtsrolle und landet mit etwas Glück einen Querschläger, hagelt es Bonuspunkte. Stehen bleiben ist dabei strengstens verboten: Ein kleiner Kombometer tickt unaufhörlich mit. Landet ihr zu lange keinen Treffer, verfallen wichtige Multiplikatoren. Neben dieser Spielvariante locken zudem ähnliche Modi wie Time Attack oder Survivor.

Behutsames Vorgehen ist dabei nie gefragt. Stets hechtet ihr durch die insgesamt acht verschiedenen Areale – Adrenalin pur. Den eigentlichen Schwierigkeitsgrad machen dabei die Zeitlimits und Highscore-Vorgaben aus, denn die virtuellen Gegner entbehren jeglicher Intelligenz. Wie in den berüchtigten Light-Gun-Shootern der 90er ploppen die tumben Kameraden hinter Fenstern auf, um ein optimales Ziel abzugeben.

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Wichtig: Nur präzise Treffer oder Kills mit Stil bringen die dicken Punkte.
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Insgesamt acht Charaktere stehen euch zur Verfügung. Jeder von ihnen hat unterschiedliche Attribute wie Schnelligkeit oder Ausdauer. In unseren Probematches wirkten sich diese aber kaum auf den Spielverlauf aus. Auch die Hintergrundgeschichte jedes Recken spielt eher eine untergeordnete Rolle – eine Story sollte man ohnehin nicht erwarten. Deutsche Action-Fans müssen aber bangen: Ob The Club ungeschoren die USK passiert, ist fraglich.

Viking: Battle for Asgard

Muskelbepackte Langhaarträger mit riesigen Äxten sind in. Derzeit ist Ur-Barbar Conan wieder in aller Munde, spätestens im Frühjahr gesellt sich dann der schwer verärgerte Recke aus Creative Assemblys Viking: Battle for Asgard zur illustren Runde der Metzel-Männer hinzu. Dieser bekommt es mit einer ähnlich wütenden Göttin und ihrer marodierenden Zombiearmee zu tun – wenn das nicht trashig klingt.

Aber im Ernst: Creative Assembly dürfte bisher nur PC-Spielern als kreative Kraft hinter der Total-War-Reihe ein Begriff sein. Deren Strategie-Vergangenheit sieht man denn auch Viking bereits nach kurzer Zeit an: Während ihr zunächst noch im Alleingang durch die mythischen Lande Midgards zieht, kämpft ihr in späteren Missionen als Feldherr riesiger Armeen.

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In Viking fließt der rote Lebenssaft in Strömen.
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Das Spiel teilt sich dabei bewusst in zwei Parts. Bevor es nämlich ans Belagern und Plündern geht, gilt es in kleinen Städten und Dörfern geschwätzige NPCs nach Informationen zu befragen und allerlei Aufträge zu erfüllen. Deren Ziel ist es oftmals, gefangene Dorfbewohner aus der Gefangenschaft der Untoten zu befreien. Der Clou: Aus Dankbarkeit stoßen die Gruppen später zu eurer Armee hinzu und steigern so die Siegchancen enorm.

Ein echter Eyecatcher sind die fulminanten Schlachten allemal. Zwar steuert ihr eure KI-Kameraden nicht selbst, durch euren selbstlosen Einsatz an brenzligen Hotspots könnt ihr den Ausgang einer Schlacht aber nachhaltig beeinflussen. Tötet ihr beispielsweise einen gegnerischen Champion, gewinnt eure Armee an dieser Stelle deutliche Vorteile. Zudem lassen sich auf die Weise mächtige Spezialattacken (wie Drachen) frei schalten.

Zimperlich geht es auch in Viking nicht zu: Drückt ihr zum richtigen Zeitpunkt die X-Taste, trennt euer barbarischer Held seinen Gegnern Arme, Kopf und Beine chirurgisch genau ab. Wer davon nicht genug bekommt, schneidet die Angreifer zudem in zwei Hälften. Generell spritzt und matscht es schon bei normalen Schwertschlägen wie aus Eimern, Finishing Moves in Bosskämpfen tun ihr Übriges – die USK wird sich freuen.

Condemned 2: Bloodshot

Ein „Ab 18“-Event wäre kaum vollständig, ohne das passende Skandal-Projekt. Nun birgt Condemned 2: Bloodshot zwar nicht die Brisanz eines Manhunt 2, spaltet aber trotzdem schon jetzt das Lager der Spieljunkies in entsetzte Gewaltgegner und erfreute Mystery-Kriminologen. Ob derartige Debatten in Deutschland zu erwarten sind, ist noch unklar: Wie der indizierte Vorgänger dürfte auch Condemned 2 kaum an der Prüfstelle vorbei kommen.

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Einer der Finisher: Der Wurf in den Container gibt dem Gegner den Rest.
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Dabei ist Condemned 2 im Grunde zu allererst ein spannend-düsterer Großstadt-Krimi: Ein Jahr nach den Ereignissen des Vorgängers ist Polizei-Ermittler Ethan Thomson ein gebrochener Mann. Die Serienkiller-Hatz hat ihn traumatisiert, Depressionen treiben ihn in die Alkoholsucht. Als sein Partner spurlos verschwindet, begibt sich Thomas erneut unter die Kleinkriminellen und Schläger der Unterwelt.

Was dann folgt, erinnert beinahe an die beklemmende Atmosphäre eines Silent Hill. Denn die Suche nach dem verschwundenen Freund führt euch in erster Linie an äußerst unwirtliche Orte: düstere Hotelzimmer, schummrige Gassen und Hinterhöfe, in denen wohl nicht einmal Batman ohne Bodyguards auf Streife gehen würde, wollen nach Beweisen und Informationen abgesucht werden.

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Da jubelt die USK: Leichen müsst ihr nach Spuren absuchen - egal wie sie aussehen.
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Für diese Zwecke wurde das Forensik-System des Originals noch einmal verbessert. Erreicht ihr den Ort eines Verbrechens, nehmt ihr per Funk Kontakt mit der Zentrale auf. Eine junge Dame stellt euch dann nacheinander Fragen zum Tathergang: „Was ist die Todesursache? Wurde die Leiche bewegt? Wie sieht die Tatwaffe aus?“ Mit allerlei Werkzeugen zur Beweisaufnahme geht ihr diesen Fragen dann auf den Grund und erstattet per Multiple Choice Bericht – CSI lässt grüßen.

Wird es während der Ermittlungen wirklich einmal brenzlig, zückt ihr entgegen der üblichen Genre-Standards nur sehr selten die Waffe. Stattdessen stehen harte, ultra-realistische Faustkämpfe auf dem Programm. Ist der Gegner überwältigt, könnt ihr den blutigen Schlagabtausch mit einem fiesen Finishing Move beenden und so beispielsweise dessen Kopf in einen Fernseher oder die nächstbeste Tischplatte rammen.