Schröder blickt zurück[#10]
(von Florian Schröder)

Die vergangene Woche war, was die News und Aufreger betrifft, relativ zurückhaltend. Nichts, worüber man sich grün und blau schimpfen konnte. Nichts, was wirklich Emotionen erzeugte. Also muss man den Cholesterinspiegel künstlich in die Höhe treiben - "Höllennews" erfinden!

In bester Zusammenarbeit machten sich in der Woche die Medien daran, das Spiel Autobahn Raser sowie gleichnamigen Film niederzumachen. Brachten es prompt mit dem Mercedes-Test- und Todesfahrer in Verbindung, sahen schlechte Vorbilder für junge Kraftfahrer, sahen eine Anstachelung zu Straftaten in Film und Spiel, eine Verkackeierung der Polizei und hunderter anderer lustiger Dinge. Nur nebenbei, es geht ums Rasen auf bundesweiten Autobahnen, nichts weiter. Gab's bei Gone in 60 seconds und The Fast and the Furious auch so einen Tamtam?! Kommen ja auch beide aus den USA, und die sind bei diesem Thema naturgemäß relaxter.

Völlig relaxt kann man sich zurücklehnen und schon einmal über die angestrebte Spracherkennung bei zukünftigen EA-Spielen witzeln. Desaster-Software aus der Vergangenheit im Hinterkopf - dabei sei speziell an das Volksbank-Game The other Dimension mit hundsmiserabler Sprachsteuerung aus dem letzten Jahrtausend erinnert - könnte es für EA zum echten Problem werden, wenn die Umsetzung nicht wie gewünscht klappt.

Wenn zum Beispiel bei einem höchstwahrscheinlichen Sims 4 der Protagonist bei "Geh Milch holen!" statt zum Kühlschrank auf die Toilette rennt (und das jedes Mal), ist etwas schief gelaufen. Wenn der glückliche Papi sein Baby statt auf den Wickeltisch in die Waschmaschine legt - aua! Wenn Ronaldo frei vor dem Tor stehend es vorzieht, Zidane am Mittelkreis anzuspielen - Spielerärger, zerstörte Game-Controller, angespuckte Monitore wären die Folge. Und EA hätte ein Problem. Aber wir möchten ja nicht gleich die Wände schwarz malen.

Aus Frust könnten da viele auf Eidos umsteigen und die Vorzüge der deutschen Post schätzen lernen - das sind im übrigen diese netten gelb gekleideten Personen, die desöfteren von Bluthunden im Vorgarten begrüßt werden. Wenn sie am Sonnabendmorgen um 9 vor der Tür stehen, hat man nur noch wenig Mitleid mit ihnen.

Die einzige Berechtigung zur Benutzung des hauseigenen Klingelknopfes wäre in Zukunft, falls einige Tage vorher die Demo zu Deus Ex: Invisible War bestellt wurde. Die wird nämlich auch per Post verschickt (wobei auch etwas für die Gelben dabei herausspringen dürfte). Dieser Service ist für alle gedacht, die auf den DSL-Kommerz-Scheiß einiger Telefonanbieter verzichten können. Nett von Eidos. Danke dafür.

Bei der Gelegenheit kann man seinen Internet-Anschluss komplett begraben, da schon bald Spammer und Virenhersteller zusammenarbeiten möchten. Die einen (Virenhersteller) reißen quasi derart große Löcher in das Opfer-System, dass die anderen (Spammer) ohne Gegenwehr ihre Mails verschicken können. Dabei wird kräftig spioniert, vorzugsweise nach privaten Daten, Infos zurück an die Urheber versandt, womit dann weitere System-Löcher ausgenutzt werden können.

Der britische Geheimdienst Scotland Yard hat sich diesem verhängnisvollen Bündnis angenommen und auch schon Erfolge erzielt. Wie sie berichteten, sei es in einigen Ländern schon zu Festnahmen gekommen. Nach nebulösen Informationen sei das Gros der Verhafteten sonnabendmorgens in eindeutiger Haltung vor fremden Haustüren angetroffen worden - in gelben Klamotten und mit verdächtigen Paketen unter Arm. Gut, dass diese Verbrecher endlich von der Straße geholt werden. Es war höchste Zeit.

Mit zufriedenen Grüßen,
Schröder