Nicht viele Publisher veranstalten kurz vor der mit Siebenmeilenstiefeln herannahenden GamesCom Events, auf denen man die neuesten Spiele präsentiert. Doch wenn man dem Medien-Overkill der Spielemesse entgehen will, macht man es vielleicht wie SEGA und lädt zum Summer Sizzler nach London, wo man einige nicht ganz so prominente Titel vorstellt.

Wer noch nie etwas von Resonance of Fate, Jambo Safari oder Wacky World of Sports gehört hat, könnte sich durchaus für das "dreckige" halbe Dutzend interessieren, mit dem wir uns in der britischen Hauptstadt vergnügten.

Resonance of Fate: JRPG der anderen Art

Im Mittelpunkt des Interesses stand fraglos Resonance of Fate (PS3/360), das von tri-Ace hergestellt wird und hierzulande 2010 erscheinen soll. Der japanische Entwickler machte sich u.a. mit JRPGs wie Star Ocean oder Valkyrie Profile einen Namen, arbeitete bisher jedoch in der Regel mit Square Enix zusammen.

SEGA - Die kommenden Hits von Sega: Mario, Sonic, verrückte Affen und mehr

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Neuer Publisher, neuer Stil: Diesmal futuristisch-düster
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Auch der neue Titel wird ganz in der Tradition japanischer Rollenspiele stehen, allerdings will man nicht nur durch die Auswahl eines neuen Publishers "etwas Neues ausprobieren und neue Wege gehen", sondern darüber hinaus soll auch das Genre mit "neuartiger Storyline, stilvoller Grafik und besonders realistischen Schusswechseln" aufgefrischt werden. Über die Hintergründe der Story verlor man jedoch nur wenige Worte. Man will vermeiden, zu viele Details im Voraus zu verraten.

Klar ist jedoch bereits jetzt, dass ihr eine Gruppe von drei Charakteren durch die Fantasy-Welt steuern werdet, wobei eine der Figuren eine Art "Großer Bruder"-Rolle einnimmt. Die Gruppe betätigt sich als Söldner, die überall Aufträge annimmt und die dreckige Arbeit erledigt. Das Leveldesign der Präsentationsversion (Xbox 360) machte einen modernen Eindruck, der jedoch immer wieder von zahlreichen Spielereien wie z.B. Zahnrädern aufgelockert wird.

Durch Haupt- und Nebenmissionen schaltet man sukzessive weitere Areale auf der 2D-Map frei, die auf einer Wabenstruktur mit Hexagons basiert. Bei der Navigation auf dieser Karte kann es zu den Genre-typischen Random Encounters kommen, die dagegen im 3D-Modus der Geschichte angehören sollen. Hier sieht man alle Feinde, die in den Räumen auf einen lauern, und kann ihnen mit etwas Geschick sogar entgehen.

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Gun Fu: Rollen, schießen, springen wie im Film
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Dauerhaft will man den Kämpfen aber auch in Resonance of Fate natürlich nicht aus dem Wege gehen, schließlich sind diese feindseligen Begegnungen eine gute Methode, um Erfahrungspunkte einzuheimsen und damit Charaktere wie Gegenstände aufzuleveln. Orientiert sich der Spielablauf auf den ersten Blick grundsätzlich an den schematisch-starren Genre-Vorgaben, zeigt sich recht schnell, dass tri-Ace die eingefahrenen Gameplay-Bedingungen von JRPGs aufsprengen möchte. "Als Vorbild dient der Gun Fu, wie man ihn in Filmen wie Equilibrium beobachten kann", sagt man selbstbewusst.

Ihr ballert also nicht nur mit unterschiedlichen Waffengattungen auf eure Widersacher, mithilfe von Aktionspunkten bewegt ihr euch durch die Reihen der Feinde und attackiert die sich dann ebenfalls bewegenden Widersacher mit akrobatisch hübsch animierten Einlagen. Wichtig für den Erfolg wird zudem der richtige Mix an Schadensarten. Während ihr etwa mit einer großkalibrigen Waffe den Panzer von Fieslingen knackt, gebt ihr ihnen mit Schnellfeuergewehren den Rest. Wer besonders geschickt ist, kann außerdem mit ausreichendem Timing feindlichen Projektilen ausweichen.

Jambo Safari: Wildhüter & Tiere

Viel, viel weniger martialisch gestaltet sich Jambo Safari für Nintendos Wii (Ende 2009). Kein Wunder, laut Aussage der Entwickler hat man eine Zielgruppe in der Altersgruppe 7-12 im Visier. Hier dreht sich alles um Wildhüter und Tiere: Von der Gefangennahme per Lasso, die man stilgerecht mit kreisenden Bewegungen ausführt, über die Aufpäppelung und Pflege auf der eigenen Ranch bis hin zur erneuten Freilassung, darf man sich auf allerlei Weise mit seiner Tierliebe beschäftigen.

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Kollisionsfrei durch die Savanne mit Jambo Safari
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Für welches der vier verfügbaren Vehikel man sich dabei entscheidet, scheint ziemlich egal zu sein, denn auf eine Kollisionsabfrage im Jagdmodus wird verzichtet: Man möchte den Schwierigkeitsgrad nicht künstlich in die Höhe schrauben. Ein bisschen komisch sieht es aber trotzdem aus, wenn man durch Felsen oder Bäume fährt, während man einem widerspenstigen Zebra hinterher jagt.

Doch nicht nur für das Einfangen verschiedenster Tiergattungen erhält man Ranger-Punkte, Jambo Safari will darüber hinaus mit einer Reihe von Minispielen unterhalten. Man füttert die Tiere (von denen es etwa 50 unterschiedliche geben soll) oder heilt sie in Form von Minispielen, die jedoch sehr handzahm ausfallen und selbst die kindliche Zielgruppe schnell unterfordern könnten.

Abwechslung in das Wildhüter-Leben sollen zudem Checkpoint-Rennen und Taxi-Missionen bringen. Als kleines Schmankerl plant man obendrein noch die Integration des Arcade-Klassikers, der schließlich als Vorbild für diesen Titel dient.

Wacky World of Sports: abgefahrene Sportarten

Deutlich sportlicher und auch etwas anspruchsvoller wird es bei Wacky World of Sports, das ebenfalls für die Wii erscheinen wird. Mit herkömmlichen Sportarten haben die Entwickler dieses Fun-Spiels kaum etwas am Hut. Bei allen zehn Disziplinen handelt es sich um Bewegungsertüchtigung, die sonst eher nicht im Fokus der Öffentlichkeit steht. Baumstamm-Hacken beispielsweise.

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Im Visier der BPjM: Das Baumstamm-Massaker
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Da man die Spaßkomponente der bis zu vier gleichzeitigen Spieler möglichst hochhalten will, wird aber auch diese Disziplin aufgepeppt, indem man euch Sprengstoff unterjubelt, den man jedoch auch an die Konkurrenten wegboxen kann. Die Bewegungserkennung funktionierte in unserer Hands On-Session sehr solide, soll jedoch noch bis zur angepeilten Veröffentlichung im September verfeinert werden.

Weitere Disziplinen: Thunfisch-Weitwurf, Möbelrennen, Extrembügeln, Eisgolf oder Kartenboxen. Die wahnsinnige Welt des Sports wird euch außerdem erlauben, eure Mii-Gesichter mithilfe einer freischaltbaren Maske auf die vorgefertigten neun Avatare zu legen.

Super Monkeyball Step & Roll

Mit Super Monkeyball Step & Roll, das ebenfalls für Wii erscheint (Anfang 2010), bleiben wir gewissermaßen auf dem sportlichen Gebiet, denn ihr steuert das verrückte Äffchen AiAi diesmal nicht nur mit der Wiimote, sondern auch dem Balance Board. Leider durften wir selbst noch nicht Hand bzw. Fuß anlegen, doch die Präsentation ließ erkennen, was euch erwarten wird: Steuerte man AiAi und seine Freunde bisher nur per Hand durch die Hindernis-Parcours, setzt ihr nun zusätzlich euer Gleichgewichtssinn ein, um die Kugel ins Ziel zu bewegen.

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Affen in bunten Bällen: Auch 2010 ein Erfolgskonzept
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Wir haben jedoch den Eindruck, dass vor allem die Feinjustierung problematisch sein könnte. Sprünge werden dagegen nicht intuitiv vorgenommen. Diese werden nach wie vor mit der Wiimote ausgelöst, da Nintendo keine Hüpfer auf dem Board erlaubt.

Einen Haken gibt es auch im Mehrspielermodus: Es kann immer nur ein Balance Board angeschlossen werden, und trotzdem will man Wettbewerbsgleichheit herstellen. Das sehen wir zwar ein wenig kritisch, lassen uns aber gerne vom Gegenteil überzeugen, sobald das Geschicklichkeitsspiel in einer spielbaren Fassung vorliegt.

Mario & Sonic: Balance Board ftw?!

Einen ähnlichen Weg schlägt man bei Mario & Sonic bei den Olympischen Winterspielen ein. Zumindest, was die Wii-Version betrifft, die wir in London anspielen konnten. Auch hier kann man ab Oktober das Balance Board einsetzen, um das Spiel-Erlebnis zu erweitern. Die Beschränkung auf lediglich ein Brett lässt jedoch auch hier Zweifel an der Ausgeglichenheit bei Mehrspielerpartien aufkommen.

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Nostalgische Freude kommt auf, wenn zwei Videospiel-Urgesteine sich messen
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Die wenigen bisher spielbaren Disziplinen wie Eisschnelllauf und Ski-alpin waren jedoch durchaus unterhaltsam - mit und ohne Balance Board. Laut Hersteller soll die Bewegungserkennung auch bei diesem Titel noch verbessert werden, was vor allem im feinmotorischen Bereich durchaus angebracht scheint, um das Spielgefühl noch weiter zu verbessern.

Die DS-Fassung des Spiels greift überraschenderweise nicht ausschließlich auf spezielle Stylus-Features zurück. Während man beim Skeleton den kleinen Schlitten mithilfe des Zeigegerätes durch den engen Eistunnel lenkt, verrenkt man sich beim Abfahrtsrennen durch die etwas unergonomische Button-Steuerung doch ein wenig die Finger.

Planet 51

Viel weniger rasant geht es beim Multiplattformspiel Planet 51 zu, das pünktlich zur Veröffentlichung des Animationsfilms im November erscheint. Geradezu beschaulich tuckert man kinderfreundlich als Captain Charles "Chuck" Bakers oder dessen Freund Lem mit rundlichen Schwebegefährten durch die offene Spielwelt und erledigt kleine Missionen und Minispiele, die Zielgruppengerecht eher einfach gestrickt sind.

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Hand hoch! Wer denkt an Episode 1 Racer?
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Hier ein kleines Rennen, dort bringt man einen wild gewordenen Affen sicher ans Ziel - nur keine große Aufregung. Man kann zwar einiges platt machen, gewalttätig wird man jedoch nie - womit der familienfreundliche Anspruch zu jeder Zeit erfüllt wird. So jedenfalls unser erster Eindruck. Die Optik orientiert sich natürlich an den knuffigen Protagonisten, allerdings wirkte die außerirdische Landschaft doch sehr steril und irgendwie menschlich.

Fazit

Viel mehr als einen ersten Eindruck konnten wir bei den meisten Titeln nicht erhaschen. Daher verzichten wir selbstverständlich auch auf detaillierte Bewertungen irgendeiner Art. Es wird jedoch spannend sein, ob die Integration des Balance Boards in das Spielgeschehen wirklich so gut gelingt, wie man das möchte und ob die Fairness innerhalb von Mehrspieler-Duellen gewährleistet bleibt.

Ob die Ausrichtung auf kinderfreundliche Games auf diesem Event eher Zufall ist, lässt sich natürlich nicht sagen. Fakt ist jedoch, dass SEGA mit der Präsentation dieser auf den ersten Blick eher unscheinbaren Spiele so kurz vor der GamesCon einen sinnvollen Weg gegangen ist. Auf der großen Spielemesse würden diese Titel womöglich sonst im Medienrummel untergehen.