Wer beim Namen „Scorpion“ an ein Spiel rund um den bekannten Mortal Kombat- Recken denkt, liegt… falsch. Bei Scorpion handelt sich um den Egoshooter eines noch unbekannten ukrainischen Entwicklerteams. Doch so ganz unbekannt schienen uns die Jungs dann doch nicht. Das Portfolio der Entwickler aus Kiew kann sich nämlich durchaus sehen lassen.

Ein Teil des Teams war nämlich bereits an der Entwicklung des sehr guten S.T.A.L.K.E.R. Shadow of Chernobyl beteiligt. So ist der Schauplatz auch diesmal wieder im östlichen Europa angesiedelt, in einem düster-futuristischen Balkan stiegen wir in unheimliche Laborkomplexe hinab, in denen sich grausige Dinge abspielen.

Schwarzbraun muss mein Level sein

Wir schreiben das Jahr 2048. Der östliche Teil Europas bis Vorderasien ist durch einen Religionskrieg zerrüttet. Das Gebiet ist in Anarchie verfallen und keine staatliche Gewalt hält diejenigen mehr auf, die sich weniger durch soziale als durch brutale Methoden hervortun. In diesem Gebiet liegt nun aber ein Geheimnis verborgen, dass ein amerikanischer Geheimagent aufklären soll. In der Rolle dieses Agenten macht ihr euch also auf ins ehemalige Jugoslawien, um eine riesige Anlage zu erforschen, die mit furchtbaren Geheimnissen aufwartet.

Scorpion: Disfigured - Bioshock im Ostblock

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Atmosphärisch. Mutanten in grün waberndem Nebel.
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Die Vorführung durch Publisher Atari beginnt im ersten Level unter freiem Himmel. Braune und graue Farbtöne herrschen hier vor. Die Stimmung ist endzeitlich, und es regnet in Strömen. Mit der Startwaffe in der Hand nähern wir uns einem vergitterten Abflussrohr. Das Schloss am Gitter zerschießen wir kurzerhand und dringen in den Komplex ein. Plötzlich hören wir eine Stimme. Es ist die Stimme des Protagonisten, der die Handlung aus einem späteren Zeitpunkt rückblickend erzählt. Ähnlich wie in einem Film Noir wird so die Handlung als etwas in der Vergangenheit Geschehenes präsentiert.

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Hast du mal Feuer? Ein paar Flammen halten die Gegner nicht so einfach auf.
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Neben diesen Storyelementen erhalten wir noch Informationsschnipsel durch Laptops oder Funknachrichten einer Verbündeten, die dem Komplex entkommen konnte und uns nun hierher gesandt hat. In den unbewohnt geglaubten Hallen scheint nämlich eine zwielichtige Firma aus Menschen wahre Kampfmaschinen entwickeln zu wollen.

In Rapture geklaut?

Die Handlung vorantreibende Logs und Nachrichtenschnipsel werden im Menü unseres Spezialanzugs abgespeichert. Moment mal. Spezialanzug? Bei diesem Fabrikat handelt es sich nicht nur um reine Schutzkleidung, sondern auch um ein wichtiges Spielelement. Für getötete Gegner erhaltet ihr nämlich Erfahrungspunkte, mit denen ihr euren Umgang mit Waffen oder PSI-Fertigkeiten verbessern könnt.

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Getunnelt! An irgendein Spiel erinnert diese wasserdichte Röhre...
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Die Waffenupgrades, die ihr jeweils einer einzelnen der acht verfügbaren Wummen zuteilen könnt, verbessern vor allem deren Schaden, während PSI-Upgrades zum Beispiel den Energieverbrauch der im Laufe des Spiels erlernbaren Fertigkeiten wie Telekinese, PSI-Schock oder Röntgensicht senken. Am nützlichsten wird dies wohl bei der Fähigkeit „Mind Control“ sein, die euch erlaubt, einen Gegner auf eurer Seite kämpfen zu lassen. Die Entwickler versprechen, dass das Spiel ohne den pfiffigen Einsatz der PSI-Kräfte wohl kaum zu schaffen sein wird.

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Wenn Elite-Soldaten nah sind, ist die Verschwörung selten fern.
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Aber wer sind überhaupt eure Gegner? In den düsteren Gängen, Laborräumen und zerstörten Büros trefft ihr auf allerhand seltsam entstellte Wahnsinnige, die manchmal ein wenig an die Straßengangs aus Mad Max 2 erinnern. Teils sind sie noch an ihrer Kleidung als Menschen zu erkennen, beispielsweise einer Mechanikerkappe. Doch außer rudimentären Sprachfetzen haben die Freaks nur eines im Sinn: euch zu töten. Mit hoch erhobenen Spaten, Schraubenschlüsseln und anderen Gerätschaften rennen sie auf euch zu, während sie Dinge wie „Ungläubiger“ oder „Infidel“ brüllen. Hier merkt man, dass die Storyschreiber aktuelle Probleme wie die Angst vor einem groß angelegten „Kampf der Kulturen“ mit in die Handlung einfließen lassen.

Kamikazeminenräumkommando

In den Untertönen klingt zwar eine gewissen Gesellschafts- oder Kulturkritik an, letztlich, so betonen die Entwickler, möchte man aber nichts anderes als einen reinrassigen Ego-Shooter abliefern. Besondere Waffen könnt ihr nicht erwarten. Das übliche Sortiment an Schrotflinten, Pistolen und Schnellfeuergewehren ist auch hier wieder vertreten. Immerhin könnt ihr nur drei Waffen gleichzeitig mit euch herumtragen. Das zwingt zumindest zu ein paar taktischen Überlegungen. Die PSI-Fertigkeiten hingegen könnten etwas Abwechslung in das bisher doch recht generisch wirkende Leveldesign bringen, in dem euch alle paar Meter ein Viech angreift.

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BÄM! Minen entschärfen für Lemminge.
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Immerhin gibt es einige nichtfeindliche Mutanten und für das spätere Spiel wurden uns Spezialeinheiten versprochen, die dem Spieler so richtig schön einheizen, indem sie ihn in die Ecke drängen und auch nicht mit Granaten sparen. Außerdem sollen alle Monsteraktionen auf Verhaltensroutinen und nicht auf Skripts basieren. Im Spiel krabbelte dann auch gleich einmal ein langbeiniger Mutant über einen Zaun, um uns anzugreifen, wurde aber von Personenminen gründlich zerlegt. Dadurch wurden wir immerhin auf die Bedrohung aufmerksam. Ein netter Kniff der Entwickler, dieses neue Spielelement einzuführen.