Als Wrestler verkleidete Halunken ballern wie die Irren mit Raketenwerfern auf meine Jungs. Die erwehren sich mit allem, was sie haben, während ein zwei Meter großer Schläger ein Auto anhebt und damit mehrere Polizisten abwirft. Gleichzeitig jagt ein Lastwagen an uns vorbei und wird vor meinen Augen zu einem Feuerball... Was mich nicht sonderlich interessiert, denn ich verschieße gerade Menschen in meiner auf einem Wagen montierten Kanone.

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Der WTF-Effekt

Ja, Saints Row: The Third ist so ziemlich das abgedrehteste Spiel, das es gibt. Schon in den ersten Spielminuten wird einem klar, dass hier einfach alles möglich ist und man ständig mit dem irrsinnigsten Kram rechnen muss. Wenn die Saints fälschlicherweise in die Bank des weltweit größten Syndikats einbrechen und sich ein aberwitziges Feuergefecht mit den Mafiosi und einer ganzen Schar von SWAT-Beamten liefern, beginnt bereits der große WTF-Effekt.

Saints Row: The Third - Ein riesiger Spielplatz für Geisteskranke

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Legt euch nicht mit den Saints an!
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Denn eine einfache Schießerei oder ein gut geplanter Einbruch mit Plan B und vielleicht sogar C ist etwas für Weicheier. Ein echter Saint geht in die Bank, tarnt sich mit einer Maske, die genauso aussieht wie das wirkliche Gesicht, und albert rum, wenn mehrere schwer bewaffnete Polizisten anrücken.

Und wenn keine Zeit mehr da ist, um den großen Tresor zu knacken, dann wird er eben kurzerhand mit einem Helikopter aus dem Gebäude gehievt und komplett geklaut. Aufmachen kann man ihn ja auch noch später. Dass das dem Syndikat nicht sonderlich gefällt, dürfte klar sein. Doch dass unsere Helden darauf nicht viel geben und dem Boss der Feinde lieber das Gesicht zerschmettern, statt sich ihm anzuschließen ist... typisch.

Tja, Pech für die Saints, denn ihnen wird kurzerhand der Geldhahn zugedreht und die Straßen werden von der Mafia übernommen. Das haben sie jetzt davon, dass sie sich mit so mächtigen Feinden anlegen. Kein Geld, kein Einkommen und ihres Einflusses beraubt, haben die Jungs und Mädels aus der coolen Gang keine Chance mehr, wieder auf die Füße zu kommen. Oder etwa doch?

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Wer will schon normal sein?
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Klar, nichts einfacher als das. Man muss ja nur eben mit zwei Leuten in eine Militärbasis einbrechen, alle Verteidiger umbringen und ihnen Raketentechnologie klauen. Schon ist man wieder oben auf. Dass kein normal denkender Mensch auf eine solche Idee kommen würde, zeigt auf, wie surreal und durchgeknallt die Protagonisten dieses Spiels wirklich sind.

Hässlich, dreckig und dabei rotzfrech. Der Alfred E. Neumann der Actiongames.Ausblick lesen

Sie töten jeden, der ihnen vor die Linse läuft, geben nebenbei Autogramme, laufen in Tierkostümen rum und tanzen Breakdance auf der Straße, um anderen zu zeigen, dass sie von ihrem Outfit begeistert sind. Sie kämpfen sich Stück für Stück zurück an die Spitze und kein Weg ist ihnen dabei zu bekloppt oder unwirklich.

Wenn man mutig wird, indem man mit einem Tiger zusammen Cabrio fährt, dann tun sie es. Wenn man brennend auf einem Quad sitzend schneller ans Ziel kommt, dann ist das den Aufwand doch wert! Und wenn man zum Flüchten nichts anderes hat als eine Rikscha (die bei Beschuss explodiert), die von einem halb nackten, Leder tragenden Playboy gezogen wird... Nun, ja! Dann ist das wohl ein ganz normaler Tag im Leben eines Saints.

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"Wir machen so lange weiter, bis du aufhörst darüber zu lachen!"
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Saints Row: The Third hört zu keiner Sekunde auf, völlig überzogenen und mit tiefschwarzem Humor ans Tageslicht zu ziehen. Kaum war man beim Spielen der Meinung, schon alles gesehen zu haben, da zieht der Protagonist auch schon einen gigantischen rosa Gummidildo aus der Tasche und verprügelt damit Leute.

Ob das lustig ist, da werden sich die Meinungen wohl teilen. Aber ob das Spaß macht, steht außer Frage. Ob man diesen Actionkracher nun seriös, mit einem Anzug tragenden Helden spielt oder als Super Saiyajin verkleideter Spinner, ist völlig egal. In beiden Fällen vergießt man Tränen vor Lachen, wird alle zehn Minuten mit neuen Absurditäten überrascht und hat einfach viel Freude.

Nix für Grafikhuren

Bei all dem Spaß stechen zwei Negativpunkte nicht nur sprichwörtlch ins Auge. Zum einen ist die Grafik ziemlich veraltet. Zwar ist sie nicht wirklich grottenschlecht oder dem Spielspaß abträglich, doch sollte man Saits Row nicht in der gleichen Liga wie manch anderen zeitgemäßen Open-World-Hit erwarten.

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Schön ist es nicht. Das interessiert Professor Genki aber herzlich wenig...
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Zum anderen ist der Sound nicht ganz der "Kracher", den man in so einem abgefahrenen Spiel erwarten würde. Waffen, Explosionen und Motorengeräusche klingen leider nicht sehr realistisch, sondern eher wie aus einem Comic. Immerhin unterstreicht SR: The Third dadurch auf angenehme Weise, dass es keine Lust hat schön und Mainstream zu sein.

Stattdessen geht es ausschließlich darum, jeden Blödsinn mitzumachen und sich wie ein erwachsenes (geistig leicht gestörtes) Kind auf einem Spielplatz voller Verrückter zu fühlen. Das setzt allerdings voraus, dass man sich mit dieser Art von Humor auseinander setzen kann.

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Irrsinniger Open-World-Spaß.
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Denn SR: TT erwartet, dass die Spieler eine Menge skurrilen Humor und teilweise abartige Verschrobenheiten des menschlichen Geists gut finden und darüber lachen können. Und ist die Grafik wirklich ein Kritikpunkt, solange ich jeden meiner Wagen, die ich ständig auf der Straße klaue, tunen und abändern kann? Wenn ich in Flugzeugen, Straßenkehrmaschinen, Motorrädern, Gepäckwagen, Quads und anderen abgedrehten Vehikeln unterwegs bin?

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Action, Lacher, Action, Lacher...
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Es gibt die verschiedensten Geschäfte, in denen ihr euch die coolsten, fragwürdigsten und einfach nur geilsten Klamotten zulegen könnt. Ihr entscheidet, welche Wagen eure Organisation fährt, welchen Look eure Saints tragen, mit welchen Waffen sie ausgerüstet sind und und und. Von den vielen Möglichkeiten, die eigene Figur zu designen, zu verbessern und zu verunstalten, möchte ich gar nicht erst anfangen.

Hinzu kommt der Spaß, sich die Stadt nach und nach untertan zu machen. Mit den verschiedensten Gangs, die alle unterschiedliche Waffensysteme und Fähigkeiten besitzen, in kuriose Gefechte zu treten und von den Einwohnern der Stadt wie ein Held gefeiert zu werden. Autogramme und Fotos mit Fans inklusive.