Was steckt wohl dahinter, wenn "dunkle Geheimnisse" eine junge Frau nach Transsylvanien verschlagen? Im Mittelpunkt des "Survival-Horror Action Adventures" stehen (Überraschung!) "moderne Vampire", wie Publisher Topware anlässlich einer Präsentation verkündet. Bibbert ihr auch schon so?

Im Zentrum der Handlung steht eine gewisse Alex, deren Nachname noch nicht offenbart wurde. Ein Indiz, wohin uns die Geschichte um mysteriöse Familiengeheimnisse am Ende führen wird? Graf Dracula, ick hör dir trapsen - aber möglicherweise ist das eine absichtlich falsch gelegte Fährte.

Sacrilegium - Sexy Frau in hautengen Klamotten. Und Vampire

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Da hat mir die Oma eine nette, kleine Hütte hinterlassen...
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Naja, jedenfalls erhält Frau Alex Unbekannt eines Tages Post vom Anwalt. Die Großmutter ist tot, doch das Schreiben bietet wenig Konkretes und es riecht irgendwie nach Abzocke. Aber vielleicht ist ja ein fettes Erbe drin? Außerdem hat sie ihren Vater nie kennengelernt und damit auch ihre Oma nicht, deren Erbe sie antreten soll.

Obwohl die Informationslage gleich null ist, will sie Licht ins Dunkel ihrer Familienbande bringen. Logisch, dass sich das Mädel - unterstützt von zwei Freunden - sofort auf den Weg ins "alte Europa" macht. Mit an Bord: die gutherzige Kazumi (mit asiatischen Wurzeln!) und der Draufgänger Ethan. Angst vor diesem Abenteuer muss sie also dank ihrer schlagkräftigen Begleitung keine haben.

Packshot zu SacrilegiumSacrilegiumRelease: PC, PS3, Wii U, Xbox 360: 4. Quartal 2014 kaufen: Jetzt kaufen:

Außerdem weiß sie zum einen nichts von irgendwelchen Unwesen. Und zweitens ist die junge US-Studentin trotz ihrer erst 20 Jahre eine "Kampfkunst-Expertin". Und von diesen Kenntnissen wird sie auch ausreichend Gebrauch machen müssen. Denn wie es sich für "richtigen" Survival-Horror gehört, wird auf ihrer Jagd nach Informationen Munition für Fernkampfwaffen wie Armbrust und Handfeuerwaffen rar sein.

Sacrilegium wirkt insgesamt noch ziemlich hüftsteif und klischeehaft.Ausblick lesen

Der polnische Entwickler Reality Pump bastelte zuletzt mit der Two-Worlds-Serie offene Spielwelten, Sacrilegium wird jedoch ein eher lineares Abenteuer erzählen. Die ersten Szenen scheinen das zu belegen, die Protagonistin stolpert mehr oder weniger freiwillig von einer Malaise in die nächste und muss dann zusehen, wie sie mit den widrigen Verhältnissen fertig wird. Ein aktives Deckungssystem hilft ihr, nicht sofort von ihren Verfolgern entdeckt zu werden.

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Die Landschaft hinterlässt einen malerischen Eindruck, doch die Figuren agieren noch sehr hüftsteif.
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Während sie etwa kurz nach ihrer Ankunft in Rumänien von aufgebrachten Dorfbewohnern aus dem "Hotel" vertrieben wird, versteckt sie sich nur in Unterwäsche gekleidet hinter Objekten wie Baumstämmen oder Felsen. Diese Momente erinnern eher an ein Schleich-Adventure denn Survival-Action.

Erst später hat Alex Gelegenheit, sich mit ein paar nützlichen Gegenständen einzudecken - Klamotten beispielsweise. Die sitzen (natürlich) hauteng. Das lockt männlich, pubertierendes Publikum. Hoffen die Macher, nur halb augenzwinkernd.

Weiblicher Alan Wake in hautengen Klamotten

Statt optischer Reize sollte aber vor allem das Gameplay des Survival-Titels überzeugen, der übrigens 2013 nicht nur für die üblichen Verdächtigen wie PC, Xbox 360 und Playstation 3 veröffentlicht wird, sondern auch die Wii U unsicher macht. Doch kommen wir zurück zur Ausrüstung, etwa einer nützlichen Taschenlampe. Mit der leuchte ich nicht allein den Weg aus, auch Gegner werden geblendet.

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Welche Geheimnisse verbergen sich in den abgelegenen Hütten Transsylvaniens?
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Eine Alan-Wake-Anleihe ist nicht von der Hand zu weisen, doch hier kommt diesem Instrument des Lichts sicher keine so große Bedeutung zu. Feinde lassen sich so nicht auslöschen. Worauf die "Moroi", also die modernen Vampire, empfindlich reagieren? So genau wollte man das noch nicht sagen, bleihaltige Argumente und scharfe Handkanten könnten aber wohl am Ende ausschlaggebend sein.

Auffällig ist jedoch noch die optische Diskrepanz. Auf der einen Seite erschafft Reality Pump mit seiner neuen Grace2-Engine ziemlich glaubhafte Szenarien. Vor allem das gezeigte Waldgebiet hinterlässt dank gelungener Licht- und Schatteneffekte einen richtig atmosphärischen und teils bildhübschen Eindruck. Das organische Bild wird von einer lebendig wirkenden Pflanzenwelt sowie Partikeleffekten verstärkt, die es an anderer Stelle bei einem Brand zu sehen gibt.

Meckern kann ich aber über die gerade bei Nahaufnahmen schlecht aufgelösten Texturen. Außerdem erinnern die Bewegungen der Figuren an den berühmt-berüchtigten "Stock im Arsch". Statt flüssiger Animationen dominiert hüftsteife, hölzerne Fortbewegung das Bild. Laut Topware ist das jedoch der frühen Alpha-Version von Sacrilegium geschuldet. Die mit großem Aufwand produzierten Motion-Capture-Aufnahmen seien noch nicht implementiert worden.

Beim Endprodukt sollen, so der Publisher, das mit erstklassigem Equipment aufgezeichnete Material weiche Körperbewegungen ermöglichen und kleinste Regungen sogar in der Gesichtsmuskulatur erfasst werden.

Vereisen könnten dagegen die Gesichtszüge mancher Spieler, wenn sie von den geplanten Quicktime-Events hören, die es in Sacrilegium geben soll. Über den Umfang schweigen sich die Entwickler zwar noch aus, doch sie sollen auf jeden Fall immer wieder in hektischen Kampfphasen zum Einsatz kommen. Sowohl Gefechte als auch alle übrigen Spielelemente erleben wir in der Third-Person-Perspektive - in diesem Genre nicht weiter überraschend.

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Bislang kommt uns die Geschichte noch etwas klischeebeladen vor.
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Im späteren Spielverlauf soll die Kalifornierin Alex nicht nur San Francisco besuchen, sondern sogar auf heißen Motorrädern unterwegs sein und eine Art futuristische Kriegerin der Straße personifizieren. Wie das funktioniert, wollte man aber noch nicht demonstrieren.

Klar ist aber: Auf ihrem Trip wird sie drei Handlungsstränge erleben und von mysteriösen Männern verfolgt, wobei sie immer weiter in eine düstere Welt, jenseits der Realität gerät. Was ich bisher gesehen habe erinnert aber eher an abgegriffene Horror-Klischees.