Aus fünf Kilometern Höhe schießen wir der Erde entgegen. Fallschirm? Fehlanzeige! Doch den benötigen wir als Mitglied der Spezialeinheit "Sektion 8" nicht, die als Teil der United States Imperial Forces das Territorium der Menschheit verteidigt. Überlegene Ausrüstung macht es möglich, diese Truppe direkt aus dem Orbit in den Kampf zu schicken. Nachdem wir ein monatelanges Überlebenstraining hinter uns gebracht haben, sind wir nun ein Teil dieser Einsatzkräfte und haben für euch an der Verteidigung von New Madrid teilgenommen. Hier unser Frontbericht ...

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Space Marines retten Kolonie

Die Hintergrundgeschichte des Egoshooters Section 8 wird sicherlich nicht für ihre Originalität in die Videospielgeschichte eingehen und ist schnell erzählt: Wir befinden uns in einer weit entfernten Zukunft der Menschheit. Im gesamten Universum verstreut wurden Kolonien gegründet, die von den "United States Imperial Forces" gegen Übergriffe anderer Mächte geschützt werden. Also ganz nach dem bewährten aber schon lange abgekauten Motto: Space Marines verteidigen wehrlose Kolonisten.

Section 8 - Mehrspielergranate ohne Fallschirm

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Schema F: Space Marines schützen ihre Kolonien vor fiesen Aliens.
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Die Story ist jedoch bei einem Titel wie Section 8 von deutlich untergeordneter Wichtigkeit, schließlich liegt der Schwerpunkt eindeutig bei Online-Multiplayergefechten. Wer gar nicht auf eine Einzelspielerkampagne verzichten möchte, wird nicht vollkommen enttäuscht. Section 8 bietet einen missionsbasierten Singleplayer-Einsatz, der euch mit den grundlegenden Spielprinzipien bekannt macht. Im Prinzip handelt es sich dabei um ein mehrstündiges riesiges Tutorial, das in eine recht oberflächliche Rahmenhandlung eingebettet ist.

Sogar recht hübsche Zwischensequenzen und ansehnliche Landschaften stehen auf der Agenda und versüßen die zwar solide dargebotene, aber nur routiniert inszenierte Action. Dafür verrichtet die Bot-KI einen sehr soliden Job und eignet sich darüber hinaus im Multiplayermodus zum Auffüllen leerer Spieler-Slots. Als Einstieg und zur Vermittlung der Spielmechaniken verrichtet die Kampagne also einen guten Dienst. Mehr noch, einen wichtigen Job, denn Section 8 kommt mit einigen ungewöhnlichen und erfrischenden Spielideen daher, die etwas Eingewöhnungszeit erfordern.

Mach mir den Usain Bolt

Die Grundsätze der Shooter-Mechanik werden zwar nicht außer Kraft gesetzt, dafür aber von einigen belebenden Elementen aufgepeppt. Bewegt sich eure Spielfigur im normalen Laufmodus noch recht träge, ändert sich das rasant: Haltet ihr die Sprinttaste für einige Sekunden, wird der Turbomodus aktiviert, der den Avatar schnell wie Usain Bolt werden lässt. Der Beschleunigungseffekt ist nicht nur ansehnlich, sondern auch sehr hilfreich, weil alle Maps von Section 8 beachtliche Ausmaße besitzen. Die Überbrückung größerer Distanzen wird somit deutlich angenehmer.

Section 8 - Mehrspielergranate ohne Fallschirm

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Der Turbomodus bringt euch im Handumdrehen an weit entfernte Punkte der Karten
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Deutlich gravierender wirkt sich das in die Kampfanzüge integrierte Jetpack aus. Für wenige Sekunden überbrückt ihr mit dessen Unterstützung Höhen- und Weitenunterschiede und ändert unter Umständen im Handumdrehen die Lage auf dem Schlachtfeld. So gelangt ihr etwa urplötzlich in den Rücken eines Scharfschützen, der sich auf seiner erhöhten Position unantastbar fühlt. Oder ihr umgeht damit feindliche Stellungen und nehmt strategische Punkte ein, ohne überhaupt vom Kontrahenten gesehen zu werden.

Allein der Respawn aus luftiger Höhe rechtfertigt einen Blick auf diesen Multiplayer-Shooter allemal!Fazit lesen

Natürlich könnt ihr das Jetpack auch schlicht nutzen, um euch gegnerischem Beschuss zu entziehen. In der Luft seid ihr jedoch nicht unbedingt ein schwerer zu erfassendes Ziel, da Entwickler TimeGate Studios eine Art automatische Zielfunktion eingebaut hat. Nehmt ihr einen Kontrahenten ins Visier, schaltet ihr die Zielhilfe per Knopfdruck hinzu und könnt ihn für einige Sekunden gar nicht mehr verfehlen - was sich vor allem bei Widersachern mit aktiviertem Jetpack hervorragend zur Zielerfassung eignet.

Burn in rockt!

Üblicherweise lässt sich in wilden Onlineschlachten der eine oder andere Bildschirmtod nicht verhindern, ungeduldig wartet der Niedergestreckte dann auf seinen Respawn an vorbestimmten Punkten der Karte. Section 8 schlägt hier einen völlig anderen Weg ein. Bei jedem Neueinstieg in die tobende Schlacht, an der übrigens bis zu 32 Teilnehmer gleichzeitig beteiligt sein können, stürzt ihr euch erneut aus luftiger Höhe in das Geschehen und sucht euch den Respawnpunkt selbst aus. Ihr entscheidet unter Abwägung taktischer Gesichtspunkte, an welcher Stelle des Kriegsschauplatzes ihr aufschlagen wollt. Mitten an der Front oder doch ein wenig weiter abseits?

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Der Respawn "Burn In" macht nicht nur Spaß, er beinhaltet viele taktische Optionen
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Dieses Feature sorgt nicht nur für einen dynamischeren Spielablauf. Jeder Spieler muss jederzeit damit rechnen, dass ein feindlicher Soldat in seinem Rücken gen Erde rast und entsprechend aufmerksam sein. All diese Faktoren und Features sind Bestandteil des einzigen Mehrspielermodus "Conquer", den Section 8 anbietet. Dieser zeigt eine Reihe von Battlefield-Anleihen, schließlich geht es darum, Kontrollpunkte zu erobern und diese zu sichern. Auf diesem Wege sammeln die Teams Siegpunkte, die in diesem Eroberungskampf entscheidend sind.

Die enorm großen Maps erschweren allerdings dieses Vorhaben. Kein Team kann an jedem Punkt gleichzeitig vertreten sein und muss Schwerpunkte setzen. Taktische Absprachen sind sehr hilfreich und die Auswahl und Kombination der "richtigen" Klassen kann über Sieg oder Niederlage entscheiden. Section 8 bietet grundsätzlich eine sehr überschaubare Anzahl der üblichen Shooter-Klassen wie Angriffssoldat oder Sniper, doch die Möglichkeiten der Individualisierung sind trotz nur sechs zur Verfügung stehender Waffensysteme sehr vielschichtig.

Dynamische Kampf-Missionen

Ein Scharfschütze muss beispielsweise nicht auf ein Sturmgewehr als Sekundärwumme verzichten, dafür fehlt ihm in engen Häusergefechten möglicherweise der nötige "Bums", den ein Schrotgewehr mitbringt. Diese Auswahl ist wichtiger, als in anderen Onlineshootern. Der Grund: die Abwehrschilde und Panzer der Charaktere. Jede Figur besitzt einen Energieschild sowie einen Körperpanzer und beide sind ebenso konfigurierbar, wie die Bewaffnung. Ihr entscheidet also selbst, ob ihr lieber einen schwächeren Energieschild einsetzt und dafür im Nahkampf besser geschützt seid, oder umgekehrt.

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Die Spieler-Charaktere sind hoch konfigurierbar
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Daneben gibt es noch eine Reihe von Tools und passiver Module, mit denen ihr Mitstreiter (und euch selbst) heilt oder Objekte repariert, eine Handvoll unterschiedlicher Granaten, Sensoren und ähnliche Goodies, die weitere Finesse ins Spiel bringen. Vor jedem neuen "Burn In" habt ihr zudem die Möglichkeit, eure Ausrüstung neu auszuwählen und an veränderte Situationen auf dem Schlachtfeld anzupassen. Durch Abschüsse feindlicher Objekte und Spieler sammelt ihr darüber hinaus Cash, das ihr gegen Nachschublieferungen eintauscht, die euch direkt an den aktuellen Standort geliefert werden.

Der Kampf um wichtige Knotenpunkte und der Abschuss feindlicher Spieler sind nicht die einzigen Mittel, um Siegpunkte einzuheimsen und damit Gefechte zu gewinnen. Section 8 bietet in den Schlachten weitere Abwechslung in Form von "Dynamic Combat Missions" (DCM). Das sind Zusatzmissionen, die das Geschehen auflockern und ein zusätzliches Spannungsmomentum erzeugen. So erhalten die Teams beispielsweise die Aufgabe, Konvois und VIPs zu eskortieren oder Kommandoangriffe abzuwehren.

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Für den Abschuss feindlicher Objekte kassiert ihr Cash, den ihr in eigene Nachschublieferungen ummünzt
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Für die Erfüllung der Aufträge steht jedoch immer nur ein enges Zeitfenster von wenigen Minuten zur Verfügung und außerdem versucht natürlich die Gegenseite, das Gelingen der eigenen Mission zu sabotieren. In der Hitze des Gefechts muss sich jedes Team entscheiden, ob sie lieber eine Kommandozentrale einnimmt (oder verteidigt) oder doch lieber die plötzlich initiierten DCM angeht. Langweilige Stellungsschlachten werden damit ausgehebelt, und können den Ausgang der Matches auch im letzten Moment noch beeinflussen.

Leider funktioniert das von der Unreal Engine angetriebene Section 8 nicht in allen Bereichen reibungslos. Vor allem das Handling der wenigen schweren Fahrzeuge beziehungsweise "Mech-Suits" wurde gründlich verpatzt. Beispielsweise ist bei Tanks die Ausrichtung nicht erkennbar, sodass die Fahrtrichtung nicht eindeutig bestimmbar ist. Außerdem bleiben die schwer gepanzerten Vehikel häufig an kleinsten Bodenunebenheiten hängen und erschweren damit das Vorankommen erheblich. Das Actionspiel ist übrigens nur spiel- beziehungsweise speicherbar, wenn ihr einen "Games for Windows"-Account nutzt. Nicht jeder wird sich mit der Zwangsregistrierung anfreunden können.