Schröder blickt zurück[#7]
(von unserem leitenden Newsredakteur Florian Schröder)

In dieser Woche ist Einiges an Verwirrung in unserem Kopf verursacht worden. Fröhliches Stühlerücken bei den Release-Dates bescherten uns die Entwickler und Publisher dieser unserer Gegenwart. Ein paar Games machen zeitlich gesehen schon fast der Agenda 2010 Konkurrenz, andere wiederum scheinen so verfrüht zu kommen wie einst die LKW-Maut - Hauptsache, es stolpert keiner über den selbst gesetzten Zeitdruck.

Halo 2 für die XBox springt futuristisch auf den 1. Juni, so sagten es jedenfalls zwei Online-Stores, Microsoft braucht für eine Stellungnahme diesbezüglich noch ein wenig Zeit. Battlefield Vietnam tauschte als Ausgleich quasi den Platz mit Halo 2 und will dafür am 19. März zum Bomben- und Granatenspielchen einladen. Einen Tag später Metal Gear Solid: Twin Snakes für den Gamecube. Genau einen Monat vorher Breed. Durcheinander?

Nun müssen wir uns neben der Praxisgebühr (wo, wann, wie, an wen, in welcher Währung?), Gersters lustiger Geldverschwendung und Chinas umjubelter Vogelgrippe (Spatzen-Schüttelfrost, Taubenhusten, genitaler Federwuchs u.a.) auch noch merken, wann welches Spiel in die Läden kommt. Ganz zu schweigen von der Überprüfung der Echtheit des Games - sieht aus wie Half-Life 2, riecht und schmeckt auch so, aber die Hälfte des Programmes wird in anderweitigen Geschäften angeboten. Ja ja, wir User und Wartenden haben's nicht leicht. Und weil wir nur einige lächerliche Prozent unseres Hirns nutzen können, gibt's unsere gamona-Releaseliste. Da braucht man sich nichts merken, sondern nur stumpf klicken und nachblättern. So gefällt's!

Ganz besonders gefällt auch das neue Aussehen des heißesten Online-Mags diesseits der Europagrenzen (selbst die USA können uns geographisch einordnen...). An gamona wurde geschraubt, geschliffen, geputzt. Wir sind noch nicht fertig, aber der Weg ist eingeschlagen und bereits begehbar, das Design ist neu, frisch und anders. Downloads gibt's nun auch bei uns, ebenso ist alles andere fein aufgelistet, kein Info-Fitzel geht verloren. Weitere Dinge folgen alsbald - wir ersparen uns jetzt mal diesen "When it's done"-Mist.

Ach, wo wir gerade bei Mist sind! Die harten Schlapphut-Männer, unsere grünen Schutzmänner als Übersee-Ausgabe mit den Stars and Stripes, wollten einen großen Coup landen. Das Federal Bureau of Idiots (kurz: FBI) sucht ja schon recht lange nach dem Quellcode-Dieb, Valve-Mörder und Vivendi-Quäler. In San Francisco wurden mehrere Häuser durchsucht - nach Ermittlung des IP-Namenschilds, das wir alle stets gut lesbar mit uns herumtragen. Doch was dabei herauskam, ist noch unklar. Gerüchte besagen aber, dass der Täter im irakischen Gefängnis neben Saddam Hussein einquartiert wurde. Dort darf er nun den Quellcode der Massenvernichtungswaffen entschlüsseln. Falls sie je gefunden werden!

Viel wichtiger wäre es, unsere Spezialeinheit GSG9 einzuschalten und auf Maxis anzusetzen. Was die dem Spieler in Sims 2 ermöglichen wollen, stößt an die Grenze jeglichen guten Geschmacks. Man soll doch tatsächlich seine Kinder selbst erziehen, ihnen sogesehen das moderne ABC beibringen. Wie kann der Entwickler Gamern solche Handlungsfreiheit überlassen?!

Die Folge wäre: Motorisch, sprachlich und empathisch unfähige Kinder, die um Jahre verzögert heranwachsen, völlig unkontrolliert durch die Sims-Geschichte vögeln, unzählige weitere Kinder in die Welt setzen, die noch um ein Vielfaches schlimmer verkommen, gewalttätig und cholerisch sind, sich etwa auf dem geistigen Level eines Chamäleons befinden, mit dem Sozialverhalten einer Hyäne und der unwiderstehlichen Attraktivität eines Rotarschpavians. Bahh! Gar nicht auszudenken, wo soll denn das hinführen? Vielleicht sollte sich Unternehmens-Gründer Will Wright weniger an der Bush-Dynastie orientieren.

Mit arschroten Grüßen,
Schröder